Danke, Köszönöm szépen

Wahnsinn, was habe ich da nur gemacht? Mein letzter Beitrag scheint irgendeinen Nerv getroffen zu haben. Die Aufrufe innerhalb von vier Tagen sind einfach unglaublich. Herzlichen Dank, köszönöm szépen, für euer Interesse und auch die vielen lebhaften Diskussionen hier und auf Facebook. 

 

 

 

 

 

 

Mich erreichte viel Zustimmung, aber auch Kommentare die besagten ich sei ein Träumer, hätte eine rosarote Brille an. 🙂 Jemand schrieb mein Bericht würde an meinem Gartenzaun enden, dies stimmt teilweise. Denn ich habe mehrfach betont das jeder andere Bedürfnisse hat.

Unsere Bedürfnisse sind seit einigen Jahren sehr bescheiden, und der Fokus liegt nicht auf materiellen Dingen. Teuer einkaufen kann jeder, wir machen vieles gerne selber.

Auf unserem Grundstück haben wir vieles gefunden, manche würden sagen Müll. Altes Holz, ganz viele Steine, alte Fenster, Fliesen und übrige Dachziegel. Wir haben diese Dinge nicht entsorgt, sondern aus ihnen neues erschaffen.

Als erstes den Hühnerstall, was wir gekauft haben, Schrauben und Styropor. Der Rest ist aus Müll entstanden. 

Unsere Freundin meinte dies sei ein Luxushotel 🙂

Unserem Hund gefällt es auch, er schaut jetzt täglich den neuen Sender Hühner – TV 🙂

Das andere Projekt war schon ein wenig Zeitaufwendiger, doch auch dieses Projekt hat bis auf den Mörtel nichts gekostet. 

Der Sommer stand vor der Türe und wir hatten keinen Grill. Die ganzen Blechdinger die es zu kaufen gibt, sind langweilig und letzten Endes auch nicht wirklich praktisch. Ganz wichtig eine ausreichende Arbeitsfläche direkt am Grill. Damit man auch mal was vorbereiten und vor allem abstellen kann. Steine gab es ja reichlich, also frisch ans Werk.

 

So kann man sein Grundstück aufräumen und muss doch keine Ressourcen verschwenden. Dies ist unser Leben schon seit einer Weile, genauer seid rund zehn Jahren. Damals mussten wir unser kleines Häuschen räumen, der Vermieter brauchte es für seinen Sohn. Trotz intensiver Suche fanden wir in der Frist nichts passendes für uns. Entweder gefiel es einem von uns nicht, oder der geforderte Preis passte nicht zum Objekt. 🙂 Aber wir hatten keinen Druck, hatten wir doch noch unser kleines Paradies auf einem Campingplatz. Von 150qm auf 30qm, da lernt man sich von unwichtigem zu trennen. 

Aus einer Notlösung wurden fast vier wundervolle Jahre. Ich möchte keinen Tag davon missen.

Wir haben nicht eine Minute daran verschwendet auf Wohnungssuche zu gehen. Sondern haben genossen. Ruhe, Entspannung, Naturpur.

Wir haben da erstmal wieder erfahren, wie intensiv leben sein kann. Wie wenig man wirklich zum Leben braucht.

Geht das eigentlich, mit noch weniger Platz zufrieden leben? Noch weniger Besitztum mit sich zu führen? Ja, das geht und es geht sogar sehr gut. Wenn euch dies interessiert, hier könnt ihr gerne nachlesen welches Abenteuer wir noch gelebt haben. Zur Kategorie 

Doch je mehr wir versuchten zu entschleunigen, umso bewusster wurde uns in welch einer hektischen und konsumorientierten Gesellschaft wir leben. Immer schneller, höher, weiter, immer mehr Besitztümer anhäufen. Wer wie wir, da nicht mehr mitspielen wollte, stand ganz schnell am Rand der Gesellschaft. Viele der sogenannten Freunde zogen sich plötzlich zurück. Mit Menschen die so leben wie wir kann man sich doch nicht umgeben. 🙂

Irgendwie wurde uns Deutschland zu eng. Doch wohin? Wieder einmal spielte uns das Schicksal in die Hände. Ich las einen Artikel, Orban bot allen Deutschen Asyl die aus irgendeinem Grund weg wollen. Fortan las ich alles was ich über Ungarn finden konnte, suchte Foren wo ich noch mehr Informationen bekommen würde. Ein Urlaub festigte dann unsere Entscheidung.

Bald jährt sich unsere Entscheidung zum ersten Mal. Und mit jedem Tag wird es uns bewusster wie viel Glück wir hatten. Hier sind wir zuhause. Hier fühlen wir uns wohl. Die Ungarn sind liebenswerte und offene Menschen. Wir haben hier alles was wir zu einem zufriedenen Leben benötigen. Auch wenn wir sehen das auch hier nicht alles Gold ist was glänzt, aber wo in welchem Land gibt es das, mir fällt kein Land ein. Wer noch neugierig und offen genug ist, sich auf das Land, seine Menschen und Gepflogenheiten einzulassen, der wird sich hier wohlfühlen. Wer schon in seiner Heimat Unzufriedenheit verspürte, oder alles besser wusste und konnte, und meint dies auch hier leben zu müssen, wird allerdings nicht glücklich werden. Die Ungarn sind zu Recht ein stolzes Volk, stolz auf ihr Land, ihre Traditionen und Kultur. Entweder man kann damit leben, oder man sollte fern bleiben.

