Wohnsitz anmelden

Ein Thema welches immer wieder große Probleme macht. Und die Verschärfung des Meldegesetzes zum 01.11.2015 macht es auch nicht gerade leichter. War es bisher möglich sich bei Freunden anzumelden, so ist jetzt davon abzuraten. Dem Geber einer Scheinadresse droht eine empfindliche Strafe, und dem Nehmer auch ein Bußgeld.

Auch bei der eigenen Familie ist es nicht mehr so leicht möglich, zumindest wenn sie selbst zur Miete wohnen. Der Vermieter muss zustimmen und eine Bescheinigung für die Behörde ausstellen. In den meisten Fällen ist dies nicht möglich, weil die Wohnung dann überbelegt wäre.

Noch besteht in einigen Bundesländern die Möglichkeit sich auf Campingplätzen mit Erstwohnsitz anzumelden. Doch auch dies ist keine sichere Lösung, da der Bebauungsplan dieser Gelände ein Freizeitgelände aufzeigt. Und wohnen auf einem Freizeitgelände dem Meldegesetz widerspricht. Doch solange die Gemeinden mitspielen ist dies noch eine legale Möglichkeit an eine Meldeadresse zu kommen. Wie lange noch, wann die Behörden kontrollieren und einschreiten ist nicht absehbar, aber durch das neue Gesetz zeitnah möglich.

Wenn man nicht auf Sozialleistungen angewiesen ist, gibt es noch eine andere und sicher die radikalste Lösung. Man löst seine Wohnung auf und meldet sich bei der Behörde ab. Im Ausweis steht dann ohne Wohnsitz im Inland. Den Ausweis kann man bei ausgewählten Auslandsvertretungen verlängern lassen.

Das Bundessozialgericht hat zudem auch entschieden, dass bei Bezug von Hartz4 das Wohnmobil einer Wohnung gleichgesetzt werden muss. Die Kosten für Versicherung, Steuer, Heizung und nachgewiesener Reparaturen, die dazu dienen die „Wohnung“ instand zu halten, müssen übernommen werden. Natürlich kein Sprit und keine Reparaturen die dem Fahrbetrieb gelten.

Alternativ besteht natürlich die Möglichkeit sich ein kleines Apartment anzumieten, was aber dann wieder mit Kosten und vor allem Pflichten verbunden ist. Vor allem das regelmäßige lüften und heizen muss dann gesichert sein.

Aber egal wie, eine wirklich rechtlich sichere Lösung gibt es nicht. Wir haben uns für die noch legale Möglichkeit Campingplatz entschieden, wenn dies nicht mehr möglich sein wird, werden wir uns wohl auch für ohne Wohnsitz im Inland entscheiden.

 

 

 

18 thoughts on “Wohnsitz anmelden”

  1. Hallo Gabrielle, wo steht den geschrieben, das man nicht die ganze zeit z.B. in seinem Womo leben darf? Es wird doch nur verlangt das man nachweißbar irgendwo Gemeldet ist und das muß halt schriftlich belegt werden durch eine Bestätigung eines oder des Vermieters! damit wollen die Behörden sicher stellen das sie wissen wer wohin verzogen ist bei einem Umzug oder das man einfacher zu finden ist, auch ist das neue Melde Gesetz ja eigentlich nichts neues, es wurde ja vor 10-15 Jahren ( wann genau weiß ich nicht) abgeschafft nun führen sie es halt wieder ein, so what. Es gibt ja auch Leute die sind irgendwo in Deutschland gemeldet, leben aber die überwiegende Zeit irgendwo im Ausland, alleine in meiner Verwandtschaft leben einige 10-11 Monate im Jahr auf den Philippinen oder in Thailand, da gibt es auch keine Probleme. Ich denke du/ihr seht das wohl etwas zu streng, macht euch keine Panik! Ich / wir sind auch gerade dabei uns umzumelden, obwohl wir im Womo leben seit mehr als 5 Jahren, wir sehen da bis jetzt keinerlei Probleme

    1. Das ich nicht im Womo leben darf steht nirgendwo geschrieben. Aber wann ich mich wo zu melden habe, ist ganz genau geregelt. Vermieter die dir eine Bescheinigung ausstellen, sollten auch in der Lage sein dir den Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Sollten die Behörden heraus bekommen das du zwar bei Fam. X. gemeldet bist, diese aber selbst nur zwei Zimmer besitzen und bewohnen dann kann es für beide, für dich und den Vermieter teuer werden. Zugegeben die Gefahr das es auffliegt ist gering, aber sie besteht. Und deshalb haben wir uns letztendlich erst mal für die Variante Campingplatz entschieden.

      1. Hallo Gabriele,
        das mit dem im Womo leben dürfen, war zu gegebener maßen missverständlich geschrieben von mir. Ich glaube auch mit dem neuen Melde Recht ändert sich nichts für uns, eventuell ängstlichere Mobil lebende können sich ja immer noch eine melde Adresse suchen wo genügend Platz / Zimmer vorhanden sind!

        1. Dabei könnte eigentlich alles so einfach sein. Wenn die Regierung in jedem Bundesland ein Amt benennen würde, wo Nomaden sich melden können. Und dort die Daten hinterlegen unter denen sie man im Fall der Fälle sicher erreichen kann. 🙁 Damit wäre auch der Pflicht der Meldung Genüge getan.

