Satellit abgestürzt?

Man glaubt es kaum, doch trotzdem ist es wahr. Satelliten TV funktioniert überall, und sollte eigentlich auch von jedem einzurichten sein.

Wir haben es diese Woche versucht, einen ganzen Nachmittag ohne Erfolg. Nicht einen Sender haben wir gefunden, und unser Satellitenfinder ist unauffindbar. Gut es ist noch Sommer und man kann die Abende anders verbringen als faul vor dem Fernseher zu liegen, wobei heute wäre so ein Tag wo das lümmeln auf der Couch ganz sicher nicht verkehrt wäre. Wir kratzen mal gerade an den 20 Grad und es ist immer noch sehr feucht draußen, auch wenn es nicht mehr regnet.

Nachdem wir es also nicht geschafft haben, fragte ich einer Ungarngruppe um Hilfe. Ich habe tatsächlich jemanden gefunden, er bot uns seine Hilfe an. Heute Morgen kam er dann, er war sich bestimmt nicht sicher das er es hin bekommt, denn er brachte sich tatkräftige Unterstützung mit 🙂

Rund vier Stunden haben wir, oder besser die zwei benötigt um fest zu stellen das vielleicht das neue LNB kaputt sein könnte. 🙂 Zum Glück hatte unser Retter noch sein altes LNB im Auto. Siehe da, recht schnell war ein Satellit gefunden.

Der Sendersuchlauf hörte gar nicht mehr auf zu finden, am Ende waren es 2603 Sender die gefunden wurden. Wahnsinn, so viele Sender hatten wir noch nie zur Auswahl.

Jetzt haben wir aber schon wieder ein Problem, neben ungarisch müssen wir jetzt russisch, arabisch, türkisch, senegalesisch und weitere undefinierbare Sprachen lernen, denn sonst nutzt uns keiner der 2603 Sender etwas 🙂 Es gab darunter nicht einen deutschen Sender. 🙂

Die Satellitensuche ist jetzt vertagt auf morgen. Ich werde berichten welche Sprachen wir letztendlich lernen müssen damit wir von unseren vielen Sendern dann auch wirklich etwas verstehen. 🙂

 

Unterwegs auf Ungarns Straßen

Jo estet kivanok, ich wünsche euch einen schönen Abend. 

Wir haben uns heute eine Auszeit gegönnt und Kisten, Kisten sein lassen. Unser Ziel war Fonyod, dort wollten wir den so häufig angepriesenen Markt besuchen. Petrus war auch auf unserer Seite und ließ sogar die Sonne durch die Wolken blinzeln. Als ich heute früh aufgestanden bin regnete es und jetzt auch wieder. Doch unseren Bummel durften wir trocken genießen.

Wochenmarkt, man kennt es ja aus Deutschland, eine Handvoll Stände mit regionalen Produkten und ansonsten jede Menge Händler mit allerlei Plunder. So war es zumindest die letzten Jahre in den Regionen in denen wir gelebt haben. 

Ganz anders heute in Fonyod. Wir waren insgesamt knapp drei Stunden unterwegs, und ob wir wirklich alle Gänge gesehen haben wage ich zu bezweifeln. Obst und Gemüse? Wurst und Käse? Kein Problem die Auswahl erschlägt dich. Brot, Kuchen, Honig, Marmeladen auch reichlich zu finden. Auch hier gibt es Kleidung auf dem Markt, doch nicht so ein Plunder und Einheitskram wie in Deutschland. Fast an jedem Stand hätte ich kaufen können, überall gab es etwas das mir gefiel. Ich habe mich für den Übergang auf zwei Westen beschränkt, meine jetzige kann wohl der beste Schneider nicht mehr retten. 

Haushaltswaren gab es auch, von Töpfen, über Holzlöffel bis hin zu Weidenkörben und Stühlen. Natürlich gab es auch ein paar Stände an denen man Kitsch kaufen konnte, so ganz ohne kommt wohl kein Markt aus. Eine Ecke gehörte den Trödlern, ähnlich wie in Deutschland hatten die Händler ein breites Warenangebot.

Man merkte gleich das Fonyod fest in Touristenhand ist, überall hörte man Deutsch, und auch alle Händler mit denen wir sprachen konnten Deutsch. Der holländische Käsemann war total erstaunt das ein Deutscher in Ungarn nach Komijn Käse fragt 🙂 Joachim war allerdings glücklich endlich mal wieder seinen Lieblingskäse gefunden zu haben.

Nach dem Markt mussten wir noch einen kleinen Umweg zu unserem Umzugshelfer machen, seine Spanngurte lagen immer noch bei uns.

Auf dem Heimweg ist es dann passiert. Wir wurden von der Polizei raus gewunken, allgemeine Verkehrskontrolle. In Deutschland ist mir das bestimmt schon 25 Jahre nicht mehr passiert, hier habe ich nur eine Woche gebraucht 🙂 Aber es war eine ganz humane Kontrolle, Führerschein, Fahrzeugschein, ein Blick hinten aufs Nummernschild, nehme an wegen TÜV, dann durften wir weiter fahren. Da wir mittlerweile wissen das hier sehr viel kontrolliert wird, auch auf der Autobahn immer wieder Radarkontrollen sind, halten wir uns penibel an die Vorschriften. Wie in Deutschland mal eben zehn km/h schneller als erlaubt, würde ich mich hier nicht trauen. Wenn ich hier eine Knolle bekomme, dann weil ich wieder mal vergessen habe das Licht einzuschalten. Kann man eigentlich das Abblendlicht so mit der Zündung koppeln das es von allein an und aus geht? Leider wird Tagfahrlicht zwar geduldet, aber es entspricht nicht den Regeln, sonst wäre es natürlich am einfachsten dieses nachzurüsten.

Es regnet noch immer und für morgen sind die Aussichten ebenso bescheiden, aber am Montag werden es wieder 27 Grad und 12 Stunden Sonne, sagt die App. Die Natur braucht den Regen allerdings auch mal wieder, obwohl es hier erstaunlicherweise trotz großer Hitze und Trockenheit alles grün ist.