Man sollte nicht planen, denn….

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.

Blick auf Mürlenbach von der Bertradaburg

Heute vor einem Jahr lebten wir noch im Wohnmobil, erfüllten uns damit einen Traum. Eine schöne und abwechslungsreiche Zeit an die ich mich gerne erinnere. Was haben wir alles gesehen, Nordseeküste und Inland, Ostsee, Mecklenburg Vorpommern, Brandenburg, Thüringen, Westerwald, Sauerland. Viele interessante Orte kennen gelernt, das Leben in der Natur genossen. In so einem Mobil ist man viel näher dran an den Jahreszeiten, an der Natur, als in einer Wohnung.

Betradaburg, Innenhof, Mürlenbach

Trotzdem haben wir uns Ende April 2016 entschieden, unser Vagabundenleben auf Eis zu legen, sesshaft zu werden. Mit Sohn und Schwiegertochter zusammen in die Eifel zu ziehen. Eine Doppelhaushälfte im Ortskern, leider ohne Garten, sollte unser zukünftiges Zuhause sein. So wie es unsere finanziellen Mittel erlaubten, haben wir begonnen das Haus zu sanieren. Schnell stellten wir fest, ein ruhiges Leben auf dem Land bietet dieses Dorf eher nicht. An manchen Tagen ist es lauter als in einer Stadt. Rund um die Uhr ist hier Betrieb. Feld – und Waldwege sind beliebte Abkürzungen in die umliegenden Dörfer so das man immer auf der Hut sein muss. Ruhezeiten kennt man hier auch nicht, auch an den Wochenenden hört man ständig irgendwo Maschinen laufen. Selbst die Hunde haben hier ein Problem, obwohl man mitten im grünen wohnt, kaum die Möglichkeit mal frei zu laufen, Kontakt mit anderen Hunden wird unterbunden. Das hatten wir uns alles anders vorgestellt.

Waldspaziergang nahe Mürlenbach und Meisburg

Jetzt stehen wir an dem Punkt, das die Kinder uns mitgeteilt haben, das sie wieder zurück ins Rheinland ziehen. Unser Sohn hat beruflich hier keine Perspektiven, bei der Schwiegertochter sah das schon anders aus, Altenpfleger werden auch hier gesucht. Rettungssanitäter leider nicht. Es fällt mir schwer sie ziehen zu lassen, auch wenn ich die Entscheidung nach vollziehen kann. Gerade jetzt ist es wichtig das auch unser Sohn wieder einen festen Job und ein geregeltes Einkommen hat, denn sie haben gerade erfahren das sie Eltern werden.

Kletterhilfe mitbringen nicht nötig 🙂

Uns trennen dann wieder 150 km. Da ist nicht mal eben treffen wir uns auf einen Kaffee? Schade, auch im Hinblick auf das zu erwartende Enkelkind. Es wäre schön dieses hier im Haus aufwachsen zu sehen.

Wanderparkplatz zwischen Mürlenbach und Meisburg

Wir planen jetzt nicht mehr, sondern werden sehen was die nächste Zeit bringt. wirklich Zuhause fühle ich mich hier nach 11 Monaten immer noch nicht. Die sozialen Kontakte im Dorf beschränken sich auf eine Handvoll Menschen. Mir fehlt die Nähe zur Natur, morgens schon mit Vogelgesang geweckt werden, war etwas was ich lieben gelernt habe und worauf ich hier verzichten muss. Ich liebte es wenn die Sonne mich früh am Morgen wach gekitzelt hat, auch das habe ich hier nicht, denn sie kommt erst sehr spät da sie hinter dem Berg aufgeht.

Lucy wartet geduldig während ich fotografiere

So jetzt aber genug gejammert, jetzt wird wieder nach vorne geschaut. Heute steht erstmal ein Termin an und dann mal sehen was der Tag noch bringt. euch allen einen schönen Dienstag.

Manchmal würde ich gerne mit ihm tauschen