Albtraum aller Eltern

Du möchtest dein Kind im Krankenhaus besuchen und bekommst mitgeteilt dein Kind ist nicht mehr da, es wurde zu einer Pflegefamilie gebracht.

So geschehen vor wenigen Tagen in NRW.

Die jungen Eltern, beide 27 Jahre alt, haben viel auf sich genommen damit sie überhaupt ein Baby bekamen, fast drei Jahre nach absetzen der Verhütung war es dann endlich soweit. Sie durften sich auf ein Baby freuen. Eine Zervixinsuffienz, vorzeitige Wehen machten die Schwangerschaft nicht gerade zu einem Spaziergang. Der verwendete Wehen hemmen, sollte heute nicht mehr eingesetzt werden, und es wird dringend geraten dieses Medikament in der gesamten Schwangerschaft zu meiden. Da es unter anderen zu Blutungen beim Ungeborenen führen kann. Trotzdem wendet die Klinik dieses Rheumamittel entgegen der Empfehlung immer noch an. Es handelt sich um um das Präparat Indomethacin. Zitat aus Netdoctor: Indometacin kann die Wehentätigkeit im dritten Schwangerschaftsdrittel beeinflussen und eine schädliche Wirkung auf das ungeborene Kind haben. Daher sollte es während der gesamten Schwangerschaft nicht angewendet werden.

14 Tage vor dem errechneten Termin ist es dann soweit, das Kind kommt mit einem wahnsinnigen Tempo auf die Welt. Von der ersten wirklich registrierten Wehe bis zur Geburt vergehen vier Stunden, das Kind hat bei der Geburt die Nabelschnur um den Hals.

Uneingeschränkt glücklich sind die Eltern trotzdem nicht. Das Kind ist von Anfang an auffällig, überstreckt sich, rollt die Zunge zum nach oben zum Gaumen und saugt nicht an der Brust. Die Mutter hat zudem keine ausreichende Milch Bildung und so wird das Kind leider zum Flaschenkind. Die Blutwerte des Kindes, die Nieren und Hüfte sind auffällig. Trotzdem werden Mütter und Kind nach nur drei Tagen gemeinsam aus der Klinik entlassen. Kein Hinweis auf die festgestellten Schwierigkeiten wird den Eltern mitgegeben.

Zuhause werden die Eltern von einer Familienhebamme betreut die Ihnen bei allen Fragen zur Seite steht und auch das Gewicht regelmäßig kontrolliert. Das Kind nimmt in den nächsten 20 Tagen rund 600g zu und entwickelt sich gut. Auch ist sie ein ruhiges und zufriedenes Kind solange ihre Bedürfnisse nach Nahrung, Windel und Nähe erfüllt werden.

Achtzehn Tage nach der Entlassung erste Auffälligkeiten, das Kind hat nicht so guten Appetit und schläft sehr viel. Vermutlich hat es sich bei den Eltern angesteckt die beide eine leichte Erkältung haben.

Zwei Tage später wirkt das Kind am Morgen apathisch, schlapp und verweigert die Nahrungsaufnahme. Grund genug für die Eltern sich Sorgen zu machen, daher bringen sie ihr Kind in das Krankenhaus wo es auch geboren wurde.

Der Albtraum beginnt. Laut Aufnahmeprotkoll ist das Kind seit der Geburt geschrumpft, sie ist jetzt 2cm kleiner als bei der Geburt, und ihr Gewicht liegt laut Protokoll 300g unter dem Geburtsgewicht. Die ersten Untersuchungen, darunter auch ein Ultraschall des Kopfes, ergeben noch keine Diagnose, trotzdem kommt das Kind auf die Intensivstation und wird mit verschiedenen Antibiotika behandelt. Am Nachmittag wird der Verdacht sie habe ein Loch im Herzen geäußert, dies müsse aber noch genauer abgeklärt werden. Im weiteren Verlauf wird über diesen Verdacht allerdings nicht mehr gesprochen.

