Vom Wohnmobil zurück in eine Wohnung

Vergangene Woche hatten wir Nachbarn, laut Kennzeichen aus Rostock. Das Mobil wirkte riesig und hatte ein Gewicht von über 13 Tonnen, und doch hatten die beiden letzten Endes nicht mehr Platz als wir.

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Vollkommen autark, auch nach einer Woche ohne wirklich viel Sonne waren die, zugegeben riesigen, Batterien noch gut gefüllt. Im Gespräch stellte sich heraus das die beiden ihr Wohnmobil Leben aufgeben und hier in Bückeburg eine Wohnung angemietet haben. Könnte ich mir momentan noch nicht vorstellen wieder dauerhaft in eine Wohnung zu ziehen.

Gestern bekamen wir dann neue Nachbarn.

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Alte Bekannte, er hat uns vergangenen Jahr bei unserem Übergangsmobil mit der Elektrik geholfen. Schön die beiden mal wieder zu sehen. Besonders schön, wenn das Wiedersehen mit einem Lachen beginnt.

Ich verließ gestern Nachmittag mein Mobil um zu rauchen. Vorne an der Wasserstelle stand jemand und winkte mir freundlich zu. Durch einen geparkten LKW erkannte ich nicht sofort, wer dieser freundliche Mensch war. Da ich überhaupt nicht neugierig bin ging ich nach vorne und erkannte dann wer uns besucht. Fasziniert beobachtete ich wie dieser Fachmann für Strom, beim Wasser einlassen völlig versagte. 🙂 Anstatt das Wasser in den Tank zu füllen, reinigte er den Versorgungsplatz. Irgendeine Dichtung vom Einfüllstutzen war wohl nicht mehr in Ordnung. 🙂 Typisch Mann kommt man natürlich nicht auf das naheliegende, da muss erst Frau kommen und ihr fragen ob der den Stutzen nicht heraus nehmen kann und dann direkt mit dem Schlauch in den Tank füllen kann. 🙂 Und siehe da, jetzt konnte er verlustfrei Wasser tanken.

Mal schauen was wir hier noch so erleben.

Gedankensplitter

Es regnet, es ist kalt und nichts zieht nach draußen. Zeit ein wenig die Gedanken schweifen zu lassen. Momentan kreisen sie ein wenig um Sohn und Schwiegertochter. Noch vor vier Jahren hatte ich mit meinem Sohn keinen Kontakt. Unsere gemeinsame Vergangenheit und die schlechten Erfahrungen sorgten dafür das wir Abstand voneinander brauchten. Wir hatten jeder für sich viel aufzuarbeiten.
2013 dann ein erster vorsichtiger Kontakt, der sich schnell intensivierte. Er suchte sich in unserer Nähe Job und Wohnung. Lernte hier seine heutige Partnerin kennen. Jetzt sind die beiden seit zwei Tagen unterwegs bei ihrer Familie, und schon habe ich Sehnsucht, vermisse die beiden sehr.

Seit November stehen wir ja hier rund einen Kilometer von ihrer Wohnung entfernt und haben uns fast täglich gesehen. Als mein Knie nicht wollte, habe ich fast drei Wochen bei ihnen gelebt. Ich hatte ein wenig Angst das es zu eng werden würde, oder es meiner Schwiegertochter zu viel werden könnte. Doch es waren drei harmonische Wochen.

Vermutlich aus dieser Erfahrung heraus, kamen die beiden vor einigen Tagen mit einem Vorschlag um die Ecke. Sie machen sich Gedanken um uns, – was wenn ihr mal nicht mehr im Mobil leben könnt, oder einer von euch mal ernsthaft krank wird? Wir haben uns überlegt nach einem Haus Ausschau  zu halten, wo genug Platz wäre euch einen eigenen Bereich zu bieten. Dort könntet ihr im Winter leben, hättet immer einen festen Anlaufpunkt, wenn ihr das braucht oder möchtet. 

Sie haben uns damit ein bisschen überrumpelt, aber wir haben uns sehr über diesen Vorschlag gefreut, und wenn sie etwas entsprechendes finden, werden wir ihr Angebot gerne annehmen. Einen festen Anlaufpunkt haben, gibt doch ein wenig mehr Sicherheit. Auch jetzt, wir stehen hier, wissen nicht wann es finanziell wieder in geregelten Bahnen läuft. Da wäre so ein Anlaufpunkt schon was feines. Zeit und Platz um ein bisschen zu renovieren, was ja auf einem Parkplatz eher nicht so angesagt ist.

Und wenn die beiden irgendwann mal Eltern werden, könnte man die Enkel intensiv genießen wenn wir in der dunklen Jahreszeit dort sind. Je mehr ich darüber nachdenke umso besser gefällt mir der Gedanke. Von März/April bis Oktober/November auf Tour, und dann nach Hause zu den Kindern.

Schwiegertochter und Sohn, als sie uns im Sommer auf dem Stellplatz in Walsrode überrascht haben
Schwiegertochter und Sohn, als sie uns im Sommer auf dem Stellplatz in Walsrode überrascht haben

Ich fühle mich momentan wirklich reich, denn nicht jede Mutter hat einen so tollen Sohn und eine so patente Schwiegertochter. Ich habe diese junge Frau schon beim ersten Kennenlernen vor rund 2,5 Jahren gemocht. Und das hat sich mittlerweile gefestigt. Eine Frau die mit beiden Beinen auf dem Boden steht, es beherrscht meinen Sohn zudem auf dem Boden zu halten, wenn er mal wieder Wolkenschlösser baut 🙂 Die aber auch für jeden Blödsinn zu haben, unwahrscheinlich gerne und aus vollen Herzen lachen kann. Die keine Angst vor Arbeit und schmutzigen Fingern hat. Wenn ich die beiden miteinander beobachte, wird mir warm.

Rententechnisch hat sich noch nichts getan, aber nach nur einer Woche, wäre dies auch ein Wunder 🙂 Aber ihr wisst ja mittlerweile,sehr geduldig bin ich nicht 🙂

Ich weiß, dies war heute ein sehr persönlicher Bericht, und eigentlich hat er nichts mit Leben im Wohnmobil zu tun, aber ich denke auch so was gehört in einen Blog, als Leser möchte man doch auch die Menschen hinter dem Text ein wenig kennen lernen, jedenfalls geht es mir immer so.