Frühlingsgefühle

Frühlingsgefühle

Endlich, so langsam wird das was. Diese Woche konnten wir unsere Heizung doch tatsächlich stundenweise ausschalten. Die Sonne brachte soviel Wärme durch die große Frontscheibe das wir auch ohne Heizung auf über 25 Grad kamen. So kann es jetzt gerne weiter gehen. Beim Spaziergang sieht man schon das erste zaghafte grün, die gelben Blüten der Forsythien, Krokusse und Narzissen treiben aus. Die Lust wieder mehr draußen zu machen erwacht so langsam wieder. Das einzige was mich noch abgehalten hat, war der lästige Bakterienangriff. Habe mich doch ein wenig schlapp und Antriebslos gefühlt. Doch es geht aufwärts und der Energielevel beginnt sich wieder zu füllen. Hoffentlich weiß Petrus das auch, nicht das er sagt » die Woche wolltest du nicht, jetzt will ich nicht mehr. «

Heute hat jemand ein Urteil ausgegraben welches schon im Juni 2010 vom Bundessozialgericht gefällt wurde. Es geht darum das man auch mit ALG 2 in einem Wohnmobil leben darf. Das Wohnmobil ist als Wohnung anerkannt ( dies gilt übrigens auch für einen feststehenden Wohnwagen auf einem Campingplatz). Heizung, Versicherung, und sogar die KFZ Steuer wird vom Amt übernommen. Reparaturen und Sprit muss natürlich der Bezieher selber bezahlen.

Neben der Diskussion, ob man sich als Bezieher von Sozialleistungen das reisen mit dem Wohnmobil leisten kann, was sehr unwahrscheinlich ist, treibt mich eigentlich eher die Frage nach der Meldepflicht.

Zum Urteil

Wenn ich im Wohnmobil wohne, habe ich keine offizielle Wohnung in einem feststehenden Gebäude, und somit logischerweise auch keine gültige Meldeadresse? Welches Amt ist denn da überhaupt zuständig? Ich spreche jetzt nicht von postalischer Erreichbarkeit, die ist ja heute simpel zu bewerkstelligen, sondern wirklich um den festen Wohnsitz. Anders als beim Dauercamping, wo es ja möglich ist, die Adresse des Campingplatzes anzugeben, habe ich diese Möglichkeit im Wohnmobil nicht. Oder würde das Amt in dem Fall die Pacht und die oben genannten Kosten übernehmen? Was aber dann ,je nach Kosten, einer Bevorzugung gegenüber den Menschen die in Wohnungen leben wäre.

Ich denke dieses Urteil ist noch nicht ausgereift, oder anders gesagt ausgereizt. Wenn ein bewegliches Wohnmobil als Wohnung anerkannt ist, dann muss es doch eine Möglichkeit der »beweglichen« Meldeadresse geben. Geht das Amt davon aus das es feststehen muss, wie es ja auch für Wohnwagen gefordert ist, dann kann das Mobil abgemeldet werden und somit wären zumindest die Kosten für die KFZ Steuer unnötig? Helft mir wenn ich da einen Denkfehler habe.

Was gibt es sonst noch zu erzählen? Der Rententräger lässt sich Zeit,bisher habe ich noch nichts wieder gehört. Vier Wochen sind seit dem Gutachtertermin schon wieder vergangen. Aber ich erwarte wahrscheinlich zu viel, sind ja erst 11 Monate Bearbeitungszeit für einen Verlängerungsantrag, ich bin einfach zu ungeduldig. Da ich nicht auf die Empfehlung des Rententrägers gehört habe, mir bis zu Entscheidung Grundsicherung zu holen, stehen wir auch weiterhin gut hier in Bückeburg. Kurieren unsere Erkältung aus, gehen der Jugend auf den Keks, besichtigen mit ihnen zusammen Wohnungen. Das wird kein leichtes Unterfangen, alles was bezahlbar ist und im Radius von 50km um Bückeburg liegt, ist entweder schneller vergeben als man gucken kann, oder aber so marode das man erst monatelange Arbeit investieren muss bevor es halbwegs bewohnbar ist. Aber sie haben ja zum Glück keinen Druck, und können sich was schönes suchen.

Jetzt gehe ich noch ein wenig die Nase raus strecken, euch allen ein schönes Wochenende.

Als Paar im Wohnmobil

Vor einigen Tagen habe ich im Netz einen Artikel gefunden. Wie lebt es sich eigentlich als Paar im Wohnmobil? Hier könnt ihr den Original Artikel lesen : Zum Artikel

Nima schreibt sehr anschaulich wie man die Klippen umschifft die sich zwangsläufig durch die Enge ergeben.

Wie einige von euch wissen, haben wir mit einem Pilote begonnen, 6,50m lang. Nicht wirklich viel Platz, und besonders bei schlechtem Wetter eine Herausforderung. Keinen Freiraum, man kann sich nicht aus dem Weg gehen, und egal was man gerade macht, irgendwie ist der andere ständig im Weg 🙂 Schnell war uns klar, für ein dauerhaftes Leben brauchen wir eindeutig mehr Platz.

Mittlerweile haben wir 2m mehr und auch 30cm mehr Breite. Beide haben einen eigenen Arbeitsplatz, und man kann aneinander vorbei gehen ohne das man erst mal aus dem Weg gehen muss.

Beide respektieren wir die Vorlieben des anderen. Wir müssen keine 24 Stunden am Tag zusammen kleben. Joachim braucht z.B. seinen Mittagsschlaf, ich hingegen bin gerne draußen, sehe mir etwas an. Warum soll ich bei ihm sitzen wenn er schläft, oder warum soll ich darauf bestehen das er mich begleitet? Sicher gibt es auch Dinge die ihn an mir stören oder umgekehrt, doch man lernt auf so engem Raum schnell mit den Macken des anderen zu leben.

Wir haben nicht wirklich feste Aufgabenbereiche. Entweder arbeiten zusammen, oder der der gerade Lust hat erledigt die täglichen Aufgaben. Touren werden gemeinsam geplant. Was wir dann vor Ort machen, entscheidet jeder für sich allein. Mal erkunden wir unser Ziel gemeinsam, manchmal auch allein. Joachim geht gerne schwimmen, ich ziehe lieber los und erkunde mein Umfeld oder streife stundenlang durch die Natur. Trubel brauchen wir beide nicht mehr wirklich.

Es sind mittlerweile acht Monate auf engstem Raum, es gab Diskussionen aber noch nicht einmal wirklich Streit. Wir haben uns miteinander arrangiert. Wie sieht es bei euch aus, könnt ihr euch vorstellen mit eurem Partner länger als für einen Urlaub auf so engem Raum zu leben? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?