Isolation erfolgreich abgeschlossen, wie geht es weiter?

Im vorigen Beitrag habe ich euch von psychischer Gewalt berichtet. Gesagt es gibt Muster nach denen Gewalt meistens abläuft. Psychische Gewalt hat meist nur ein Ziel, die völlige Isolation des Opfers.

Je isolierter das Opfer, umso enger bindet es sich an seinen Peiniger. Das Selbstwertgefühl wird immer geringer und fährt letztlich auf null. Heute nicht mehr ganz so üblich, aber immer noch anzutreffen, ist die finanzielle Anhängigkeit des Opfers.

Der Schritt von der psychischen zur körperlichen Gewalt ist nur noch ein kleiner Schritt. Doch wenn dieser Schritt einmal getan ist gibt es keine Grenzen mehr. Die Gewalt wird zum Alltag. Denn entgegen aller Beteuerungen nach den ersten Übergriffen, wird es immer wieder eskalieren, es wird neue und heftigere Übergriffe geben.

Nach dem ersten körperlichen Übergriff, sollte das Opfer die Beziehung umgehend beenden. Noch dürfte ausreichend Kraft, Wut und Entschlossenheit vorhanden sein, um sich zu befreien. Mit jedem neuen Übergriff, schwinden diese jedoch und irgendwann kommt die Resignation.

Bei mir waren es insgesamt 13 Jahre. Zu Beginn glaubte ich seinen Beteuerungen, das es ihm leid tut. Später kam hinzu das er ja auch der Vater meiner Kinder war. Ich war finanziell abhängig, hatte niemanden an den ich mich hätte wenden können.

Das Gewaltschutzgesetz kam für mich zu spät. Wegweisung gab es damals noch nicht. Das Frauenhaus ließ mich ebenfalls im Stich, bzw. stellte eine Forderung die ich nicht erfüllen konnte oder wollte.

Doch für die Kinder hätte ich stark sein müssen, hätte Wege aus der Höhle schon viel früher finden müssen. Damals war ich der Meinung, ich hätte sie gut geschützt, sie hätten nichts oder zumindest nicht so viel mitbekommen. Mein Jüngster hat mich eines besseren belehrt.