Mir fehlen die Worte

Gestern Nachmittag klingelt mein Telefon, zwei Menschen völlig verzweifelt. Die haben unser Kind verschleppt!!!

Was war passiert? Gestern Vormittag waren sie noch zum Besuchstermin, schon dieser war überschattet von Wehmut, es war der letzte Umgang bis zum 09.04. Ihre Tochter würde ja mit den Pflegeeltern in Urlaub fahren. Nach zähem Ringen hatten sie sich entschlossen den Pass für ihr Kind zu beantragen damit sie mit nach Holland fahren kann. Sie beugten sich damit dem Druck und der Drohung, das Felicitaz ansonsten in eine andere Pflegefamilie verlegt würde. Um Ihr dies zu ersparen, willigten sie in diesen Urlaub ein.

Gestern Nachmittag dann bekommen sie eine Email, darin wird ihnen mitgeteilt das ihre Tochter verlegt wird. Angeblich hat die Pflegefamilie Angst vor ihnen und das Pflegeverhältnis kurzfristig beendet.

Hintergrund:

Die Pflegemutter wollte gestern die Reisedokumente beim Amt abholen. Dabei hat sie dann gesehen das im Antrag auf die Papiere ihre Adresse stand. Angeblich war sie darüber so erschrocken, das sie die Pflege beendet habe.

Das Jugendamt wirft ihnen jetzt vor, sie hätten Nachforschungen angestellt, da sie, zum Schutz der Pflegefamilien, die Adressen nie an die leiblichen Eltern heraus geben.

Das Jugendamt selber hat sich vehement geweigert Akteneinsicht zu gewähren, das Gericht hingegen hat diese gewährt. Und in der Akte befand sich natürlich auch die Adresse. Es bedurfte also keiner großen Nachforschungen.

In einer späteren Mail, erfahren sie dann das ihre Tochter noch am selben Nachmittag verlegt wurde, sie sei jetzt am Niederrhein. Wie es jetzt mit Besuchskontakten weiter geht, wird ihnen schriftlich mitgeteilt sobald es mit der dortigen Behörde abgeklärt ist.

Wieder wurde den Eltern ihr Mitspracherecht nicht genehmigt, denn sie haben dem Jugendamt, mehrere alternative Pflegestellen benannt, die Felicitaz sofort aufgenommen hätten, und eine Verlegung in eine andere Stadt, 100km entfernt, unnötig gemacht hätte. Und somit dem Kindeswohl ganz sicher dienlicher gewesen wäre. Bedeutet diese Verlegung ja nicht nur einen anderen Ort, ein anderes Bett, andere Menschen. Es bedeutet ja auch wieder neue Ärzte. Vermutlich erschwerter Kontakt mit ihren Eltern.

Ein Eilantrag auf Herausgabe des Kindes ist noch gestern ans Gericht gegangen, auch dort sind noch mal die Alternativen erläutert. Wir warten jetzt mit Ungeduld auf die Entscheidung.

One thought on “Mir fehlen die Worte”

  1. Leider konnte und kann die Richterin dem e.A nicht statt geben.
    Da sie sonst in die Entscheidung des höheren Gerichts eingreifen würde und dies ist nicht gestattet.

    Am Dienstag wird der e.A umformuliert auf sofortige Rückführung nach Solingen und täglichen Umgangskontakt. Dieser ist bei dem Alter von Felicitaz durch aus vertretbar.

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