Alltag im Wohnmobil

Guten Morgen ins weite WWW habt ihr euren Festtagskater mittlerweile überwunden und steht mit beiden Beinen in 2016? Mir fällt es immer noch schwer mich an die sechs zu gewöhnen.

Da wir ja im Mobil leben, geht es natürlich nicht immer nur ums reisen, sondern es gibt auch den ganzen normalen Alltag, mit allen seinen Pflichten, Problemen und natürlich auch schönen Seiten. Im Moment läuft es nicht wirklich rund, zu viel strömt momentan von außen auf uns ein.

Gestern endlich Fäden ziehen und ich brauche keine Krankengymnastik da die Beweglichkeit fast vollständig wieder gegeben ist, und der Rest kommt auch noch mit ein wenig Geduld. Ein Anruf beim Rententräger ließ mich dann auch erfahren das ich am 12. Januar endlich zum Gutachter darf. Da hänge ich jetzt auch zwischen den Stühlen, vermutlich ist es ein männlicher Gutachter und dies macht es mir nicht einfacher, doch um eine Frau zu bitten würde natürlich alles weiter verzögern. Also muss ich da wohl durch.

Auch die Nachrichten aus Köln und auch aus anderen Städten, belasten mich momentan sehr. Kann ich bald als Frau nicht mehr alleine auf die Straße? Mit Menschenansammlungen habe ich aufgrund meiner Geschichte sowieso schon Probleme, und wenn es jetzt sogar im öffentlichen Raum zu Übergriffen kommt, bekomme ich ein echtes Problem. Entweder nur noch in Begleitung oder gar nicht mehr raus. Zumindest größere Städte, fallen aktuell aus meiner Liste, möchte ich sehen heraus. Aber es gibt ja zum Glück noch die ruhigen und beschaulichen Fleckchen die es lohnt anzufahren.

Auch in den letzten Tagen habe ich mich in diversen Wohnmobilforen aufgehalten. Und teilweise konnte ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Sachliche Diskussionen scheinen für manche nicht möglich zu sein, da wird beleidigt, Beiträge die den Administratoren nicht genehm sind gelöscht, und die Beitragsersteller sogar aus den Foren geworfen. Das weihnachtliche Friede, Freude, Eierkuchen, wir haben uns alle lieb hielt mal gerade bis Neujahr. Vielleicht mag ich deshalb den ganzen Weihnachtstrubel nicht mehr sonderlich. Zu keiner Zeit im Jahr wird soviel geheuchelt und gelogen wie in dieser Zeit. Und ein paar Tage später hauen sich die Menschen wieder die Köpfe ein. Ich finde dies traurig, das man nur wenige Tage im Jahr wirklich versucht Frieden zu halten.

Heute sitze ich den dritten Tag am PC und teste ein neues Betriebssystem. Schon lange habe ich nach Alternativen zu Windows gesucht. Habe mich auch über das Betriebssystem von Google informiert. Leider gibt es keinen Händler in der Nähe wo ich mir das sogenannte Chromebook mal hätte ansehen können. Und so habe ich mich intensiver mit Linux beschäftigt, und dann Linux Mint installiert. Noch läuft es parallel zu Windows auf meinem Laptop, doch die bisherige Nutzererfahrung lässt mich dahin tendieren das ich Windows ganz entferne. Linux benötigt wesentlich weniger Ressourcen als Windows. 8GB Festplatte, 1GB Arbeitsspeicher und eine Auflösung von 800×600, sollte also auf jedem PC bzw. Notebook laufen. Die Installation ist unter einer halben Stunde erledigt. Was mich absolut fasziniert hat, keine langwierige Treibersuche, sondern am Ende der Installation funktionierte alles, sogar meine WLAN Antenne wurde von Linux erkannt. Der Schreibtisch erinnert an Windows und erleichtert den Umstieg enorm. Ein kostenloses Officeprogramm mit allem was man braucht ist ebenfalls direkt installiert. Ebenso, Musik, Foto und Videoprogramme. Wem die Grundausstattung nicht genügt, der findet im Netz ganz sicher was ihm fehlt und das alles kostenlos. Wenn es euch interessiert, erzähle ich euch gerne mehr über meine Erfahrungen.

Die WLAN Antenne funktioniert auch jetzt bei Minus Graden problemlos und hält somit was die Beschreibung versprochen hat. Einzig gestern mussten wir auf unser mobiles Internet zugreifen, das lag aber nicht an der Antenne, sondern am Totalausfall des Hotspots.

Und für alle die immer wieder fragen, nein es wird im Wohnmobil auch jetzt nicht zu kalt. Unsere Heizung läuft rund um die Uhr, natürlich mit Nachtabsenkung. Unser Gastank mit seinen 80l Fassungsvermögen, hält locker 14 Tage momentan. Da können wir uns wirklich nicht beklagen. Da haben wir damals auf dem Campingplatz mit Wohnwagen und Vorzelt mehr gebraucht. Positiv überrascht sind wir auch, das die Frischwassersäule auch jetzt bei Minustemperaturen funktioniert. Dies war eine unserer großen Sorgen, wo bekommen wir im Winter Frischwasser her? Kannten wir es doch vom Campingplatz das dort im Winter das Wasser abgestellt wurde, es sei dann man hatte, wie wir, Winterwasser.

Der Winter im Wohnmobil gestaltet sich also wesentlich einfacher als befürchtet. Und es hat ja auch was, drinnen kuschelig warm, draußen tanzen die Schneeflocken.

Herzliche Grüße aus dem winterlichen Bückeburg

Bückeburg 03.01 (1)