Das Kind wird von den Ärzten und Schwestern als unruhig, lichtempfindlich und schreckhaft wahrgenommen. In den Armen der Eltern ist sie hingegen ruhig und schläft entspannt.

Nach drei Tagen auf der Intensivstation plötzlich die Diagnose Hirnblutung. Das Kind krampft und überstreckt sich. Das Ultraschall des Kopfes am ersten Tag gab darauf aber keinerlei Hinweise. Und das obwohl eine Hirnblutung gerade bei einem Neugeborenen durch Ultraschall sichtbar gemacht werden kann.

Trotzdem bestätigte das Mrt diese Diagnose, ein subdurales Hämatom von 3mm auf der rechten Seite des Kopfes.

Es erging sofort eine Meldung ans Jugendamt, Schütteltrauma und damit Misshandlung des Neugeborenen stand im Raum und konnte nicht glaubhaft entkräftet werden. Die verzweifelten Eltern wurden massiv unter Druck gesetzt, sie sollten doch zugeben wer das Kind geschüttelt hätte. Besuchen durften sie ihr Kind nur noch unter Aufsicht und für einen begrenzten Zeitraum.

Am 17ten Tag würde ihnen das Kind dann abgenommen, und sie haben es seitdem nicht mehr gesehen, wissen nicht wo es untergebracht wurde und ob es ihm gut geht. Das Jugendamt hat Antrag beim Familiengericht gestellt den Eltern alle Rechte zu entziehen und das Kind in einer Pflegefamilie zu belassen. Innerhalb der nächsten drei Wochen entscheidet sich ob der Albtraum zu Ende ist, oder sie ihr Kind auf lange Zeit verlieren. Das letzte ist eher wahrscheinlich.

Bei Durchsicht der Krankenakten tauchen sehr viele Ungereimtheiten auf. Das beginnt bei Gewicht und Größe bei der Einlieferung, die Akte der Familienhebamme hat das andere Werte, über das ignorieren der Vorgeschichte, bis hin zum Antrag des Jugendamt welcher drei Tage vor der Inobhutnahme geschrieben wurde, aber schon von der erfolgten Inobhutnahme drei Tage später spricht. Bei der Polizei heisst es immer wir ermitteln in alle Richtungen, dies hätte man sich vom betreuenden Klinikpersonal auch gewünscht, dann wäre vielleicht auch in Betracht gekommen, daß es auch andere Ursachen als Misshandlung zu dieser Diagnose geführt haben könnten. Die Stelle des Hämatom ist untypisch, es müsste sich vorne und hinten befinden und nicht seitlich, auch haben 70% der betroffenen Kinder weitere Einblutungen am Wirbelkanal, dieser war allerdings unauffällig. Blut konnte nicht verwertet werden, da es zu wenig und geronnen war, daher stehen viele Ergebnisse noch aus. Auch von der erfolgten Lumbalpunktion, stehen einige Ergebnisse noch aus. Viele der ermittelten Werte und die Auffälligkeiten nach der Geburt ergeben zusammen den Verdacht das der Säugling einen Schlaganfall erlitten hat und nicht das er misshandelt wurde.

Ein eigenes Gutachten in Auftrag zu geben können die Eltern sich nicht leisten, zumal sie sich auch beide anwaltliche vertreten lassen müssen. Mehrfach, das erste Mal noch am Tag der Einlieferung, haben sie um Verlegung in eine Kinderklinik ihres Vertrauens gebeten, doch die Verlegung wurde vom Chefarzt verweigert, es müssten erst noch Untersuchungen erfolgen und dann könnte man schauen.

Das Warten, die Ungewissheit, die Angst ums Kind lassen die Eltern nicht eine Moment los, sie sind nur noch ein Schatten ihrer selbst. Zumal auch die Berichte anderer Eltern nicht aufbauend sind, sondern von jahrelangen Kämpfen um das Kind berichten. Bis dahin ist es so in der Pflegefamilie das man sich die Frage stellen muss, ob es dem Kindeswohl dient wenn es jetzt wieder zurück geführt wird.

Kindeswohl, gibt es eigentlich jemanden der dieses Wort genau definieren kann?