Hund aus dem Tierschutz, ja oder nein?

 

Diese Frage hat sich sicher jeder schon einmal gestellt. Hinzu kommt, Tierschutz ist nicht gleich Tierschutz wie wir aus eigener Erfahrung wissen. Bei manchen Organisationen hat man den Eindruck sie machen das nur um mit den Tieren Geld zu verdienen, dort findet man meist auch nur junge, niedliche Tiere. Auch sind diese dann nicht bereit aufzuschlüsseln wie sich die Schutzgebühr zusammen setzt. Jedes Tier kostet xxx Euro, egal wie alt, egal wie gesund, egal wie lange es betreut wurde. Ein guter Tierschutzverein wird auf Nachfrage gerne die Kosten aufschlüsseln die für die tierärztliche Versorgung aufgewendet wurde. Impfen, kastrieren, Blutuntersuchungen und Chip kosten Geld. Je nachdem aus welchem Land das Tier kommt, variieren die Kosten jedoch enorm. Hinzu kommen definitiv Pauschalen für die Futterkosten. Auch diese variieren natürlich. Ein Yorki benötigt da wesentlich weniger als ein Bernhardiner. Kann ich mein Tier selber abholen, benötige ich einen Transport? Ich denke eine faire Schutzgebühr setzt sich aus allen diesen Faktoren zusammen und sollte für den Interessenten nachvollziehbar sein.

Unsere sehr unterschiedlichen Erfahrungen mit dem Tierschutz möchte ich euch heute erzählen.

Lucy, entdeckten wir, bzw. mein Sohn, über eine Anzeige. Zwergpinschermix Hündin ca. 14 Monate abzugeben. Prima die richtige Größe für uns, wir nahmen Kontakt auf. Eine Dame erzählte uns das sie seit Jahren für den Tierschutz arbeitet und Lucy aus einem Haushalt befreit hätte wo sie von den Kindern gequält wurde und die Erwachsenen nicht eingegriffen hätten. Sie bot uns an das wir vorbei kommen und uns Lucy ansehen könnten. Alles weitere könnte man ja dann vor Ort besprechen.

Selbst bei der Siesta geht es nicht ohne Ball

Wir machten uns dann Sonntags auf den Weg um Lucy kennen zu lernen. Das erste was wir sahen, war ein ungepflegtes Grundstück und drei wirklich große Hunde. Alt, krank und ungepflegt. Doch nirgends einen Hund auf den die Beschreibung passte. Als wir bemerkt wurden, wurde Lucy aus dem Haus gelassen. Keine Neugierde, keine Aggression, wir waren überhaupt nicht vorhanden. Irgend wann gelang es dann doch ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen. Sie ließ sich streicheln und problemlos anleinen. Leinenführigkeit Null. Chip nein, und außer die Grundimmunisierung hatte sie auch keinerlei Impfungen. Viel erzählen konnte uns die Dame allerdings auch nicht, nur das was sie im Vorfeld ja schon erwähnt hatte. Okay wir hatten keine kleinen Kinder und somit stellte dies erst mal kein Problem für uns dar. Die verlangte Schutzgebühr 50 Euro, und das Angebot sie direkt mit zu nehmen. Daten aufnehmen? Nicht nötig. Lebensumstände, wohin kommt Lucy völlig uninteressant. Das ganze dauerte vielleicht 10-15 Minuten dann gehörte Lucy uns. Und wie wir sehr schnell feststellen sollten, war ihr Problem nicht Kinder. Nein ihr Problem waren Männer. Joachim brauchte mehrere Monate bis er ihr Vertrauen und ihre bedingungslose Liebe gewonnen hatte. Heute sind sie ein Dreamteam.

