Brandenburg an der Havel

Viel Wasser, eine lange Geschichte das sagt man über Brandenburg an der Havel, und so sind wir jetzt hier.  Worüber wir uns im Vorfeld nicht informiert hatten, oder was völlig an uns vorüber gegangen war, das hier auch die Buga stattfindet.

Blick aus dem Womofenster
Blick aus dem Womofenster

Unseren Stellplatz an der Alten Feuerwache zu finden war gar nicht so einfach, bzw. wir hätten vielleicht mal früher jemanden fragen sollen. Unser Navi führte uns immer wieder zum Buga Parkplatz, dort stand allerdings von 20:00Uhr bis 08:00Uhr verboten. Konnte also nicht unser gesuchter Stellplatz sein. Ein freundlicher Ordnungshüter half uns dann weiter, und so kamen wir 150m  und eine Ecke weiter am Objekt unserer Begierde an.  Nach dem einchecken und einer ersten Platzrunde entdeckten wir, das Stellplatzgelände schließt direkt an den Parkplatz an, ist nur durch einen Zaun getrennt, somit hat uns unser Navi sogar richtig geführt. Wir stehen direkt mit Blick aufs Wasser und eine Handvoll Boote.

Brandenburg an der Havel 03.10 (9)

Durch das Hintertürchen kommt man entweder zur Bugafähre oder aber zu einer Brücke über die man zur Stadt gelangt. Da wir nicht wussten wie weit wir vom Zentrum entfernt sind, warteten wir auf die Tram und fuhren diesen langen Weg bis in die City. Der Weg war so weit, dass ich dank eines anderen Fahrgastes, noch nicht mal mehr einen Fahrschein am Automaten lösen konnte.

Brandenburg an der Havel 03.10 (10)

Brandenburg selbst hat uns doch ein wenig erschreckt, nicht nur die Straßen sind in einem miserablen Zustand, auch ein Großteil der Häuser ist dem Verfall preisgegeben. So nahe zur Hauptstadt hätten wir damit eigentlich nicht gerechnet.

Brandenburg an der Havel 03.10 (12)

Im Slawendorf, bzw davor im Biergarten erfuhren wir dann auch ein wenig mehr. Wir stillten dort unseren Durst und kamen mit einem anderen Ehepaar ins Gespräch. Einheimische die sich gut auskannten. Sie erzählten von ungeklärten Eigentumsverhältnissen, von falscher Politik, von Abwanderung der Arbeitgeber und eklatant hoher Arbeitslosenzahlen. Sie erzählten von stark erhöhten Gebühren für öffentliche Einrichtungen während der Buga. So z.B. das Slawendorf, in normalen Zeiten 2€ Eintritt, aktuell 5€. Die beiden sagten uns dass es sich nicht wirklich lohnt für die paar Hütten. Aus allen ihrer Worte spürte man die Liebe zu ihrer Stadt aber auch die Traurigkeit über den aktuellen Zustand, und wenig Hoffnung dass sich daran in naher Zukunft etwas ändern wird.

Brandenburg an der Havel 03.10 (19)

Auf unserem Bummel durch die Altstadt hatten wir dann auch noch eine unangenehme Begegnung. Zuerst kamen uns fünf Fremde entgegen, sie nickten einen Gruß im vorbei gehen. Von der anderen Straßenseite kam ein Paar in unserem Alter, und er pöbelte rum. Ich will keine Asylanten in meiner Stadt, die soll man alle zum Teufel scheren. Ein paar andere Menschen stimmten ein. Da wir nicht dazu gehörten wurden wir direkt als Gutmenschen betitelt.

Brandenburg an der Havel 03.10 (27)

Heute wollen wir mal ein wenig am Wasser bummeln gehen, noch immer lacht die Sonne vom Himmel und da ist Wasser ein guter Ort für einen Sonntagsbummel.

Euch allen ebenfalls einen schönen und hoffentlich sonnigen Herbstsonntag.

2 thoughts on “Brandenburg an der Havel”

  1. Schade, dass es euch nicht so gut gefallen hat. Wir waren auch dort auf dem großen Parkplatz und von dort aus mit der Personen- Fähre zum BUGA Gelände. Wunderschön alles angelegt und die Kirche von hinten ganz aus Glas und innen eine sehr interessante Ausstellung. Übernachtet haben wir dann in Potsdam, weil ich die Rush Hour nicht morgens auf dem Weg zu den Schlössern haben wollte.

    1. Nicht gefallen stimmt so nicht wirklich. Doch wenn man abseits des Touristenpfade wandert, mit Einheimischen ins Gespräch kommt, erschreckt einen einfach die Armut in diesem Ort. Fast 13% Arbeitslose sprechen eine eigene Sprache. Die vielen vom Zerfall bedrohten Gebäude eine weitere Sprache. Man fragt sich halt auch wo sind die ganzen Gelder hin gegangen? Brandenburg und auch viele andere Orte durch die wir gekommen sind, haben von dem Kuchen nicht viel abbekommen. Berlin, Dresden, Potsdam haben da viel besser abgeschnitten und stehen dem Westen nichts mehr nach.

Kommentare sind geschlossen.