Wer kennt es auch? Das Familienmonster

Familienmonster, den Begriff finde ich gut
Die Tage fand ich im Netz den Begriff Familienmonster stoppen. Gemeint sind damit Personen die alles unternehmen um ein Elternteil zu entsorgen.
Leider gibt es ein solches Familienmonster auch in unserer Familie. Das schlimme daran dieses Monster handelt aus lauter Boshaftigkeit so. Von Liebe und Empathie zum Kind ist da nichts zu spüren.
Der Elternteil der entsorgt werden soll, hat im letzten halben Jahr alles dafür getan, seinem Kind beide Eltern zu erhalten. Egal wie unsinnig die Forderungen und Bedingungen des Familienmonsters auch waren, er ist darauf eingegangen. Eine Marionette an den Fäden einer Puppenspielerin.
Der Elternteil der entsorgt werden soll, muss gerade erleben wie ihm alles genommen wird. Sein Kind, seine Wohnung, ja selbst seine persönlichen Dinge inklusive Bekleidung sind für ihn nicht mehr erreichbar. Papiere und Unterlagen die er benötigen würde um sich eine eigene Wohnung anzumieten, werden ihm vorenthalten, seine Büromaterialien die er für die Ausübung seiner Selbstständigkeit benötigt befinden sich in der Wohnung die er nicht mehr betreten darf.
Ich hinterfrage immer wieder das warum? Auch wenn eine Partnerschaft zerbricht, egal aus welchen Gründen, so bleibt man doch immer noch Eltern. Warum gibt es meistens ein Familienmonster, welches seine Befindlichkeiten auf das Kind projiziert und dieses dann dadurch bestraft das man den anderen Elternteil entsorgt? Was kann ein Kind für die Schwierigkeiten zwischen Erwachsenen? Warum muss ein Kind leiden, wenn sich die Eltern nicht mehr verstehen? Nur weil das Monster genau weiß es gibt nur ein Mittel womit ich den anderen wirklich verletzten kann? Ich nehme ihm sein Kind und weiß daran wird er zerbrechen.
Das die kleine Seele ebenfalls zerbricht nehme ich dabei billigend in Kauf. Auch die Aussage eher kommt das Kind in ein Heim, als das Du sie bekommst, zeugt von sehr großen Gefühlen zum Kind.
Momentan belastet mich eine Frage extrem, wie weit geht so ein Familienmonster? Würde es auch den Tod des ehemaligen geliebten Menschen, des anderen Elternteils in Kauf nehmen? Zumindest kann ich an keinerlei Zufall mehr glauben. Mehrmals zerstochene Reifen, gelöste Radmuttern, zerkratzter Autolack, gipfelten in einem Motorbrand bei voller Fahrt. Ich habe es gegoogelt. Ein solcher Brand kann eigentlich nur durch eine poröse oder defekte Benzinleitung ausgelöst werden, wie wahrscheinlich ist es das dies passiert, wenn ein Wagen alle paar Wochen in der Werkstatt ist? Wie wahrscheinlich ist es das ein defekter Benzinschlauch übersehen wird? Doch würde ein Familienmonster wirklich so weit gehen?
Ich gehe jeden Abend mit Angst ins Bett, schalte morgens mit Angst meinen PC ein, Angst davor welche Nachrichten mich wieder erwarten. Ich schreibe sinnlose Texte an den Elternteil der hier entsorgt werden soll, nur um darauf zu warten das die Häckchen blau werden und ich somit weiß er lebt noch. Besonders da ich mehrfach Postings gelesen habe die nach Todessehnsucht klangen. Es ist so schwer immer wieder Mut zuzusprechen, wenn jeden Tag wieder etwas neues entmutigendes kommt. Die Aussage „wenn es meinem Kind hilft, es dann nicht mehr leiden muss, dann gehe ich und werde ihr hellster Stern am Himmel, zeugt doch eigentlich davon wem von beiden das Kind wichtig ist. Wer das Wohl seines Kindes über alles andere stellt. Und trotzdem läuft man gegen Wände, wird durch Lügen und Intrigen in den Augen von Entscheidungsträgern, unglaubwürdig gemacht.
Aktuell ist Urlaubszeit, und somit wird sich dieser Wahnsinn noch rund fünf Wochen hinziehen. Fünf Wochen die für das Kind die Hölle sind, für den Elternteil der sein Kind über alles liebt, aber auch für uns die Großeltern. Seit vier Wochen kein Bild vom Kind, nicht wissen ob es dem Kind gut geht, ob die Entwicklung Fortschritte macht, die Angst um mein eigenes Kind, das ist die Hölle. Keine Nacht mehr als ein vier, fünf Stunden Schlaf, die Angst und Sorgen zerren an mir. Ich fühle mich ausgebrannt und kraftlos. Habe kaum an irgendetwas Interesse, und würde mich am liebsten irgendwo verkriechen. Freunde beschweren sich schon das wir uns so rar machen, doch ich bin aktuell kein guter Gesellschafter, die Gedanken kreisen nur um ein Thema. Ich will mein Kind und Enkelkind nicht verlieren.
Von daher kann ich nur um Verständnis bitten wenn ich im Moment nicht so präsent bin, mir fehlt einfach die Kraft und Musse dazu.