Jetzt waren wir auf der Suche nach einem Gefährten für sie. Rüde, zwischen 3 und fünf Jahren und nur minimal größer als sie. Irgendwann stolperte ich dann über Marco.  Okay noch nicht ganz drei Jahre, aber mit einem ganz lieben Gesicht. Seine Geschichte traurig, so wie die meisten Geschichten der Tierheimtiere. Die angegebene Größe entsprach ebenfalls unseren Vorstellungen. Ich schrieb also eine Mail, fragte nach. Bekam sehr schnell Antwort, wurde um Bilder aus dem zukünftigen Zuhause gebeten. Dann machten wir einen Kennenlerntermin. Bekamen eine Führung durch das Tierheim, dort befanden sich an diesem Tag rund 60 Hunde, von jung bis alt war dort alles vertreten. Manche saßen wie Marco schon lange dort. Alles wirkte gepflegt und die Ausläufe waren alle großartig bemessen. Dann lernten wir Marco kennen und es war Liebe auf den ersten Blick. Er ließ sich sofort ausgiebig knuddeln. Er wirkte allerdings größer wie angenommen. Aber das spielte dann auch schon keine Rolle mehr. Marco war bereits, gechipt, geimpft und kastriert. Sein Impfbuch wurde uns vorgelegt und später auch übergeben. Der Schutzvertrag war nachvollziehbar und enthielt nur § die eigentlich selbstverständlich sein sollten. Die Schutzgebühr lag um einiges höher als bei Lucy damals, war aber aufgrund des langen Aufenthaltes und der Tierarztkosten immer noch verschwindend gering. Das mitgebrachte Geschirr definitiv zu klein, also kurzerhand getauscht, unseres blieb dort und Marco behielt seins gleich an. Er sprang ins Auto als wüsste er das er jetzt ein eigenes Zuhause bekommen sollte. Während der Fahrt kein jammern, er blieb ganz still hinten im Wagen. Daheim angekommen packten wir erst mal sein Bett aus welches er mitnehmen durfte.

Lucy ganz wie erwartet, völlig empört das plötzlich ein fremder Hund in ihrem Reich auftauchte. Marco nahm dies jedoch ganz gelassen, respektierte von der ersten Minute die Grenzen die Lucy ihm setzte. Nach zwei Tagen beruhigte sich die Situation, und jetzt nach anderthalb Wochen spielen sie zusammen, fressen aus einem Napf und teilen sich die Decke. Es ist als sei es nie anders gewesen.

Wir stehen nach wie vor in Kontakt mit dem Tierschutzverein, schicken Bilder und wenn sich Fragen ergeben bekommen wir zeitnah eine Antwort. Diese Erfahrung mit dem Tierschutz war für uns rundherum positiv. Daher können wir euch nur raten, nehmt euch Zeit. Stellt Fragen, schaut euch an wie sich der Verein präsentiert. Wenn irgend möglich besucht euer Tier noch vor Ort und lasst es nicht einfach bringen. Schaut euch an wie es dort gelebt hat, erlebt es im gewohnten Bereich und schaut ob dieses Tier welches ihr euch ausgeguckt habt auch wirklich zu euch passt. Fragt nach der Schutzgebühr, erscheint sie euch zu hoch lasst euch die Kosten aufschlüsseln, oder informiert euch selbst welche Kosten durch diverse Maßnahmen im Land entstanden sind. Fragt nach was das Tier mitbekommt, seine Decke oder Lieblingsspielzeug z.B. Ihr habt nicht nur die Pflicht euch im Vorfeld kontrollieren zu lassen, sondern auch das Recht eure Organisation zu kontrollieren. Macht davon Gebrauch und ihr werdet mit eurem neuen Begleiter auch glücklich werden. Eine seriöse Organisation hat nichts zu verbergen und wird euch alles sagen was ihr wissen wollt und auch nach der Vermittlung noch für euch da sein.

Für Ungarn können wir aufgrund unserer Erfahrungen diese Organisation bedenkenlos empfehlen Tierhilfe für Ungarn Es gibt sicherlich noch ein paar andere, doch unsere positiven Erfahrungen begrenzen sich zur Zeit nur auf diese eine. Und ihr kennt mich, ich rede nicht über etwas wovon ich mir nicht selbst ein Bild machen konnte.

Winterschlaf

Guten Morgen, jó reggelt, bin mal eben aus dem Winterschlaf erwacht und dachte ich habe euch schon lange nichts mehr erzählt. Bevor ich mich wieder in meine Höhle verkrieche, wollte ich dies doch noch schnell erledigen.

Es ist ja jetzt schon unser zweiter Winter hier, dieser jetzt ist kälter, winterlicher als im vergangenen Jahr. Schon im Dezember gab es den ersten Schnee, und er blieb bis vor zwei, drei Tagen. Im letzten Jahr gab es im Februar mal eine Woche Schnee und das war es. Was normal für unsere Region ist kann ich somit noch nicht sagen, da werden wohl noch einige Winter folgen müssen.

