Sieben Monate, ein Blick zurück

Guten Morgen, Felicitaz hat die letzten Wochen so viel Raum eingenommen, das ich euch gar nichts anderes mehr erzählt habe. Dies möchte ich jetzt gerne nachholen.

Sieben Monate sind wir jetzt hier und haben uns gut eingelebt. Wir mögen die Menschen und ihre Mentalität. Ein paar Brocken ungarisch gehen auch schon locker über die Lippen, lesen geht auch was aber nicht gleich zu setzen ist mit verstehen 🙂 Das wird schon noch eine Weile dauern, doch wir üben fleißig und regelmäßig.

Unsere Vermieter sind Klasse, keine Frage bleibt unbeantwortet, keine Bitte ungehört. Okay manches dauert auch mal ein Weilchen, aber wir sind ja auch nicht auf der Flucht und haben somit Zeit und Geduld zu warten. Frische Milch, Eier von freilaufenden Hühnern, selbstgemachter Käse können wir regelmäßig dort erwerben, bei Bedarf auch Fleisch, doch dies haben wir bisher nicht genutzt, ein ganzes Tier für uns allein, die Lagermöglichkeit haben wir nicht.

Nach wie vor fahren wir gerne Sonntags auf den Markt und sind immer wieder erstaunt was man hier alles auf den Märkten finden kann. Neben Obst, Gemüse, Schinken, Wurst und Käse, gibt es auch Bekleidung, Teppiche, Möbel, Süßwaren, Kaffee (für mich lebensnotwendig). Meinen Schatz fasziniert allerdings viel mehr die Spielzeugabteilung für Männer. 🙂 Man kann auf dem Markt problemlos seine ganze Werkstatt einrichten. Diese Auswahl und teilweise auch Qualität und Funktionalität ist einzigartig. Es gibt auch einen Flohmarkt auf diesem wöchentlichen Markt. Und da wundern wir uns doch häufig, was noch versucht wird an den Mann, die Frau zu bringen. Haben wir in Deutschland schon oft gedacht, da versucht jemand seinen Müll los zu werden, gegen so manchen Stad hier war das Neuware 🙂 Aber dies betrifft vielleicht 10% der Trödler, bei anderen verweilen wir gerne und schauen genauer hin. Nach dem Marktbesuch ist es schon Standard, wir gehen lecker Mittagessen.

Woran wir uns gewöhnen müssen, und da tun wir uns noch ein wenig schwer, es gibt für viele Dinge Spezialgeschäfte. In einem Eletronikmarkt finde ich z.B keine Computer, auch keine Satellitentechnik. Dafür gibt es dann spezielle Läden. Manche Verkaufsstellen würden wir gar nicht finden, wenn wir unsere Vermieter nicht hätten. Für uns wären dies Fabrikgelände auf denen ich als Endverbraucher nichts zu suche habe. 🙂 Hier fährt man auf das Gelände und bekommt was man sucht. Aber das lernen wir auch noch, hoffe ich zumindest 🙂

Was ganz besonders mich immer wieder fasziniert ist die Qualität der angebotenen Waren, es fängt bei Textilien an die auch den Wäschetrockner problemlos überleben, geht hin zu Möbeln aus richtigen Holz und somit langlebig sind, über Werkzeug aus soliden Material, und frischen schmackhaften Lebensmitteln.

Das Wörterbuch ist immer noch Pflicht, auf dem Handy ist es immer dabei. So konnte  ich gestern das Grünzeug identifizieren, welches viele Händler im Angebot hatten. Medves Hagyama entpuppte sich als Bärenblätter 🙂 Oder wie es in Deutschland heißt Bärlauch. Da haben wir uns doch direkt einen Vorrat mitgenommen und zu Pesto verarbeitet. Mal sehen vielleicht nehmen wir kommenden Sonntag noch welchen zum einfrieren und trocknen mit.

Der Winter war relativ kurz aber dafür eisig. Es war der erste Winter in meinem Leben, soweit ich zurück denken kann und selber entscheiden darf, das ich fast täglich Socken getragen habe und ohne Mütze und Handschuhe nicht aus dem Haus gegangen bin. Was absolut schön war, auch im Herbst und Winter gab es viele Sonnenstunden, nicht Wochen – oder Monatelanges Einheitsgrau. So ließ sich auch diese Jahreszeit relativ gut ertragen. Trotzdem freuen wir uns jetzt auf länger werdende Tage und wärmende Sonnenstrahlen, wir sind nun mal beide keine Wintermenschen.

