Nachgedacht

Guten Morgen, heute bringe ich einige Gedankenschnipsel mit. Wenn man wie ich viel im Netz unterwegs ist, liest man sehr unterschiedliche Sachen. Einiges wo man herzhaft lachen kann. Manches was einen nachdenklich macht, trauriges, tiefsinniges und interessantes. Die letzte Woche brachte von jedem etwas. Manches vergisst man schnell wieder, und anderes beschäftigt dann schon länger.

Was mich immer wieder beschäftigt sind Kommentare zu Beiträgen, wo Menschen sich öffnen, einen tiefen Blick in ihr inneres oder in ihre Lebenssituation zulassen. Meist gepaart mit einer Frage. Wenn dann 20 Kommentare kommen, kann man sicher sein das mindestens die Hälfte den Ursprungstext nicht gelesen oder nicht verstanden hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unter anderem bin ich in einer Gruppe, wo man die Möglichkeit hat ohne viel Geld einfach mal andere Luft schnuppern zu können. Die eine Seite bietet eine Unterkunft und erwartet dafür eine Gegenleistung. Die andere Seite hat nicht viele finanzielle Möglichkeiten, oder möchte den Urlaub einfach dazu nutzen sich irgendwo mit einzubringen. Klingt doch super oder? Wäre es sicherlich auch, wenn es da nicht immer wieder so hässliche oder oberflächliche Kommentare geben würde. Das ist immer dann der Fall, wenn sich jemand öffnet, ehrlich sagt das er nicht viel Geld hat und trotzdem mal raus möchte. Aber auch umgekehrt, wenn die Erwartungen der Wohnungsgeber für manche als zu hoch angesehen werden, oder die Unterkunft nicht fein genug ist. einfach über solche Texte weg sehen geht leider nicht, man muss dann seine negativen Kommentare dazu geben, und es geht dann endlos so weiter weil viele sich ebenfalls reinhängen. Der Ursprungstext bleibt dabei völlig auf der Strecke.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich bin mit vielen in einer virtuellen Freundschaft verbunden, die wie ich psychische Probleme haben und dazu auch einen Blog führen. Wir alle kennen das Problem, sobald wir uns öffnen, auch dazu stehen wenn es mal nicht rund läuft, kommen sie aus ihren Löchern als hätten sie nur darauf gewartet. Die Kommentatoren die nur mit Unverständnis reagieren, teilweise gehen ihre Postings unter die Gürtellinie. Immer wieder lese ich, ich ziehe mich zurück, gebe nicht mehr soviel persönliches preis. Es fühlt sich so an, als wenn manche Menschen nur darauf warten, jemanden der am Boden liegt, völlig zu vernichten. Anstatt einfach mal die Hand zu greifen und zu sagen, zusammen schaffen wir das. Meist passiert dieses öffnen in Gruppen deren Einstellung auf geschlossen steht. diese sind von außen nicht einsehbar und der Ersteller sollte darauf vertrauen können, das alles was er schreibt in dieser Gruppe verbleibt.

Natürlich gibt es sie auch, die Menschen die helfen wollen. Zwar nicht viele aber es gibt sie. Man kann sie in zwei Gruppen unterteilen. Rund 20% helfen weil es ihnen wirklich ein Bedürfnis ist. Sie helfen ohne wenn und aber, stellen für ihre Hilfe keine Bedingungen. Ihre größte Belohnung ist es, wenn die Hilfe ankommt und es dem gegenüber wieder besser geht. Die zweite Gruppe hingegen hilft, um sich selbst in ein gutes Licht zu setzen. Der Hilfsbedürftige ist da eher nebensächlich und beliebig austauschbar. Hauptsache alle sehen wie toll ich bin, wie selbstlos und klatschen mir Applaus. Der Empfänger der Hilfe muss natürlich besonders laut und ausgiebig klatschen. Macht er dies nicht, ist also undankbar dann geht es los. Es wird kein gutes Haar an ihm gelassen. Notfalls werden sogar Lügen verbreitet um Misstrauen zu säen. Diese „Helfer“ scheuen sich dann auch nicht, Texte aus den geschlossenen Gruppen raus zu kopieren, oder aber entstellt und aus dem Kontext gerissen nach außen zu tragen. Der undankbare Hilfsbedürftige erfährt es meist nur über viele Ecken hinweg, welche Müllkübel über ihn ausgeschüttet werden. Es entsetzt mich immer wieder, wie rücksichtslos und egoistisch unsere Welt geworden ist. Ist es denn wirklich so schwer, einfach mal zu helfen ohne eine Gegenleistung zu erwarten? Ist es wirklich so schwer, einfach mal zu schweigen wenn man nichts produktives beitragen kann? Ist es wirklich so schwer, die Meinungen und Gefühle des gegenüber einfach mal zu respektieren?

