Vier Wochen Erfahrungen und Eindrücke

Guten Morgen, jo reggelt, heute vor vier Wochen im Morgengrauen sind wir angekommen. Ich glaube jetzt um die Zeit bin ich, nach viel zu wenig Schlaf, aus dem Bett gekrabbelt. Das warten auf unsere Möbel begann. Das wir trotzdem ein paar Stunden schlafen konnten, hatten wir unseren tollen Vermietern zu verdanken, die uns zwei Betten bezogen haben. Es waren in dem Haus ja einige Möbel vorhanden, unter anderem auch zwei Schlafzimmer. Einige werden wir auf jeden Fall weiter nutzen, andere kommen in den Anbau und werden dort eingelagert.

Immer wieder merken wir das wir noch viel zu deutsch denken und empfinden. 🙂 Vieles was hier normal ist, ist uns doch noch fremd. Es beginnt bei Terminen, diese sind ein Anhaltspunkt, aber ganz sicher kein fester Zeitpunkt den man planen kann. Diese Woche wieder passiert, Termin am Mittwoch, Monteur kommt schon am Dienstag. 🙂 Blöd nur, das ich nicht viel Bargeld im Haus habe und ihn sicher nicht bezahlen kann. In Deutschland wäre der Handwerker sicher wieder gefahren, hier nicht. Er glaubte mir, als ich ihm versicherte ich komme morgen früh ins Geschäft und bezahle dort.  Es gibt auch die andere Seite, Termine werden gemacht, aber nicht eingehalten. Von daher werden wir uns alle Adressen notieren, von denen die uns zuverlässig erscheinen.

Ist das Leben in Ungarn wirklich günstiger?

Eine Frage die oft gestellt wird, und gar nicht so einfach zu beantworten ist. Man kann günstig leben wenn man geschickt einkauft. Der Unterschied zwischen den großen Ketten und einheimischen Läden und Märkten ist mehr als deutlich spürbar. Natürlich erhalte ich in den kleinen Läden keine deutschen Produkte, muss mich also umstellen, probieren, austesten und auch mal auf die Nase fallen 🙂 Hier nachlesen

Für uns persönlich würde ich sagen, das wir hier sehr gut leben können. In Deutschland hätten wir uns entscheiden müssen, leben oder Anschaffungen machen. Hier haben wir einige Anschaffungen gemacht, waren mehrfach essen, haben dreimal getankt und zählen trotzdem noch nicht die Tage bis zum Monatsende. Wobei wir sicher beim einkaufen das ein oder andere Mal falsch zugegriffen haben und dann feststellten das war ja auch kein ungarisches Produkt. Aber wir lernen ja noch, sind ja erst vier Wochen hier.

Wo wir gerade beim Thema lernen sind, merke ich jetzt doch, ich bin keine zwanzig mehr. In der Schule fiel mir englisch nicht schwer, ich musste nicht pauken. Jetzt merke ich das ich wirklich intensiv lernen muss um die ungarischen Vokabeln zu lernen. Ich habe ein gutes Programm gefunden, doch beim Vokabel abfragen merke ich das ich mich sehr schwer tue mich an die gelernten Worte zu erinnern. Wobei Worte geht ja noch, Sätze sind da schon schwieriger. Vielleicht bin ich auch einfach zu ungeduldig.

Das Leben hier ist eindeutig entspannter, ich erzählte gestern unserem Nachbarn das wir jetzt einen Zaun gebaut haben damit die Hunde nicht mehr abhauen können. Er erzählte mir dann das unsere Lucy ihn und seine Hunde regelmäßig besucht hat. Sie ist unter dem einen Schuppen durch und war dann bei ihm. Für ihn völlig normal und überhaupt kein Problem. In Deutschland hätte das sicher für einen Nachbarschaftsstreit gesorgt. Hier hört man eigentlich Tag und Nacht irgendwo Hunde bellen, auch das ist völlig normal und niemand regt sich über die Kläffer auf. Einige Hunde drehen täglich ihre Runden durchs Dorf, und gehen dann wieder nach Hause. Niemand scheint Angst zu haben das den Hunden etwas passiert, so locker sind wir noch lange nicht, aber vielleicht kommt das ja noch.

Vier Wochen Ungarn, die Zeit ist schnell vergangen. Überwiegend bestand sie natürlich aus einrichten, zurecht finden also eigentlich aus ankommen. Milch, Käse und Quark beziehen wir von unseren Vermietern, Gemüse und Kartoffeln von der Gemeinde, die Tage werde ich mal zu unserer Imkerin gehen und mir Honig besorgen. Vom ungarischen Brot haben wir uns verabschiedet, da ist uns selbst gebackenes doch lieber, vor allem sättigender. Das ist aber bisher das einzige wovon wir uns nicht trennen können. Im Oktober werden wir jetzt die Anmeldung in Angriff nehmen, unsere Vermieterin hat versprochen uns dabei zu unterstützen. Nicht das wir auf dem Amt etwas unterschreiben und dann eine Waschmaschine geliefert bekommen 🙂

Gleich stehen meine Schlafmützen, Lucy und Achim, auf, und ich werde dann hier mal wieder klar Schiff machen. Durch den Zaunbau ist hier drinnen einiges liegen geblieben, und Heinzelmännchen die dies still und leise über Nacht erledigen gibt es leider auch in Ungarn nicht. 🙂 Euch allen einen schönen, entspannten oder produktiven Tag.