  2. Wir, meine Frau und ich , sind auf dem Sprung und wollen ab Oktober 2016 auf Tour durch Europa starten. Wir lösen zur Zeit unsere Wohnung auf und bereiten uns auf den Start ins andere Leben vor. Wir werden ab jetzt alles sehr aufmerksam in diesem Forums folgen.
    Ich hoffe wir werden noch viele Tipp von euch bekommen.

  3. Das Problem, wenn man sich einfach nur abmeldet ist, dass man über Kurz oder Lang Probleme mit dem Papierkram bekommt… Versicherungen etc. lassen sich ja noch drauf ein, wenn man einfach „irgendeine“ Adresse nennt, solang bezahlt wird, aber insbesondere das Straßenverkehrsamt wird spätestens nachdem die erste Knolle nicht zugestellt werden kann, den Wagen zwangsstillegen…

    Sinnvoller ist es meines Erachtens, sich nicht einfach hier abzumelden, sondern sich ins Ausland umzumelden. Vor Allem England bietet sich da an, da es in GB keine Meldepflicht gibt, und es niemanden interessiert, ob ihr euch auch wirklich da aufhaltet. Durch ein Fehlen der Meldepflicht kann man z.B. eine Remailer-Adresse nutzen, die Korrespondenz einscannt und per email weiterleitet, und KFZ kann man woauchimmer zulassen… bei größeren WoMos sind Steuer und Versicherung meiner Recherche nach sogar wesentlich günstiger, als in D.

    1. Den Remailer bzw. ein solches Postfach haben wir schon. aber der Gedanke mit England klingt interessant, da werde ich mich auf jeden Fall mal kundig machen. Herzlichen Dank für den Tipp.

  4. Hallo ohne Wohnsitz in Deutschland bekommt man keine Kfz.Zulassung kein Bankkonto keine Versicherung zumindest als Deutscher
    .Ebenfalls werden keine Pass oder Ausweise erstellt und immer auf ein Konsulat bzw.Botschaft im.Ausland verwiesen.Dort gibt es ohne festen Wohnsitz auch nur Vorläufige Dokumente die nur Ein Jahr gültig sind.
    Bleibt einzig sich als Wohnsitzloser / Obdachlos in Deutschland zu melden.

    1. Bankkonto stimmt so nicht mehr, in der vergangenen Woche wurde beschlossen das alle Bürger ein Recht auf ein sogenanntes Basiskonto haben, auch Obdachlose und Asylbewerber. Das Wohnmobil und die entsprechenden Versicherungen, schließt man natürlich vor der Abmeldung ab. Zu den Passangelegenheiten schau bitte mal diesen Link konsularinfo

  5. Hallo Gabriele,
    wir haben das Problem noch schnell vor der Änderung des Meldegesetzes gelöst. „Wir sind auf Weltreise“, lautete unser Satz beim Meldeamt und beim Vermieter meiner Tochter. Der Vermieter hat uns das Postkasten mieten erlaubt, und das Amt hat uns angenommen incl unserer Fellnase Namens Oscar. So haben wir die Schwierigkeit der An und Abmeldung locker umschifft. Im Januar melde ich dann noch das Womo auf die Adresse um und gut ist es.
    Liebe Grüße Lennep
    Frauke Groß

    1. Ja wir waren ja auch noch früh genug als wir uns im Sommer ordnungsgemäß angemeldet haben 🙂 Wenn der Vermieter mitspielt ist dies auch in Zukunft kein Problem

  6. Hallo! also bei euch ist das aber schon grass! aber die Frage ist wegen der Post wen ihr völlig abgemeldet seid wenn ihr das vorhabt !! ich bin auch in der Familie angemeldet und ab und wann hole ich mal die Post !!! mir wäre auch lieber keinen festen schein Wohnsitz zu haben ,.
    wusste gar nicht, dass das bei euch überhaupt möglich ist !!!!

    Gruss Wolfgang

    1. Das Thema Post habe ich gestern schon behandelt. Und das es möglich ist sich in Deutschland abzumelden habe ich auch erst bei den langwierigen Recherchen fest gestellt

  7. Es wäre eigentlich an der Zeit, diese Lebensform auch anzuerkennen. Eine Würde des Menschen wäre, das gesetzliche Recht eine Meldeadresse zu haben. Dies kann das örtliche Rathaus sein, wo man gegelegentlich seine Briefe und Unterlagen abgeben oder abholen kann. Es ist übrigens Standard in Asylaufnahmeeinrichtungen (LEH) eine Poststelle mit individueller Ausgabe zu haben. Grundrechte sollte für alle gelten, oder?

    1. Die Post ist ja gar kein Problem, das habe ich ja gestern schon geschrieben. Es geht wirklich nur um eine Meldeadresse,und das ist fast unmöglich diese im Sinne des Meldegesetzes zu bekommen, wenn der Lebensmittelpunkt nun mal das Wohnmobil ist 🙁 Wenn dir mal langweilig ist kannst du gerne zum Thema mal googeln, wenn du das alles durch gearbeitet hast bist du zu alt für ein Leben im Wohnmobil 🙂

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