Mittlerweile gibt es viele Bereiche wo die Menschen sich in zwei Lager teilen und dann gegenseitig einen regelrechten Krieg führen. Jeder behaart auf seiner Meinung, Lebenseinstellung und diese ist dann die einzig richtige und der andere muss das doch lernen verstehen. Sehr oft gleiten dann solche Grundsatzdiskussionen in persönliche Angriffe und Beleidigungen ab. Die Belehrungen von sogenannten Halbgöttern zu allen möglichen Themen sind da noch das kleinste Übel, obwohl auch sie nerven können.

Gestern Abend bin ich zufällig auf einen Beitrag gestoßen, der schon etwas älter war, es ging um den Kulturschock DeutschlandSteffi berichtet darüber wie schwer es ihr fällt nach einem Aufenthalt in Portugal wieder in Deutschland anzukommen. Wie gravierend die Unterschiede sind zwischen dem Leben dort und hier. Aber auch wie erschrocken sie ist, das sie die Leichtigkeit nicht behalten kann, sondern sich plötzlich in deutschen Verhaltensmustern wiederfindet. In den Kommentaren findet man nur zustimmende Kommentare, und die beziehen sich auf verschiedenste Länder, nicht nur auf Portugal.

Während unserer Zeit im Wohnmobil, sind wir in Deutschland geblieben. Haben viele verschiedene Regionen kennen gelernt. Orte wo es die Leichtigkeit anderer Länder gibt, sind rar aber auch in Deutschland zu finden. Diese Geduld und Ausgeglichenheit haben wir teilweise auch gefunden. Am schlimmsten haben wir die Hektik und den Stress in ganz Mitteldeutschland empfunden und empfinden es immer noch. Je höher in den Norden wir kamen, umso entspannter wurde es, aber am enspanntesten fanden wir den Osten, so der Bereich Brandenburg, Mecklenburg Vorpommern. Bis in den Süden haben wir es ja leider nicht mehr geschafft. Ich kann mir sehr gut vorstellen wie es sein muss zurück zu kehren. Plötzlich wieder von Lärm, Stress und Hektik umgeben zu sein. Der Gedanke Koffer packen und weg ist auch mir nur zu bekannt. Ein halber Tag in einer Stadt reicht mir für mehrere Monate, wo ist das entspannte bummeln und Schaufenster gucken geblieben? Bleibt man stehen, wird man böse angeguckt, angerempelt und von anderen als Hindernis angesehen, denn sie haben es ja eilig. Den Krieg auf den Straßen und Autobahnen mag ich jetzt gar nicht näher beleuchten.

Ich freue mich jetzt erstmal auf ein paar Tage Auszeit. In wenigen Tagen geht es los. Ob ich am Urlaubsort Internet habe kann ich nicht sagen, wenn nicht, dann wundert euch nicht wenn Anfang Juli hier auf der Seite nicht viel passiert. Ich werde alle Eindrücke festhalten und anschließend hier berichten. Wenn das Netz mitspielt, dann werde ich natürlich zeitnaher unsere kleinen und großen Erlebnisse erzählen.