Öffentliche Stellungnahme

Guten Morgen, als ich heute früh an den PC ging wusste ich zumindest warum ich so schlecht geschlafen habe. Mein Sohn ist zu Recht völlig wütend und fassungslos über einen Artikel der gestern im Solinger Tageblatt veröffentlicht wurde. Ich habe den Artikel heute früh auch gelesen und ich bin ebenfalls wütend. Wütend auf den Verfasser des Artikels, aber auch wütend auf die Menschen die unseren Fall ausnutzen um haltlose Drohungen und Beleidigungen aussprechen.

Der Artikel im Solinger Tageblatt nennt zwar keine Namen, aber doch so deutliche Fakten und Details das ein Bezug sofort klar wird, da der Fall ja mittlerweile ein breites mediales und öffentliches Interesse gefunden hat.

Artikel lesen: Im Jugendamt geht die Angst um _ Solingen

Bisher hat sich das Tageblatt geweigert über den Fall zu berichten und jetzt plötzlich ein solcher Artikel?

Fakt ist, das wir als Familie alles versuchen unsere Kleine wieder zu bekommen. In mühevoller Kleinarbeit, in endlosen Stunden Recherche, unzähligen Schreiben an Behörden, Gerichte, Ärzte, tragen wir alles zusammen was beweisen kann das Felicitaz nicht misshandelt wurde. Mittlerweile gibt es eine Ärztin die bereit ist, Stellung zu beziehen. Sie hat sich alle Unterlagen angesehen und erklärt auch für Laien verständlich warum es sich nicht um ein Schütteltrauma handeln kann. Bestätigt haben dies schon einige Ärzte, doch sie wollten sich nie benennen lassen.

Fakt ist auch, das wir als Familie die erste Aktion des Jugendamtes für legitim und rechtens halten. Die Sicherheit eines Kindes hat oberste Priorität. Wir beklagen aber das weitere Vorgehen. Das ignorieren von Beweisen, die mangelnde Anhörung der Eltern, das verweigern der Akte und die Boykotthaltung der Mitarbeiter der Stadt Solingen. Man hat so viele Fragen, und bekommt nicht eine Antwort.

Fakt ist, der Verdacht den das Klinikum Solingen, vorschnell in den Raum gestellt hat, ist nicht haltbar. Wäre Felicitaz wirklich geschüttelt worden, wäre die Hirnblutung und vor allem die retinale Blutung nicht so schnell zurück gegangen. Die retinale Blutung wäre nicht punktförmig sondern großflächig gewesen, und es hätte Wochen gedauert bis Felicitaz hätte entlassen werden können.

Fakt ist, das auch das Familiengericht nicht mehr wirklich überzeugt ist, das sie es hier mit einer Kindesmisshandlung zu tun haben. Doch die Richterin will auf Nummer sicher gehen und hat ein neues Gutachten eingefordert. Dieses soll bis Ende Mai erstellt sein.

Fakt ist, die Eltern dürfen ihr Kind zwei Stunden pro Woche sehen. Ihre Bitte auf Umgangserweiterung wird seitens des ASD immer wieder unter fadenscheinigen, personellen und terminlichen, Gründen abgelehnt.

Trotzdem gelingt es den Eltern auch weiterhin, sachliche und fundierte Schreiben zu verfassen. Zu keiner Zeit haben sie oder jemand aus ihrem persönlichen Umfeld Mitarbeiter der Stadt bedroht. Weder persönlich, noch virtuell. Vielleicht in Gedanken, da spreche ich mich auch nicht frei, ich habe auch schon gedacht ich werfe da eine Bombe rein. Aber die Gedanken sind frei und ein gutes Ventil um sich Luft zu machen. Deshalb distanzieren wir uns auch von Kommentaren hier, in den sozialen Medien und unter der Petition die zu Gewalt aufrufen, oder Bedrohungen gegen beteiligte Personen aussprechen. Wir werden versuchen zu ermitteln wer die Verfasser sind und diese um eine Stellungnahme zu ihrem Kommentar auffordern.

Fakt ist leider auch, das es zumindest die virtuellen Bedrohungen unter der Petition gibt. Mit diesen Kommentaren gehen wir nicht konform, Gewalt ist keine Lösung und solche Kommentare sind eher kontraproduktiv, denn sie nutzen den Behörden um die Eltern so hinzustellen, wie man sich Menschen vorstellt die Kinder misshandeln.

DAHER MEINE BITTE AN ALLE KOMMENTATOREN – BITTE VOR INBETRIEBNAHME DER TASTATUR, GEHIRN EINSCHALTEN.

Wir können nur gewinnen, wenn wir weiterhin alle rechtlichen und legalen Mittel ausschöpfen, und sachlich bleiben. Egal wie viel Wut wir in uns haben, wie viel Kraft es uns alle kostet, nur wenn wir uns korrekt verhalten habe wir überhaupt eine Chance.

Wir danken allen, die in unserem Sinne agieren, die immer da sind, helfen Beweise zu sammeln, Verbündete zu finden und einfach die Kraft geben die wir brauchen um weiter zu machen. Es ist toll das es euch gibt.

Weinend schauen wir in dein leeres Bettchen, haben nur noch einen Wunsch, komm zurück zu uns.