Was uns unheimlich ärgert sind die Menschen die ständig nur nörgeln, das Haar in der Suppe suchen und finden. Die jedem der irgendetwas sucht raten, sich dies in Deutschland oder Österreich zu besorgen, weil hier alles nichts taugt oder zu teuer ist. Ich frage mich dann immer warum sind die hier? Wenn doch hier alles so schlecht ist, warum gehen sie dann nicht dahin wo es besser ist? Wenn ich das alles immer höre oder lese, dann bin ich froh, nicht den Empfehlungen gefolgt zu sein. Die lauteten nämlich man solle sich die Region gut aussuchen und darauf achten das es möglichst viele Deutsche im Ort gibt. Hier gibt es außer uns zwar auch noch ein paar Deutsche, aber wir sind in der Minderheit und ich hoffe das dies auch so bleibt.

Meine Grüße fallen heute eher trüb aus, die Sonne hat mich wohl veräppelt. Strahlend und rot ging sie auf, um sich dann hinter einer Wolkendecke zu verstecken, finde ich jetzt gar nicht nett. Erst die Nase lang machen, und dann sagen ätsch…. Pech gehabt 🙂

 

 

2 thoughts on “Sieben Monate, ein Blick zurück”

  1. Guten Abend, das ist ein MUSS, wegen der kleinen Felicitaz, sie geht vor, sie ist immer an ERSTER STELLE!

    Schön von dir zu hören, wie bei euch in den letzten sieben Monate das Leben so abläuft.
    Am liebsten würde ich auch gerne auswandern, wie die drei Affen….. NICHTS HÖREN, NICHTS SEHEN und NICHTS SPRECHEN. Warum kann das Leben nicht schön sein, Probleme, nichts als Probleme. Hauptsache ihr bereut es auf keinen Fall und ihr seid was das auswandern betrifft, „ZUFRIEDEN“
    Ich wäre auf jeden Fall wo immer es auch ist, vollkommen glücklich, nur fort von hier!
    Habe nur Bedenken wegen der vielen Tabletten, dass ich sie nicht bekommen kann, ich bin davon abhängig und ich muss den Rest meines Lebens nehmen, das ist so eine Sache.

    Bitte sage mir einmal, wohnt ihr ebenerdig? Das Grundstück sieht sehr groß aus, da können die Hunde richtig sich austoben. Apropo Hunde, wie geht es den Hundis?

    Ja ja die Menschen, einerseits ist es gut, dass die Menschen verschieden sind und andererseits, es kann nicht jedem gefallen, wie schön du sagst, warum sind sie denn ausgewandert? Auf jeden Fall sind DIE in jedem anderen Land auch nicht weder glücklich noch zufrieden. Ist so……

    Ich muss zum Ende kommen.

    Viel Glück 🍀🍀🍀🍀🍀🍀 wünsche ich EUCH
    Lieben Gruss Hildegard 🍀

    1. Liebe Hilde, danke für deinen langen Kommentar, ja viele nehmen ihre Unzufriedenheit mit, egal wohin sie gehen sie werden nicht glücklich sein. Was vor allem daran liegt das sie erwarten auch ohne Sprachkenntnisse weiter zu kommen, das sie die Standards wieder finden wollen die sie kennen.
      Was ich bisher so höre, müsstest du aus Deutschland eine Liste deiner notwendigen Medikamente mitbringen, dann bekommst du sie auch hier verschrieben. Vielleicht nicht vom gewohnten Hersteller aber die Wirkstoffe gibt es hier auch. Zudem ja auch viele gute Kliniken und Heilbäder. Man müsste dann halt schauen in welcher Region es für deine Erkrankung die beste Versorgung gibt.
      Ja das Haus ist ebenerdig wie die meisten ungarischen Häuser. Wir könnten zwar unter dem Dach noch ausbauen, aber wofür wir haben genug Platz. Einzig draußen im Garten gibt es drei Stufen damit man an das Haus kommt, der erste Eingang hat dann noch mal vier Stufen, geht man am Haus vorbei kommt ein zweiter ebenerdiger Eingang.
      Den Hunden geht es gut, Maxi ist richtig groß geworden und eine Wilde. Wenn ihre Freude mal wieder überspringt dann bleibst du nicht auf den Beinen stehen 🙂 Rennen, hochspringen und Herrchen, Frauchen liegen auf der Wiese 🙂 Zeitweise haben wir noch einen dritten Hund. Fast täglich kommt der braune Herr von nebenan und stattet unseren zwei Damen einen Besuch ab, oder er verfolgt uns wenn wir mit den Hunden spazieren gehen 🙂 Das ist hier völlig normal, Hunde genießen eine große Freiheit.
      Aber auch Menschen sind hier wesentlich freier, nicht alles ist reglementiert. So kann es dir z.B. auch passieren das du Sonntagsmorgens um sechs von der Kreissäge des Nachbarn geweckt wirst :-)Kein Ungar käme auf die Idee sich darüber zu beschweren.
      Liebe Grüße an euch beide senden die zwei aus Ungarn

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