Erste Schritte

Jo reggelt, guten Morgen wünsche ich euch. Heute sind wir schon den sechsten Tag hier, bisher hatten wir nur schönes und teilweises heißes Wetter, so das sich auch mein Rhythmus schon geändert hat. Statt Morgens erstmal endlos am PC zu sitzen, heißt es alle Aufgaben so früh wie möglich erledigen. Ab Mittag schwitzt man schon wenn man die Finger beim tippen auf der Tastatur bewegt 🙂 

Eins haben wir in den wenigen Tagen schon gespürt, hier ist man interessiert an den Neuankömmlingen. Man grüßt freundlich, und fragt nach, möchte erfahren wer das Gegenüber ist. Aber es wirkt nicht neugierig sondern es fühlt sich an wie echtes Interesse. Sie reden aber auch offen über ihr eigenes Leben, somit erfolgt das kennen lernen wirklich in Gegenseitigkeit.

Unsere direkten Nachbarn sind schon seit 38 Jahren hier und fühlen sich immer noch wohl. Es gab eine Zeit da sprach in diesem Dorf jeder Deutsch, einige die wir gesprochen haben konnten als Kinder gar kein ungarisch. Dies änderte sich erst, als die deutschen im Krieg Ungarn verlassen mussten. Doch auch heute noch sprechen viele Deutsch. 

Wann war ich eigentlich in Deutschland das letzte Mal in der Kirche? Ich kann mich daran nicht mehr erinnern. 🙂 Hier waren wir am Sonntag in der Kirche. Nicht weil uns die Kirche wichtig ist, aber es ist uns wichtig das es auch weiterhin zweisprachige Gottesdienste gibt. In vielen Gemeinden gibt keine mehr, weil es nicht genügend Interesse gibt. Für uns war es eine gute Gelegenheit die Menschen hier zu treffen und erste Worte mit ihnen zu wechseln. Während des Gottesdienstes haben wir gelernt, das wir mit dem ungarischen ganz von vorne beginnen müssen und wie die Erstklässler das ABC lernen müssen. 🙂 Denn nicht immer ist ein a auch ein a, ei wird wie e+i ausgesprochen. das s ist unser sch usw. Ich denke wenn man das verinnerlicht hat sehen auch manche Buchstabenkombinationen gar nicht mehr so abenteuerlich aus. 🙂 Ich hoffe es zumindest. 

Heute möchte ich eigentlich die Küche fertig bekommen, mal schauen ob mir dies gelingt, oder es plötzlich wieder etwas anderes zu tun gibt. Wie z.B. der Versuch die Satellitenschüssel auszurichten um nach Stunden dann doch entnervt und enttäuscht aufzugeben 🙂 Irgendwie sind wir dafür einfach zu dämlich, andere brauchen fünf Minuten und wir vertrödeln den halben Tag ohne Ergebnis. 🙂 

Jetzt seid ihr wieder auf dem aktuellen Stand, und ich kann beruhigt an meine Tagesaufgabe gehen. Da ich natürlich noch keine Zeit für ausführliche Touren habe, sind auch einige Bilder aus dem Urlaub mit dabei

Sommer, Sonne und gute Laune

Jo Napot kivánok, ich wünsche euch einen schönen Tag.

Am Mittwoch war es ja endlich soweit, wir haben den Transporter beladen und die Eifel Richtung Ungarn verlassen. Doch wie es bei uns leider sehr oft der Fall ist, ging auch dieser Tag nicht ohne Pannen vonstatten. Doch dieses Mal muss wirklich ein Schutzengel oder direkt eine ganze Heerschar über uns gewacht haben. Doch der Reihe nach.

Unser Transporter kam ja direkt aus Ungarn und auf so langen Strecken kann man noch so gut planen, die Ankunftszeit verzögerte sich, dank Staus, Kontrollen an der Grenzen und den vielen Baustellen. Da wir aber schon gut vorgearbeitet hatten war am späten Vormittag alles verladen, ein letzter Rundgang und wir zogen die Türe hinter uns zu. Ein unschönes Kapitel war vorbei.