Turbulent und eine Achterbahn der Gefühle – Jahresrückblick

 

So oder so ähnlich könnte man das Jahr 2018, aus meiner Sicht, mit wenigen Worten beschreiben. Wie in jedem Jahr so blicke ich auch in diesem Dezember auf das zurück liegende Jahr zurück. Was gab es an bleibenden Erinnerungen? Was hat mich bewegt? In diesem Jahr dominierte ganz klar ein Thema. Aber auch vieles andere ist es wert erwähnt zu werden. Kaum zu glauben aber doch wahr, über ein Jahr sind wir jetzt hier. Haben alle Jahreszeiten erlebt, Erfahrungen gesammelt und sind immer noch überzeugt, ja es war die richtige Entscheidung.

Das Jahr begann mit einem Schlag wie er nicht heftiger hätte sein können. Auf dem Weg zu meinen Kindern habe ich erfahren das ihnen ihre Tochter weggenommen wurde. Meine kleine Enkelin die ich in wenigen Stunde das erste Mal in den Arm nehmen wollte. Das Jugendamt war der Meinung sie müsse vor ihren brutalen Eltern geschützt werden, da diese sie misshandelt hatten. Es folgten Monate voller Wut, Trauer und Verzweiflung. Ein endloser Kampf mit Behörden und Gerichten. Bevor meine Enkelin dann wieder nach Hause durfte, erst unter strengen Auflagen die noch bis zum Herbst aufrecht erhalten wurden, erst ein Gutachten beendete das ganze. Hier könnt ihr euch gerne die ganze Geschichte durch lesen. Der Fall Felicitaz

Unser Leben hier, gestaltet sich hingegen durchaus positiv. Auch wenn wir uns immer noch schwer tun, wenn etwas nicht so läuft wie wir es uns vorstellen. Dies betrifft besonders Termine die nicht eingehalten werden. Die Deutsche Pünktlichkeit sitzt wohl doch noch zu tief in uns drin. Aber das werden wir sicher noch lernen, zumal irgendwann funktioniert es ja dann doch. Man braucht einfach nur Geduld.

Wir haben in diesem Jahr viele neue Menschen kennen gelernt, manche kamen und wurden danach nicht mehr gesehen, andere sind geblieben und wurden zu Freunden. Wir haben einen Grill gebaut, uns Hühner angeschafft, die sich dann erst mal als überwiegend männlich heraus stellten, als sie größer wurden. Nichts mit eigenen Eiern. Jetzt ist Winterpause und wir werden wohl bis zum Frühjahr warten müssen bis die Hühner, die wir inzwischen haben, zuverlässig legen.

Die Jahreszeiten hier empfinden wir als nicht so extrem wie in Deutschland, vor allem der lange graue und nasse Herbst ist nicht so dunkel und grau. Es gibt immer wieder Sonnentage die einen vergessen lassen das Herbst ist. So bleibt dann auch die Herbstdepression aus.

Den Sommer über lag unser Sprachunterricht doch mehr oder weniger auf Eis, und so sind unsere Fortschritte eher bescheiden. Auch nach über einem Jahr haben wir das Gefühl, das lernen wir nie. Es gibt irgendwie keine Regeln an denen man sich entlang hangeln kann. Viele Worte werden über die „Vokalharmonie“ gebildet. Aber zumindest die Aussprache beherrschen wir mittlerweile ganz gut. Leider haben wir bisher keinen Übersetzer im Netz gefunden, der Texte zuverlässig übersetzt, was es dann doch manchmal erschwert zu verstehen. Aber wir geben nicht auf, bleiben am Ball.

Bis auf die Geschichte mit unserer Enkelin, blicken wir letztendlich auf ein schönes, überwiegend positives Jahr zurück. Gesundheitlich hat uns beiden der Umzug gut getan. Noch immer können wir nicht mit reden wenn es um die medizinische Versorgung geht. Wir haben noch keinen Arzt hier benötigt und hoffen auch, das dies noch möglichst lange so bleibt.

Ich ertappe mich immer häufiger dabei das ich mich nicht mehr meiner Heimat zugehörig fühle. Deutschland ist soweit weg. Hier ist meine neue Heimat. Hier fühle ich mich wohl und sicher. Fühle mich den Ungarn verbunden, und reagiere mit Unverständnis auf vieles was die Deutschen tun. Besonders auch die ausgewanderten Deutschen, die den ganzen Tag nichts anderes tun als alles was in Deutschland passiert zu verfolgen und in den sozialen Medien zu dokumentieren. Oft mit den Worten, was ist nur in unserem Land los? Sie leben doch gar nicht mehr dort, und hier in unserem Land läuft es doch anders. Vieles was in Deutschland los ist, ist hier doch gar kein Thema. Sicher auch ich verfolge was dort passiert, aber nur aus dem Grund weil dort immer noch Menschen leben die mir sehr wichtig sind, Familie und einige wenige Freunde. Aber ich empfinde es nicht mehr als mein Land, als meine Probleme. Von daher halte ich mich aus solchen Themen auch raus, man wird sie auf meiner Chronik eher nicht finden. Aber wie war das? Jeder Jeck ist anders, jeder hat andere Prioritäten und das ist auch gut so. Wäre ja langweilig wenn jeder gleich ticken würde.

Meine Wünsche zum Jahresende und für das Jahr 2019 sind überschaubar. Ich wünsche allen die dies hier lesen, aber besonders den Menschen die mir nahe stehen:

Zufriedenheit, Gesundheit und Menschen die jederzeit zu euch stehen. Ein friedliches Weihnachtsfest und einen guten Übergang in ein hoffentlich friedliches Jahr 2019
Elègedettsèg, Egészég, Barátok. Boldog karácsony és boldog év 2019