Texte die mir viel bedeuten

Es gibt drei Kollegen, Freunde die sich mit dem Thema häusliche Gewalt befasst haben und in wenigen Zeilen etwas ausgedrückt haben, was ich mit seitenlangen Texten auch nicht besser hinbekommen würde.

Daher möchte ich mich bei Norbert van Tiggelen  , bei Thomas Heyroth und Regine Swoboda bedanken, die diese Texte, die ich euch gleich zeigen möchte, verfasst haben.

Von Norbert van Tiggelen ist der erste Text:

Trümmerfrauen 

Von außen eine Ehe,
die stets harmonisch ist,
beide sind sehr freundlich,
sie kennen keinen Zwist.

Zu Hause ein Desaster,
Szenen wie im Thriller,
wenn er was getrunken hat,
dann wird er fast zum Killer.

Sie würde gerne flüchten
an einen fremden Ort,
doch ohne ihre Kinder,
da geht sie niemals fort.

Eines Tages schwört sie,
da kommt er abends Heim,
und ist mit seinem Alkohol
verlassen und allein.

Bis dies jedoch geschieht,
wird wohl noch viel passieren,
und so manches Wundmal,
ihren Körper zieren.

© Norbert van Tiggelen, 2009
www.norbert-van-tiggelen.de

 

Der zweite Text kommt von Thomas Heyroth, einigen vielleicht auch unter seinem Pseudonym „Nachtpoet“ bekannt

Hör auf dein Bild von dir zu leben


Mit achtzehn da gab man dich ihm in die Hand
alles war arrangiert, du hast ihn kaum gekannt
man lehrte dich lange Jahre gehorsam zu sein
es hieß : Zu seinem Mann da sagt man nicht Nein
Er selbst nahm es nicht sehr genau mit der Treue
und wenn er dich schlug tat er es ohne Reue
du senktest den Blick und beschwertest dich nicht
und du glaubtest zu schweigen wär deine Pflicht

Jeder hat es gesehen
aber keiner gefragt
es ist schwer zu verstehen
du hast dich nie beklagt

Hör auf dein Bild von dir zu leben
du weißt dir ist viel besseres bestimmt
er hat dir keine Freundlichkeit zu geben
verweiger dich der Hand die stets nur nimmt
Hör auf dein Bild von dir zu leben
das bist du nicht, das darfst du nicht mehr sein
er wird die Hand auch weiterhin erheben
in seinem Schatten bleibst du ewig klein

Du glaubtest ein Kind löse alle Probleme
dabei trat genau das Gegenteil ein
seine Wut steigert sich schnell ins Extreme
hört er wenn er heimkommt das Baby laut schrein
Wie lange willst du das noch ertragen
warum stellst du dich immer noch blind
du hast die Kraft ihm zu entsagen
wenn nicht für dich, tu es für das Kind

Jeder hat es gesehen
aber keiner gefragt
es ist schwer zu verstehen
du hast dich nie beklagt

Hör auf dein Bild von dir zu leben
du weißt dir ist viel besseres bestimmt
er hat dir keine Freundlichkeit zu geben
verweiger dich der Hand die stets nur nimmt
Hör auf dein Bild von dir zu leben
das bist du nicht, das darfst du nicht mehr sein
er wird die Hand auch weiterhin erheben
in seinem Schatten bleibst du ewig klein
Es bleibt ein Kampf mit ungleichen Waffen
du wehrst dich nie, du steckst immer nur ein
du mußt ein neues Bild von dir erschaffen
und ihn laß dort nie mehr hinein

Gedicht © Thomas Heyroth

Und der letzte Text kommt von Regine Swoboda aus Österreich

Geschlagene Liebe


Du sagtest du liebst sie und schlugst ihr ins Gesicht,
das war alles, nur Liebe war es sicher nicht.

Fügtest ihr zu, nicht nur körperlichen Schmerz,
nein, gebrochen hast du ihr das Herz.

Gedemütigt hast du sie und klein gemacht,
sie dabei noch verhöhnt und ausgelacht.

Du sagtest ihr sie wäre selber Schuld daran,
denn man widerspricht nicht seinem Mann.

Sie wollte sich wehren und konnte es nicht,
geweinte und ungeweinte Tränen nahmen ihr die Sicht.

Zerschmettert hast du ihre Kraft,
dir immer gedacht das sie es doch nie schafft.

Doch sie konnte sich von dir befrein,
denn ihre Seele war nie dein.

Sie fand einen Weg vor dir zu fliehen,
sich aus deiner Dunkelheit zu entziehen.

Sie hatte für sich nur diese eine Wahl,
um rauszukommen aus dieser Qual.

Lies fallen sich in Krankheit,
ja, dies war ihre Möglichkeit.

Sie entschied sich in ihrer ganzen Not,
nicht für´s Leben sondern für den Tod.

© Regine Swoboda
26.01.2012