Frühe Erfahrungen

Erste Erfahrungen im Januar 2006

Durch eine Arbeitskollegin von Joachim kamen wir an einen umgebauten Ford Transit aus den 80er Jahren. Ganz spartanisch eingerichtet, Sitzgruppe, Bett und kleine Küchenzeile. Kein Bad, kein Wassertank. Der Motor so schwach ausgerüstet das die LKW Fahrer auf der Autobahn sich einen Spaß daraus machten uns an jeder Steigung zu überholen. Nach dem dritten Überholmanöver winkten sie schon lachend zu uns rüber wenn wir bergab wieder an ihnen vorbei zogen.

Doch zum ausprobieren und erste Erfahrungen sammeln reichte und das kleine Mobil.

Da unser Transi zumindest eine Standheizung hatte, ging die Probefahrt direkt Richtung Norden. Übernachtung war, aufgrund fehlender Sanitäranlagen, auf einem Autohof. Eine Standheizung, ja so was hatte das alte Teil wirklich, sorgte dafür das wir nachts nicht frieren mussten. Richtig schön kuschelig war unsere erste Nacht im eigenen Wohnmobil. Nachdem wir uns im Autohof gestärkt und frisch gemacht hatten, sollte es nach Hamburg gehen. Und schon kam die erste Überraschung, der Motor machte keinen Muckser mehr. Die Standheizung war direkt an die Starterbatterie angeschlossen, und hatte natürlich die ganze Nacht fleißig gesaugt. Der Automobilclub machte uns dann wieder flott.

Einige Monate später ging es dann in Richtung Sachsen. Immer noch so spartanisch ausgerüstet, aber wir wollten einfach sehen ob wir es auch mehr als ein oder zwei Nächte im Mobil aushalten würden. Nebenbei schauten wir schon nach einem wohnlicheren Gefährt.

Der Transi fuhr uns brav und zuverlässig nach Sachsen. Meerane stand auf dem Plan, dort hatte ich früher noch zu Grenzzeiten Familie besucht. Obwohl sich viel getan hatte, erkannte ich auch einiges wieder. Vor allem das Haus, die Straße, wo meine Verwandten gewohnt hatten, war immer noch so wie es in meiner Erinnerung geblieben war. Als wir den Ort, über holpriges Kopfsteinpflaster, verlassen wollten, hörten wir plötzlich lautes Scheppern. Joachim rief nur, halt halt,bleib sofort stehen. Dann sahen wir die Bescherung, der Tank war hinten runter gefallen. Durch das Kopfsteinpflaster war eine Halterung gebrochen. Das hatte uns gerade noch gefehlt, über 400km von Zuhause weg. Jetzt zeigte sich mal wieder wie gut es ist, einen Mann zu haben der technisch begabt und zudem auch noch erfinderisch ist. Wir suchten einen Baumarkt auf und kauften eine Rolle Lochband. Mit diesem Lochband hängte Joachim den Tank wieder auf. Wir konnten unsere Reise fortsetzen.

Vielleicht fährt der Transit ja heute noch mit dem Lochband um den Tank durch Schweden, wohin er dann verkauft wurde.

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