Suchen und verhungern

Guten Morgen liebe Leser, auch heute wieder etwas zum schmunzeln.

Nachdem unser Fernseher ja mittlerweile funktioniert, die Abende länger und vor allem kälter werden, stellen wir fest, bequem sitzen wir an einem Fernsehabend nicht. Zwei schöne Fernsehsessel wären toll (das Wort toll gibt es im ungarischen auch, bedeutet dann aber Füller).

Das nächste Möbelhaus gibt es in unserer Kreisstadt, Achim hatte die Adresse im Netz gefunden. Also ab ins Auto und Fotel (Sessel) gucken. Ein Möbelhaus kannten wir eindeutig anders, ein kleiner Bereich mit neuen Möbeln, der Rest war ein Second Hand Laden. Da gab es eigentlich alles, nur keine Fotel. Interessant allerdings, man kann dort sein Altglas abgegeben und dort erwerben, 20 Forint pro Glas.

Wir waren dann noch ein wenig bummeln und ich wurde Eigentümerin eines neuen Bademantels, made in Ungarn. Ich wusste bis dahin nicht das in Kaposvár Textilien hergestellt werden, wieder etwas gelernt. Bei einem Imbiss beschlossen wir dann, an den Balaton zu fahren, unterwegs stehen viele Werbetafeln für ein Geschäft.

Ja, das sah schon eher nach einem Möbelgeschäft aus. Doch leider führte auch dieser Laden keine Fernsehsessel. Die nette Verkäuferin, die ausgezeichnet deutsch konnte, zeigte uns allerdings Kataloge und bot uns an das wir bestellen könnten. In zwei bis drei Wochen würden die Sessel dann direkt nach Hause geliefert und aufgebaut, kostenlos. Leider nur in sehr gediegenen Farben, und Probesitzen ist dann ja auch nicht möglich 🙁 Als wir nach farbigeren Modellen fragten, erzählte sie uns, das der einzige Hersteller die kleinen Händler nicht mehr beliefert. Er liefert nur noch an die großen, wie z.B. Kika in Budapest.

 

Noch relativ früh am Nachmittag, daher entschieden wir uns spontan auf zu Kika. Ein riesiges Möbelhaus über drei Etagen erwartete uns. Eine kleine Auswahl an braunen, schwarzen und weißen TV Sesseln erwartete uns. Farbige Modelle auch hier Fehlanzeige. Ein Zweisitzer, wo man beide Sitze einzeln auch in Liegeposition bringen konnte, gefiel uns trotzdem recht gut. Zwei normale farbige Sessel dazu, mit diesem Kompromiss könnten wir leben.

Wir fragten einen Verkäufer, wegen Lieferung. Ja natürlich würden die Möbel geliefert und aufgebaut. Er ging an seinen PC und zeigte uns dann einen Preis der uns fast umfallen ließ. 68000 Forint nur für die Lieferung, umgerechnet über 200 Euro 🙁 Nachdem wir ja vorher gehört hatten Lieferung und Aufbau umsonst, die Möbel zudem ein Kompromiss zu unseren eigentlichen Wünschen gewesen wären, lehnten wir dankend ab. Wenn schon Kompromiss, dann können wir auch den kleinen Laden am Balaton unterstützen.

Mittlerweile war es schon dunkel geworden und wir beschlossen nach Hause zu fahren, irgendwo unterwegs einen Rastplatz anfahren und eine Kleinigkeit zu Abend zu essen. Eigentlich unvorstellbar, es war kurz nach 19 Uhr, wir fuhren nacheinander 5, ja wirklich FÜNF, Rastplätze an und an keinem bekamen wir etwas zu essen. Überall waren die Gaststätten schon geschlossen. Was machen die Berufskraftfahrer?

Nach dem fünften Fehlversuch sind wir dann von der Autobahn runter, in der Hoffnung in einer der Ortschaften noch etwas zu bekommen. Tatsächlich fanden wir dann auch ein offenes Lokal, entschieden uns beide für eine sehr schmackhafte Pizza und stillten unseren Hunger. Knapp dem Hungertod entronnen.

Um 22 Uhr waren wir dann endlich wieder zuhause und wurden stürmisch begrüßt, nein fast aufgefressen, denn die beiden hatten auch Kohldampf 🙂 Wir waren rund zwölf Stunden unterwegs, so lange haben wir sie noch nie alleine gelassen. Beide wurden ausgiebig begrüßt, dann haben wir die zwei noch versorgt, ein wenig vor dem TV entspannt und sind dann müde ins Bett gefallen.

Gleich steht das nächste Abenteuer an, anmelden in Ungarn, laut unseren Vermietern ist das hier im Ort möglich, es kommt extra jemand ins Dorf der dies macht. Wir sind gespannt und werden berichten.

2 thoughts on “Suchen und verhungern”

  1. Liebe Gabriele das ist ja ein Staatsakt gewesen. Womit man bei uns in Deutschland uberflutet wird ist dort Mangelware. Weiss von unseren ungarischen Freunden und Vermietern das sie für solche grösseren Aktionen immer nach Österreich gefahren sind weil Ungarn nur Einheits Möbel hat. Zu unseren Urlaubs zeiten fuhren immer LKW s durch die Straßen welche oben offen waren und man sehen konnte was sie geladen hatten .z.b. Rief er mit dem Megaphon heute Schlafzimmer und er hatte 2 identische Schlafzimmer geladen.Andere Länder andere Sitten. Hoffe das ihr noch 2 bequeme sessel bekommt denn der Winter ist lang . Wünsche euch heute viel Erfolg beim Anmelden 🍀 und hoffentlich ohne Komplikationen 👍liebe Gruße aus Monheim am Rhein an dich deine Lieben und knuddel die 2 süssen Hunde 🐾

    1. Liebe Birgit, wir haben das wie so vieles andere mit Humor genommen, auf diese Weise sind wir raus gekommen, habe unterwegs eine tolle Herbstlandschaft genießen dürfen und in Budapest einen phänomenalen Sonnenuntergang. Ideen für die Restaurierung einiger unserer Kommoden gab es zudem auch noch gratis. 🙂
      Die Anmeldung heute sollte wohl noch nicht sein, das Bürgermeisteramt war nicht besetzt 🙂 Dafür kam dann unser für morgen oder Donnerstag avisiertes Holz schon heute 🙂 Eins haben wir in den sechs Wochen hier auf jeden Fall schon gelernt, Flexibilität und Geduld sind Grundvoraussetzungen, sonst kannst du nicht in Ungarn leben 🙂 Sende dir sonnige Grüße und zwei Schlabberküsse von den Fellnasen.

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