Köszönöm magyar szomszédok ez a miénk az ön országában üdvüzölte.

Nicht böse sein, eure Grammatik lerne ich in diesem Leben wohl leider nicht mehr 🙁

Mehr Platz, mehr Licht, mehr Ruhe, mehr Freiheit.

 

 

7 thoughts on “Danke, Köszönöm szépen”

  1. Hallo Gabriele ! Ich lese seit einiger Zeit deinen super aufgebauten Blog ! Bin 62 Jahre alt und seit ca. einem halben Jahr in Pension.
    Ich spüre schon seit längerem (trotz schönem Grund und Haus – leider Stockhaus und viel zu groß in einem 6.ooo Einwohner Markt) das Bedürfnis in meinem Leben etwas änderen zu wollen. Nämlich: weg von der Hektik (ja auch die gibts im oberösterreichischem Zentralraum) hin zu etwas kleinerem , heimeligen mit schönem großen Grund in der Natur. Habe nun auf der Seite wohnhaus-ungarn.de eine schöne Tanja mit 80 m2
    Wohnfläche und 3.ooo qm Grund gefunden und zwar Nähe IGAL.
    Kennst du die Gegend — ist sie so wie ich suche naturbelassen etc.
    Für eine Antwort wäre ich dir sehr dankbar. Die Tanja kostet an die knapp 4o.ooo,– EUR. Danke im voraus ! PS mein m,ann in selbigem alter würde natürlich mitmachen. Eventuell auch als Zweitwohnsitz für 9 Monate im Jahr !!

    1. Hallo ihr zwei, schön das ihr regelmäßig rein schaut und lest. Die Ecke wo ihr euch das Haus ausgesucht habt, kenne ich und ich mag sie sehr. Viele kleine Dörfer, sanfte Hügel. Dombovár und Kaposvár laden zum einkaufen und bummel ein. Sehnt man sich nach Trubel ist man auch schnell am Plattensee, wobei Kaposvár auch einen eigenen sehr schönen See besitzt. http://www.deseda.hu/a-to-bemutatasa Allerdings mit wesentlich weniger Trubel.
      Solltet ihr euch die Tanya ansehen kommen, dann könnt ihr euch gerne melden, vermutlich ist das gar nicht so weit von uns entfernt.
      Lieben Gruß
      Gabriele

  2. Liebe Gabriele, herzliche Grüße aus Wachtberg bei Bonn! Bin gerade – aufgrund einer erneuten öffentlichen „Asyl-Einladung“ von Orban – auf Deine Seite gekommen. Habe ein wenig mehr über Euer Leben gelesen – und finde es interessant und schön, was Ihr Euch da aufgebaut habt!
    Hier treffe ich immer mehr schlimm Jugendamts-geschädigte Leute. Es ist echt grausam! (Und wird natürlich von oben, wie immer, „schöngeredet“…. .) Liebe Grüße nach Ungarn – ich würde eher nach Bulgarien gehen, weil ich die Sprache kann und mal 10 Monate in Sofia lebte – habe dort Freunde – und mag das Land sehr! Im Moment werde ich jedoch in D. gebraucht (Familie und Co.).

  3. Hallo Gabriele
    Dein Art zu schreiben ist wunderbar. Auch ich überlege nach Ungarn auszuwandern (aus der Schweiz). Da ich alleine (51) mit meiner Hündin, dieses in Angriff nehmen möchte, hab ich schon auch Angst. Eine gute Bekannte wohnt in Vörs (nähe Balaton) ich denke ich werde mir dort etwas suchen … eventuell kann ich ja nochmals einen neuen Freunde-Kreis aufbauen … was meinst Du? kann man als Frau alleine in Ungarn leben?
    Bitte schreibe weiterhin – spannend Dein neues Leben mitzuverfolgen
    Lieber Gruss aus der Schweiz

    1. Hallo, es kommt ganz darauf an. Eine Bekannte ebenfalls alleine, lebt seit Februar hier und kommt gut zurecht und hat auch schon Kontakte geknüpft, eine andere tut sich wesentlich schwerer. Ich denke wenn man offen genug ist, bereit ist sich auf seine Nachbarn einzulassen dann kann man auch als Frau alleine hier gut leben

  4. Guten Morgen Gabriele,
    verfolge seit einiger Zeit deine Seite und lese aufmerksam und interessiert deine Berichte. Deine Art zu schreiben gefällt mir sehr, kurz – aussagekräftig und ich empfinde Sie als aufrichtig. Danke für deine Informationen. Toll finde ich eure
    Lebenseinstellung und den Mut, den Schritt der Auswanderung tatsächlich gewagt zu haben. Wünsch euch alles Liebe und Gute.
    Gruß aus Österreich Leo

    1. Hallo Leo, danke das du regelmäßig liest. Wenn ich so die täglichen Nachrichten und Berichte verfolge, weiß ich gar nicht was mehr Mut kostet, Deutschland zu verlassen oder zu bleiben? Für mich persönlich, aufgrund meiner PTBS und meiner sozialen Phobie war es der einzig gangbare Weg. In Deutschland bin ich kaum noch alleine aus dem Haus gegangen, einzig mit meinem Hund, irgendwohin wo es möglichst wenige Menschen gibt. Hier fühle mich freier, die Ängste lassen nach, es gab in den neun Monaten nicht eine Situation wo ich mich wirklich kurz vor einer Panikattacke gesehen habe. Von daher habe ich sehr viel Lebensqualität wieder bekommen.

      Lieben Gruß
      Gabriele

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.