Jugendamt Deutschland

Das gibt es doch gar nicht, sowas passiert in Deutschland doch nicht, waren einige wenige Reaktionen auf den Bericht vom 07.01.2018. Zum Artikel http://www.gabrieleremscheid.de/2018/01/07/albtraum-aller-eltern/

Was uns völlig überwältigt hat, sind aber die Meldungen anderer Betroffener. Der Kindsvater hatte den Artikel auf seiner Seite geteilt, allein dort hat der Beitrag mittlerweile tausende Aufrufe, über 600 Kommentare. Zudem wurde der Beitrag auch schon mehrere hundert Male geteilt. Viele sprechen einfach nur Mut zu, wünschen Kraft. Doch so viele Eltern die mit der gleichen Klinik und dem gleichen Jugendamt ähnliche Erfahrungen gemacht haben, das haut einfach um. Macht aber auch sehr traurig und wütend. Wenn mir vor einigen Wochen jemand eine solche Geschichte erzählt hätte, wäre es auch mir schwer gefallen diese uneingeschränkt zu glauben. Hätte vermutet das da schon ein Grund vorliegen muss wenn das Jugendamt eingreift.

Aber mittlerweile werde ich ja eines besseren belehrt. Je mehr man sich mit den vorliegenden Akten befasst umso mehr fragt man sich, sind wir irgendwie Protagonisten in einem schlechten Krimi?

Nur einige gravierende Beispiele:

Wie kann die Klinik am 11.10.2017 ein Ultraschall machen, mit Namen des Patienten, wenn dieser Patient zu dem Zeitpunkt noch gar nicht geboren war, und auch der Name des Kindes noch nicht feststand, ebenso wenig wie das Geschlecht? Das Kind wurde erst am 24.11.2017 geboren?

Ich hoffe man kann die Daten erkennen.

Wie kann man ein Kind drei Tage nach der Geburt als gesund entlassen, obwohl es schon nach der Geburt neurologisch auffällig war?

Auf das überstrecken angesprochen meinte die Ärztin, dies sei normal, das Baby habe so im Mutterleib gelegen und das wächst sich in einigen Wochen aus. Als Erstlingsmutter vertraut man natürlich solchen Aussagen und hinterfragt sie nicht zwingend. Die Fragen kamen später, als sie ihr Kind wieder ins KH gebracht hatten, und genau dieses überstrecken als ein Grund für den Verdacht auf Kindesmisshandlung angeführt wurde.

Mittlerweile steht der Termin für die mündliche Anhörung wo über das weitere Vorgehen entschieden wird. Die Hoffnung auf einen positiven Ausgang liegen bei unter 10%. Die Richterin ist keine Medizinern, und ob sie sich die Zeit nimmt die Akten zu lesen und auf die Unstimmigkeiten zu achten, ist ebenfalls fraglich.

Aber schlimmer noch ist für die Eltern die Angst um ihr Baby. Was wenn das Kind unter der Geburt wirklich einen Schlaganfall erlitten hat? Einige Untersuchungsergebnisse nähren diesen Verdacht. Das Kind aber weder darauf untersucht, und somit auch nicht entsprechend behandelt wird? Welche Folgeschäden ergeben sich dann für das weitere Leben dieses Kindes? Wir wissen alle wie wichtig es ist das bei einem Schlaganfall schnell und effektiv gehandelt werden muss, damit der Patient wieder gesund wird.

Gestern hatten die Eltern Kontakt mit einem ihnen unbekannten Arzt, er bat darum das sie ihm alle Unterlagen die ihnen vorliegen zukommen lassen. Seine erste spontane Aussage, wie kommen die auf Misshandlung? Aber er erbat sich Zeit um sich die Unterlagen in Ruhe anzusehen und auch Kollegen drüber sehen zu lassen. Dieser unbekannte Arzt, der sich aufgrund des Artikels bei ihnen meldete, ist jetzt der Mensch auf dem die ganzen Hoffnungen liegen. Seine Einschätzung, kann helfen die Misshandlung zu entkräften. Und da er den Eltern nicht persönlich bekannt ist, kann man ihm auch keine Befangenheit vorhalten.

Die jungen Eltern lassen nichts unversucht um ihr Kind wieder zu bekommen, oder zumindest zu erreichen das ihr Baby in fachkundige Hände kommt, damit ihm effektiv geholfen werden kann. Auch der Pflegemutter ist das überstrecken aufgefallen, ansonsten beschreibt sie das Baby als sehr Pflegeleicht. Also kein Schreibaby welches man ruhig schütteln muss. So die Aussage des Pflegedienstes gestern.

Während ich hier schreibe, meistern die jungen Eltern eine unmenschliche Aufgabe, sie dürfen ihr Kind für eine Stunde im Jugendamt sehen und müssen es dann wieder übergeben. Ich stelle mir vor das es sich anfühlen wird als wenn ihnen jemand ein Messer ins Herz sticht. Bis zu einer Klärung ist ihnen dies einmal die Woche für eine Stunde erlaubt. Wenn es ganz schlimm läuft, das Kind in eine Dauerpflege kommt, reduziert sich dieses Recht auf einmal im Monat.

Alle Hoffnungen liegen bei den eingeschalteten Anwälten und oben erwähnten Arzt. Ich werde weiter berichten.

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