Mal wieder typisch

Im Juni 2016, genauer gesagt eigentlich schon am 22. Mai 2016 sind wir nach Wallenborn gezogen. Da zwischen unserem letzten Wohnort und hier rund 400km liegen, musste ich auch sämtliche Ärzte wechseln.

Beim Hausarzt hatte ich im zweiten Anlauf Glück, da fühle ich mich jetzt gut aufgehoben, verstanden und fachlich gut beraten. Schwieriger gestaltet sich die Suche nach einem Psychiater, den ich leider brauche, da der Rententräger ja immer sehr darauf schaut das man auch bei einem Facharzt in Behandlung ist.

Gestern dann endlich Termin, in Wittlich, auch nicht gerade um die Ecke. Doch das war die einzige Praxis wo ich überhaupt einen Termin bekommen habe. Mein Eindruck, hätte ich mir auch sparen können. Der Termin wurde um 1,5 Stunden überzogen. Ich betrete das Sprechzimmer, der Arzt am Telefon, er würdigt mich keines Blickes. Nach Beendigung des Telefonates, kein guten Tag, keine Vorstellung nur die Frage was kann ich für sie tun. Ein paar Eckdaten abgefragt, Rezept ausgestellt, eine Liste mit Therapeuten (weiß nicht die wie vielte ich jetzt habe) in die Hand gedrückt und mir eine Therapeutin empfohlen weil sie sich auf Traumatherapie spezialisiert hat, was er mir nicht gesagt hat, sie nimmt nur Privatpatienten 🙁 Wir sehen uns halbjährlich und das war es. Kein auf Wiedersehen oder alles Gute. 🙁

Als ich nach Hause komme fragt mein Mann „Und wie war es?“ Ich konnte nur antworten „Psychiater eben.“ Denn dieser Arzt passt genau in dieses Klischee welches ich vom Psychiater habe. Desinteressiert, kurz angebunden, abgelenkt und absolut nicht vertrauensbildend. Dazu die endlos lange Wartezeit über den eigentlichen Termin hinaus, ergab ein komplett negatives Bild.

Weiter suchen? Oder zweimal im Jahr in den sauren Apfel beißen? Ich weiß es noch nicht. Muss da noch drüber nach denken.

Auch sonst merke ich, das ich momentan überhaupt nicht belastbar bin. Koffer packen und abhauen, das wäre es im Moment. Doch wohin und wovon?

Der MDK lässt sich auch Zeit, im Januar den Antrag gestellt und bisher noch kein Termin für eine Begutachtung. Mein Sohn hat da vergangene Woche angerufen und bekam zur Antwort das kann noch dauern. Durch die Umstellung haben wir viele Anträge. Sicherheitshalber in weiser Voraussicht wurde schon im vergangenen Jahr beschlossen, in 2017 komplett auf die 5 Wochen Frist zu verzichten und zudem auch den Antragstellern keine Entschädigung in Höhe von 70 € pro angefangener Woche zu zahlen. Bis 31.12. bekamen Antragsteller deren Antrag nicht innerhalb von fünf Wochen entschieden war, oben genannte Ausgleichszahlung ab der sechsten Woche. Zwei Wochen zu spät den Antrag gestellt, aber das ist typisch für mich. Egal was ich anpacke, nichts läuft reibungslos.

Das triste Wetter ist auch nicht gerade geeignet meine Stimmung zu heben. Fühle mich einfach nur ausgebrannt und leer.