Reise in die Vergangenheit

Nach einem arbeitsreichen Samstag und den letzten Arbeiten am Prinzessinnenturm, naja fast letzten Arbeiten, denn zum Schluss ging die Farbe aus, beendeten wir unseren Besuch bei unseren Freunden.

Am Ende der Farbe (8) Am Ende der Farbe (7)

Es war eine schöne Woche, auch wenn ich für mich festgestellt habe, ich bin froh dass meine Kinder alle groß sind. Auf Dauer fühle ich mich so einem Wildfang nicht mehr gewachsen. Ich habe schon völlig vergessen wie fordernd so ein kleiner Mensch sein kann.
Unsere Freunde packten am Sonntag genau wie wir die Taschen und Koffer. Die drei fuhren in Urlaub und wir in die Vergangenheit. Ich habe viele Jahre im Erftkreis und Kerpen gelebt und wollte mal schauen was sich alles verändert hat.
Schon als wir von der Autobahn abfuhren sah ich erste Veränderungen. Viel mehr Geschäfte als früher waren direkt an der Autobahn angesiedelt. Auch als wir nach Kerpen rein fuhren fiel mir als erstes ein großes Einkaufszentrum auf. Früher war dort nur Wiese.

Grundschule
Die Schule meiner Kinder sah bis auf frische Farbe noch wie früher aus, und auch das kleine Kino gab es noch immer.

Altes Kino Kerpen (1)

Die Passage die schon vor zehn Jahren Leerstand hatte ist heute völlig verwahrlost und geschlossen. Die Hauptstraße völlig neu gestaltet, sie wirkt jetzt viel freundlicher als damals. Unsere erste gemeinsame Wohnung scheint bewohnt zu sein. Joachim hat sich darin nie wohl gefühlt. Direkt an einer Straßenkreuzung, und somit unendlich laut, war für ihn absolut nichts. Wir lebten dort auch nur ein halbes Jahr. Es war der Zeitpunkt wo wir Kerpen verlassen haben.
Unsere Eisdiele wo wir viele schöne Stunden verbracht haben, gibt es noch und war auch dieses Mal wieder unser Ziel. Mittlerweile führt der Junior den Laden, das Eis schmeckt aber noch wie zu Papas Zeiten.

Burg Bergerhausen 02.08 (33)
An der Burg Bergerhausen machten wir Mittagspause, ein wenig im Schatten der großen Bäume, meist Ahorn und Kastanie, aufs Wasser schauen und die anderen Spaziergänger beobachten, genau wie vor zehn Jahren. Brav sind die Kerpener während unserer Abwesenheit auch nicht geworden, das Sündenwäldchen gibt es immer noch.

Burg Bergerhausen 02.08 (11)
Weiter ging es dann, vorbei an Neu Manheim, die Umsiedlung schien in vollem Gange zu sein. Der Tagebau rückt näher, den gefräßigen Baggern fallen die Orte zum Opfer. Unser Ziel war jedoch das ursprüngliche Manheim. Doch es erwartete uns noch kein Geisterdorf, alles sah noch sehr gepflegt und bewohnt aus, selbst der Springbrunnen war noch in Funktion.

Go Kart Bahn Manheim (5)Von daher fuhren wir nur durch und weiter zu einem Ort mit Geschichte. Die Kartbahn etwas außerhalb von Manheim dürfte zumindest den Freunden des Motorsports ein Begriff sein. Hier drehte ein späterer Weltmeister seine ersten Runden. Schon als wir das Gelände befuhren, erwartete mich eine Überraschung, die Werkstatt, wo mein Großer Ende der 90er seine Ausbildung machte, sah noch genauso aus wie damals, der Name seines Lehrherrn stand noch am Tor. Mittlerweile scheint das Gelände allerdings auch Truckern zum Übernachten angeboten zu werden.

Go Kart Bahn Manheim (12) Go Kart Bahn Manheim (11) Nachdem wir uns einen Parkplatz gesucht hatten, machten wir uns auf den Weg ins Tal, zur Kartbahn. Auf dem Weg nach unten kamen wir an einem Parkplatz für Wohnmobile vorbei. Ein Niederländer bastelte an einem Kart.

Go Kart Bahn Manheim (1)Unten schienen heute Wettkämpfe zu sein, man hörte die Lautsprecher ansagen schon von weitem. Schade leider war es das letzte Rennen dieses Tages, als wir unten ankamen fuhren gerade die letzten Karts über die Zielgerade. Am Fenster der Gaststätte entdeckte ich ein Foto von dem Mann, der Kerpen und Manheim in aller Welt bekannt gemacht hat. Michael Schumacher.

Go Kart Bahn Manheim (6)Von daher eigentlich unvorstellbar, das Manheim dem Tagebau weichen muss. Zumal ja die Kohlekraftwerke abgeschaltet werden sollen, macht das alles keinen Sinn. Ob die Proteste der Bewohner etwas bewirken, sie ihre Heimat retten können? Ich wage es zu bezweifeln.
Zur Übernachtung haben wir Kerpen den Rücken gekehrt. Kerpen ist leider noch nicht sehr Wohnmobil freundlich. Es gibt keinen offiziellen Stellplatz im Stadtgebiet. Die Nacht verbrachten wir nicht auf einem Stellplatz, sondern auf dem Parkstreifen am Gelände des Zieselsmaars bei Hürth. Oder anders gesagt, fast am Ende der Welt, kein Internet und auch kein TV. Von daher kann ich diesen Bericht erst jetzt veröffentlichen. Wir haben heute faul am See gelegen und uns bei den angekündigten Temperaturen so wenig wie möglich bewegt. Da es ein FKK Gelände ist muss ich euch leider die Bilder schuldig bleiben. Wer trotzdem neugierig ist hier geht es zur Homepage