Um 12:30 Uhr waren wir auf der Autobahn, und wir hofften gegen 02.00 Uhr an unserem Ziel anzukommen. Doch wir kamen nicht weit. Das Auto gab plötzlich komische Geräusche von sich, wenn ich die Bremse trat war es weg, gab ich Gas wurde es lauter. Achim meinte noch, das kann nur wieder der Auspuff sein. Als dann noch die Motorwarnleuchte anging, sah ich uns schon am Straßenrand stehen. Vollgepackt, mit Hund und einem defekten Wagen.

Lucy an der langen Leine, noch ist das Grundstück nicht ausbruchssicher. Doch knapp 30m Leine geben ausreichend Freiraum um sich ihre neue Heimat zu erobern

Zum Glück kamen aber auch Achim die Geräusche komisch vor, und so fuhren wir in Montabaur von der Autobahn ab. Direkt an der Autobahn gelegen ein Industriegebiet und dort fanden wir eine freie Werkstatt. Top, sofort war ein Monteur für uns da. Er fuhr mit Achim eine kleine Runde und diagnostizierte Antriebswelle vorne links. Sauber das hat uns gerade noch gefehlt. Er bat uns Lucy aus dem Wagen zu holen, damit er diesen auf die Bühne fahren konnte. Achim ging mit in die Halle und ich suchte mir mit Lucy ein schattiges Plätzchen.

Die nette Damen vom Service hat uns gesehen und kam mit einer Schale Wasser für Lucy hinaus, und bot auch mir etwas zu trinken an. Fand ich wirklich zuvorkommend. Es verging fast eine Stunde bis Achim, der Monteur und unser Wagen wieder ums Eck kamen. Nach einer kleinen Proberunde gab der Monteur uns grünes Licht für die Weiterfahrt. Es war zum Glück nicht die Antriebswelle die hinüber war. Es waren nur vier lockere Radmuttern, die wieder festgezogen werden mussten. Laut Aussage des Monteurs wären wir vielleicht noch 10, 20 km gekommen dann hätten wir das Rad verloren. Mir wurde erst mal schlecht, dann kalt, dann heiß und dann wurde mir bewusst wie viel Glück wir gehabt hatten. Warum sich alle vier Muttern gelöst hatten, obwohl der letzte Radwechsel schon eine Weile her war, wird wohl immer ein ungelöstest Rätsel bleiben.

Mit zwei weiteren Stopps, einmal um endlich etwas zu essen und einmal um zu tanken ging es dann aber reibungslos weiter. Wir blieben von Staus verschont auch wenn es zwischendurch immer mal wieder ein bisschen stockte. So kamen wir um viertel vor vier in der Früh endlich an. Beide müde mit nur noch einem Wunsch, ein paar Stunden schlafen bevor unsere Sachen ankommen. Wir haben uns riesig gefreut als wir sahen das unsere Vermieterin uns schon die Betten gemacht hatte.

Echte Freunde sind herzlich willkommen

Gegen Mittag kamen dann unsere Sachen, und wie versprochen hatten wir viele zupackende Hände, 16 an der Zahl. Der Wagen war so schnell leer das ich es fast nicht glauben konnte, es hatte keine Stunde gedauert. Schon das zweite positive Erlebnis in Ungarn. Erst die gemachten Betten, dann die Hilfe beim ausladen. Aller guten Dinge sind drei, Nachmittags zeigten uns die Vermieter dann, das sie sowohl die Wasseruhr als auch den Stromzähler haben austauschen lassen, beides stand auf Null. Das nenne ich wirklich korrekt, und es fühlte sich nach all den negativen Erfahrungen der letzten Zeit richtig gut an.

Gestern haben wir dann angefangen, ein wenig zu räumen und sauber zu machen. Das Haus stand zwei Jahre leer und somit kommt vor dem Möbel aufbauen und einräumen das putzen. Daher gibt es auch noch keine Bilder von drinnen, denn noch sieht es hier aus wie Kraut und Rüben, und die Sucherei in den Kisten wird wohl auch noch ein paar Tage dauern. Aber wir haben ja Zeit, erwarten ja noch keine Gäste.

Jetzt seid ihr wieder auf dem laufenden, von daher beende ich den ersten Lagebericht. Da das Internet doch ganz gut funktioniert, wie immer im gewohnten Rhythmus so alle paar Tage etwas neues mit neuen Bildern.