Zaunbau und andere Aktivitäten

Guten Morgen, es ist der erste Oktober und die Nacht war zum ersten Mal deutlich spürbar herbstlich. Als ich gegen sechs Uhr draußen war, zeigte das Thermometer nur 5 Grad an. Der Sonnenaufgang war allerdings herrlich und es verspricht wieder ein schöner Tag zu werden. Tagsüber reichen immer noch      T-Shirt und kurze Hose.

Wir sind ja lernfähig, und so waren wir am Freitag gut vorbereitet als es in den Baumarkt ging. Beim letzten Besuch dort haben wir nicht alles bekommen und die Auskunft erhalten das es dies hier nicht gibt. Die Onlineseite sagte allerdings etwas anderes. Achim hat sich alles raus geschrieben und mit Hilfe dieses Zettels haben wir dieses Mal auch alles bekommen. Es lag also tatsächlich an Verständigungsproblemen.

Gestern haben wir dann das Grundstück zur Straßenseite abgesichert und knapp 40m Zaun gezogen. Danach hatten wir uns dann ein gutes Essen verdient aber keine Lust noch selber zu kochen, also auf in unser Lieblingsrestaurant.

Auch gestern stellten wir dann wieder fest, das hier vieles ganz anders ist. War schon der original ungarische Gulasch, vor ein paar Tagen, nicht mit dem zu vergleichen was in Deutschland angeboten wird, so toppte gestern das Zigeunerschnitzel diese Erfahrung noch. Hier ist ein Zigeunerschnitzel paniert, mit reichlich frischer Knoblauch in der Panade, darauf kommt eine dicke Scheiben Bacon. Eine Soße sucht man vergeblich, ebenso wie den in Deutschland üblichen Paprika. Aber lecker war es und satt sind wir, wie immer dort, auch geworden. Einzigster Wermutstropfen gestern, das Lokal schließt am 24.Oktober bis Ostern 🙁 Da müssen wir wohl unsere Fühler noch mal ausstrecken, wo es denn auch den Winter über lecker Essen gibt.

Anschließend waren wir noch bei unseren Vermietern, durften leckeren ganz frischen Birnenschnaps probieren, konnten Fragen klären, Holz bestellen und ein wenig über die Unterschiede zwischen Deutschland und hier diskutieren. Manches Mal kam unsere Vermieterin an ihre Grenzen beim dolmetschen :-)Sie stellt sehr hohe Ansprüche an sich und entschuldigt sich viel zu oft wenn ein Satz grammatikalisch nicht ganz stimmt. 🙂 Ich wünschte mein ungarisch wäre  schon halb so gut, wie ihr deutsch. Aber das glaubt sie mir leider nicht, das ihr deutsch sehr gut ist.

Nach fünf Wochen Ungarn, haben wir gestern auch festgestellt, das es Achim hier sehr viel besser geht. In der ganzen Zeit hat er sein Asthmaspray vielleicht zwei oder dreimal benutzt, in Deutschland täglich mehrmals. Die Luft ist hier einfach eine andere und ihm scheint das sehr gut zu bekommen. Entgegen aller Unkenrufe, habe ich hier knapp sechs Kilo abgenommen. Dabei hieß es ja, das ungarische Essen sei nicht geeignet abzunehmen. Okay ich nasche hier nicht mehr so viel wie in Deutschland. Und habe natürlich wesentlich mehr Bewegung. Sieben Kilo möchte ich noch, dann wäre ich wieder auf meinem Wohlfühlgewicht. Ich bin zuversichtlich dies zu schaffen.

Diese Woche geht es auf jeden Fall in die Stadt, ich muss dringend zum Friseur, sehe einfach grausam aus. Dann werden wir auch ein wenig bummeln und mal einen Tag gar nichts tun. Eventuell wollen wir diesen Monat auch mal in die Therme fahren, aber auch das entscheiden wir spontan. Die ungarische Mentalität liegt uns, nicht alles planen und festlegen, sondern spontan agieren. Da man hier auch problemlos am Sonntag einkaufen kann, spielen noch nicht mal Wochentage eine wichtige Rolle.