Im Herbst habe ich euch ja über die endlose Geschichte unserer Heizung erzählt, naja wohl eher gejammert 🙂 Aber jetzt ist alles gut, sie heizt ordentlich und es gab noch keinen Ausfall der Anlage. Im März wird abgelesen und dann wird sich zeigen was uns ein warmes Haus an Heizkosten kostet. Auch dies werdet ihr hier erfahren. Aber es ist schon schön, morgens aufzustehen und das Haus hat eine angenehme Temperatur. Im letzten Jahr habe ich oft geflucht, wenn ich erst den Ofen reinigen und anfeuern musste. 🙂 Denn nur selten brannte er am Morgen noch, es sei denn einer von uns musste Nachts mal aufs Örtchen 🙂

Was gibt es noch neues bei uns? Ihr kennt die Geschichte, eigentlich wollten wir gar keinen Hund. Und was haben wir diese Woche gemacht? Wir sind nach Karmacs gefahren. Dort betreibt die Tierhilfe für Ungarn ein Tierheim. Rund 60 Hunde, aller Altersklassen, warten dort auf ein Zuhause. Die Ausläufe und die Tiere wirken alle sehr gepflegt. Auch kennen sie alle ihre Tiere sehr gut. Wissen welcher Hund als Einzelhund vermittelt werden muss, welcher sich über Gesellschaft freut usw. Im Netz auf deren Seite hatten wir Marco gesehen, laut Beschreibung passte er sehr gut zu unserer Zicke. Marco kam mit rund acht Monaten nach Karmacs ins Heim. Im Mai wird er drei Jahre. Somit kennt er noch nicht so viel von der Welt. Hund kann man ihn auch nicht nennen, eher Bär. Ein dichtes zotteliges Fell, große Tatzen und am liebsten ganzen Tag knuddeln. Heute regnet es hier, und das geht gar nicht. Ihhh Wasser von oben, nur schnell wieder rein, aufs warme Plätzchen. 🙂

Unsere Hühner halten immer noch Winterpause, noch immer gibt es keine Eier, aber sie fressen uns die Haare vom Kopf. Da müssen sie ab dem Frühjahr reichlich Eier legen, damit sie ihr Futter wieder abarbeiten. 🙂

Diese Woche gibt es im Netz wieder Diskussionen, die Welt hatte wohl mal wieder einen Artikel veröffentlicht mit der Schlagzeile – Billiger ungarischer Luxus, für deutsche Rentner. Natürlich sorgte dieser Artikel wieder einmal für reichlich Zündstoff unter den diversen Gruppenbenutzern. Mich stört allein schon das Wort billig. Ich setze billig immer mit minderwertig gleich. Und minderwertig finde ich hier eher nichts. Was mich auf jeden Fall begeistert, die Qualität der ungarischen Textilien. Auch nach dem xten Mal waschen und trocknen bleiben sie in Form. Wenn wir unterwegs mal in Möbelgeschäfte gehen, dann begeistert uns die Qualität und Verarbeitung der angebotenen Möbel. Oder der Service der Geschäfte. Kunde ist hier immer noch König, und das obwohl die Verkäufer einen harten und nicht wirklich gut bezahlten Job haben.

Obst, Gemüse, Fleisch, Wurst hat einen wesentlich besseren Geschmack, Fleisch schmilzt beim zubereiten nicht auf die Hälfte zusammen. Also auch hier nichts mit „billig“ sondern qualitativ hochwertige Ware.

Die Nebenkosten sind wesentlich günstiger als in Deutschland, egal ob wir jetzt von Strom, Wasser, Müll reden, oder von Versicherungen. Ebenso Autosteuer und Versicherung, kostet einen Bruchteil der deutschen Beträge. Dienstleistungen wie Friseur, Massagen, Fußpflege, Stundenlöhne liegen weit unter dem deutschen Niveau. Selbst ein Besuch beim Arzt gegen Cash ruiniert einen nicht wirklich.

Wer sich entscheidet nach Ungarn zu ziehen, wird auf jeden Fall mehr für sein Geld bekommen. Ich setze natürlich voraus das man in ein anderes Land zieht und nicht erwartet dort deutsche Produkte ( Importware) billiger zu bekommen als daheim. Kauft man in ungarischen Läden, ungarische Produkte bekommt man hochwertige Ware zu bezahlbaren Preisen. Alles andere ist Luxus, den auch wir uns hin und wieder mal gönnen, aber wirklich brauchen tut man dies eher nicht.

Für uns bedeutet unser Leben wirklich Luxus. Ruhig, entspannt, friedlich. Nette Nachbarn, mittlerweile auch einige nette Bekanntschaften und auch ein paar gute Freunde. Was braucht man mehr für ein erfülltes glückliches Leben?