Das Gutachten, so sieht es der Express und ich

Guten Morgen, es geht immer noch weiter, das Jugendamt scheint sich immer noch im Recht zu sehen. Der Gutachter aus Hamburg konnte weder ein Schüttelrauma noch ein Geburtstrauma bestätigen, vielmehr sprächen Umstände dafür, dass ein Geburtstrauma stattgefunden haben könnte. Hier verweist der Gutachter auf mangelhafte oder fehlende Unterlagen, Dokumentationen, Diagnosen und Untersuchungen, die es ihm erschweren würden, sich ein Urteil zu bilden. Mit ein Grund die Zeichnung des Augenarztes, welche schon zu Beginn zur Festigung der Diagnose Schütteltrauma heran gezogen wurde.

Aber auch fehlende Untersuchungsergebnisse nach Entlassung des Kindes aus dem Krankenhaus. Entgegen der Aussage des Jugendamtes, wurden der Rechtsmedizin auch dieses Mal nicht alle relevanten Untersuchungsergebnisse zugänglich gemacht. Mehrfach weißt der Professor in seinem Gutachten darauf hin, das er darauf nicht zugreifen konnte.

Günther Classen vom Express wertet das Gutachten in seinem Artikel folgendermaßen: https://www.express.de/duesseldorf/drama-um-solinger-baby-felicitaz-gutachter–kein-schuetteltrauma–31043686?

Ich schließe mich diesem Artikel an. Gehe vielleicht sogar noch einen Schritt weiter. Der Rechtsmediziner fragt in seinem Gutachten, warum man den massiven HB Wert Abfall nur wenige Stunden nach der Geburt nicht nachgegangen ist. Ein dermaßen massiver Abfall der Werte deutet auf eine Blutung hin.

Diese Tatsache fand im ersten Gutachten vom Januar 2018, erstellt von der Rechtsmedizin Düsseldorf, keinerlei Beachtung. Vielleicht wäre es sonst schon damals zu einer anderen Bewertung gekommen?

Was jetzt folgt ist meine ganz persönliche Meinung, man kann sie teilen oder auch nicht. Aber mit den Fakten die mir bekannt sind komme ich persönlich, auch nach Rücksprache mit einigen Medizinern zu folgendem Ergebnis.

Felicitaz erlitt während ihrer Geburt eine Hirnblutung und in deren Folge entstanden auch die Einblutungen im Auge. Beweis HB Wert und auch neurologische Auffälligkeiten wenige Stunden nach der Geburt. Aus irgendeinem Grund, vielleicht Überlastung, wurde dies übersehen und somit nicht näher untersucht. Aufgrund dieser Unterlassung und somit auch ausgebliebener Behandlung kam es durch einen Infekt zu der Einlieferung in die gleiche Klinik. Vermutlich ist einem der Ärzte aufgefallen was drei Wochen zuvor falsch gelaufen ist. Der Chefarzt der Klinik, der schon einige Publikationen zum Thema Schütteltrauma veröffentlicht hat, wusste dem zu Folge natürlich auch, das man ein Geburtstrauma zu diesem Zeitpunkt noch als Schütteltrauma verkaufen kann.

Hirnblutungen und auch die retinalen Einblutungen bilden sich, bei einem Geburtstrauma,  innerhalb von fünf bis sechs Wochen zurück. Was auch erklären würde, das Felicitaz im Alter von sechs Wochen als gesund entlassen werden konnte. Die Blutungen sich zu diesem Zeitpunkt völlig zurück gebildet hatten. Eine Hirnblutung nach stattgefundenem Schütteltrauma, wäre zu diesem Zeitpunkt nicht vollständig zurück gegangen und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht ohne Folgen für das Kind geblieben.

Für mich festigt sich immer mehr die Gewissheit, man wollte einen Fehler, eine Unaufmerksamkeit verstecken, und deshalb musste ein Säugling leiden, mussten Eltern und Kind Monate aufeinander verzichten. Fehler sind menschlich, können geschehen. Wenn sie damit derart massiv in das Leben von Menschen eingreifen sind solche Fehler fast nicht zu entschuldigen. Wenn schon nicht Mitte Dezember, so wäre doch spätestens heute ein Entschuldigung angebracht. Aber dies würde Größe verlangen. Größe die dieser Chefarzt nicht zu haben scheint.