Habt ihr denn gar keine Angst?

Direkt vorweg, wenn wir Angst hätten, könnten wir diese Leben ganz sicher nicht führen.

Etwas was wir immer wieder hören, ich könnte nicht einfach irgendwo stehen bleiben und schlafen, da hätte ich viel zu viel Angst. Auf unsere Gegenfrage »Wie machst du das denn Zuhause? Kannst du denn da schlafen? « ernten wir meistens ein erstauntes » Ja natürlich, da habe ich doch eine richtige Türe und Mauern um mich rum. « Uns entlockt dies meist ein Schmunzeln.

Natürlich haben wir uns aufgrund diverser Berichte informiert, und wollten vor allem herausfinden was die Kriminalstatistik zum Thema Überfalle und Einbrüche in Wohnmobile aussagt. Die Zahl ist so verschwindet gering das sie  in keiner Statistik auftaucht. Wohnungseinbrüche hingegen verzeichnen jährlich steigende Zahlen. Besonders in den Städten müsste ich mich in einer Wohnung eher fürchten, als bei einer Nacht im Wohnmobil.

Wenn ich durch die Städte spaziere dann spüre ich auch keine Angst bei den Passanten. Die Herren tragen ihre Geldbörse ganz leger in der Hosentasche, die Damen ihre Handtasche die sich häufig noch nicht einmal verschließen lässt locker über die Schulter geworfen. Dabei ist auch hier die Gefahr Opfer eines Taschendiebes zu werden wesentlich höher, als die Gefahr im  Mobil überfallen zu werden.

Wenn ich so durch die diversen Gruppen und Foren blättere taucht dieses Thema auch immer wieder auf. Und ich bin wirklich erstaunt wie sich so einige absichern. Parkkralle, oder Ventile die beim los fahren die Luft aus den Reifen lassen. Lenkradschloss, oder eine Metallstange die zwischen Fahrer – und Beifahrertüre geklemmt wird, sind so ziemlich die am  häufigsten verwendeten Sicherheitsmaßnahmen. Doch wer wirklich rein will, der wird sich auch davon nicht abhalten lassen, dann ist der Schaden beim Einbruch halt ein bisschen größer.

Unsere Sicherheitsmaßnahmen sind verschlossene Türen und Fenster, Rauch und Gasmelder, die sorgfältige Auswahl der nächtlichen Stellplätze. Von den offiziellen Stell – bzw. Campingplätzen, über Rasthöfe, Autohöfe, Parkplätze an Einkaufscentern bis hin zum freien stehen irgendwo im Gewerbegebiet, Wald, haben wir alles ausprobiert und uns immer sicher gefühlt. Wir möchten uns aber auch nicht, die Freiheit durch Angst lähmen lassen, wenn die Angst einsetzt, wenn sie uns lähmt, dann ist es an der Zeit wieder aus dem fahrenden Heim auszuziehen und sesshaft zu werden.

 

2 thoughts on “Habt ihr denn gar keine Angst?”

  1. Liebe Gabriele,
    jaja, die Angst… Was habe ich im letzten halben Jahr als absoluter WoMo-Neuling nicht auch schon alles in Foren und Facebook-Posts gelesen über die richtige Absicherung bei Nacht… Und wie man den Wagen so sichert, dass man einen Notfallstart hinlegen kann – aus dem Alkoven hinter’s Lenkrad sozusagen. 😉 Wir sind dann trotzdem einfach los.
    Haben von Anfang August bis Ende Oktober knapp drei Monate lang Frankreich bereist, meine drei Kids, vier Hunde und ich. Auf Stellplätzen gestanden, wild gestanden, lieber einsam in der Natur als in der Nähe (beleuchteter) Straßen, das konnten viele nicht verstehen – nie ein einziges Problem. Das Einzige, was mir zunächst noch den Schlaf raubte, war das eigentlich „unerlaubte“ wilde Stehen, hätten wir halt weiterfahren müssen. Ist nicht ein einziges Mal passiert, war wohl meine urdeutsche Mentalität, alles richtig machen zu wollen, die Franzosen sehen das locker 🙂
    Unser Motto: Feel free to be free – und das gilt auch für den Umgang mit der Angst 🙂
    Alles Liebe, eine schöne Zeit Euch! Anja

    1. Schön das ihr so gute Erfahrungen machen durftet, uns erging es hier in Deutschland genauso. Egal wo wir übernachtet haben keinerlei Probleme. Diese ganzen Panik machenden Beiträge lese ich entweder gar nicht mehr oder wenn doch mit einem schmunzeln.

      Euch auch noch viele positive Erlebnisse unterwegs.

      Gabriele

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