Eyyy das ist nicht witzig :-)

Guten Morgen, jó reggelt kivanok.

Doch ich finde es witzig wenn ich wieder mal von einem meiner Facebook Kontakte angeschrieben werde, mit der Nachricht – ich bin schon wieder gesperrt. Ich bin seit knapp neun Jahren auf dieser Plattform, eine Sperrung habe ich noch nie geschafft. Die Gründe warum Mitglieder gesperrt werden sind allerdings manchmal wirklich lachhaft, in anderen Fällen sicher auch berechtigt. Ich beobachte allerdings auch, das die Meinungsfreiheit immer mehr eingeschränkt wird. Denn es sind nicht nur Hasspostings die gelöscht und gesperrt werden, manchmal reicht es wirklich seine eigene Meinung zu gewissen Themen objektiv zu äußern.

Das traurige an der Geschichte ist aber, es sind so viele Fakemeldungen im Netz, das man eigentlich gar nicht mehr kommentieren kann, ohne zuvor den Wahrheitsgehalt zu überprüfen, sofern überhaupt möglich.

Was mich am meisten ärgert, es gibt eigentlich kaum noch ein Thema welches man ansprechen kann. Meist dauert es nicht mehr lange dann rutscht es ins politische, oder aber einen Kleinkrieg unter den Beteiligten. Ich frage mich dann häufig, warum ist das so? Warum gehen die Menschen so miteinander um?

Dies fällt mir besonders häufig unter den vielen Tierschützern auf, da weist jemand darauf hin das man schon schauen muss, wo man hilft oder spendet, und schon fühlen sich manche angegriffen. Wenn ich nicht betroffen bin, somit nicht gemeint sein kann, warum rege ich mich darüber auf? Aber auch ich selbst habe es schon zu spüren bekommen, eine rein informative Frage die mich wirklich interessiert hat, führte zu persönlichen Angriffen und Unterstellungen.

Es ging um mein Thema, ich wollte wissen wie die Situation in Ungarn in Bezug auf häusliche Gewalt ist. Ob es Hilfen in Form von Beratungsstellen, Frauenhäusern für Betroffene gibt. Eine Frechheit diese Frage zu stellen, hierher zu kommen und den Ungarn beibringen zu wollen wie sie zu leben haben. Dabei liegt mir nichts ferner, ich wollte einfach wissen wie präsent dieses Thema in meiner Wahlheimat ist.

Soziales Netzwerk, und hier im besonderen Facebook, ist nur etwas für Menschen mit einem dicken Fell. Früher oder später bekommt jeder den Shitstorm zu spüren. Eigentlich wie im realen Leben, machst du nicht was ich will, bist du nicht so wie ich es möchte, dann bist du außen vor, und ich werde dafür sorgen das auch andere erfahren das sie sich am besten von dir distanzieren sollen.

Das schlimme daran, es bleibt immer etwas hängen, hat man jemanden mal diffamiert, wird er dies nie mehr so ganz los. Irgendjemand gräbt es dann immer wieder aus, so nach dem Motto – ach da war doch mal was. 🙁

Ehrlichkeit, Probleme direkt mit dem Gegenüber austragen scheint leider nicht mehr modern zu sein.

Und das finde ich dann auch nicht mehr witzig. Leute denkt endlich daran, auch im Internet sind es Menschen die aktiv sind, Menschen mit Gefühlen. Und es gibt viele Menschen die daran kaputt gehen.

Glück und Leid liegt oft nah beieinander

Guten Morgen, jo reggelt. Heute ist ein guter Tag. Der Beschluss des Oberlandesgericht wird endlich umgesetzt. Felicitaz wird heute endlich frei gelassen. Während wir uns freuen, weint ganz in der Nähe von Solingen ein Mann um seine Frau. Deren Tod hat mich sehr nachdenklich gemacht.

Donnerstag der 25.04.2018, ein Datum welches unsere Familie wohl nie mehr vergessen wird. Endlich kommt zusammen was zusammen gehört. Nachdem schon am vergangenen Donnerstag vor dem Oberlandesgericht entschieden wurde, das Felicitaz nach Hause darf, das die Eltern alle Rechte zurück erhalten, wird dieser Beschluss heute endlich umgesetzt. Freitag haben sich Eltern und Tochter das letzte Mal gesehen. Es haperte wie so oft an der Kommunikation. Laut Träger wurden vom Jugendamt keine Umgangstermine für diese Woche vereinbart, sondern nur mitgeteilt das Felicitaz wieder nach Hause soll. Wäre es mein Kind gewesen, hätte ich sie am Freitag schon mitgenommen. Wer hätte mich daran hindern sollen, nachdem der mir das höchste Gericht aus NRW alle Rechte zurück gegeben hat? Da es Seitens des Jugendamtes aber hieß sie benötigen ein paar Tage um den Beschluss umzusetzen, ließen die Eltern es auf sich beruhen um sich kooperativ zu zeigen. Das warten fiel schwer, zumal auch eine Zusammenarbeit mit dem Jugendamt sich schwierig gestaltet.

Als Manuel und Stefanie den Antrag beim OLG stellten war der Wortlaut sinngemäß in etwa folgendermaßen: Wir beantragen den Beschluss des Familiengerichtes Solingen aufzuheben, uns unsere Tochter zurück zu geben. Behelfsweise auf mildere Mittel zurück zu greifen, wie eine Familienhilfe, die Unterbringung bei Paten oder Familie. 

Das Oberlandesgericht folgte diesem Antrag, beauftragte das Jugendamt eine Flex (flexible Familienhilfe) zu beauftragen, die sich davon überzeugen soll das es Felicitaz gut geht, und zudem soll Felicitaz regelmäßig (2mal die Woche) beim Kinderarzt vorgestellt werden, dieser entsprechend von der Schweigepflicht entbunden werden. Zudem bekamen die Eltern alle Rechte zurück.

Doch im gestrigen Gespräch mit dem Jugendamt zeigte sich das Vertrauen ist massiv zerstört, und eine Kooperation wird nicht einfach sein. Besonders eine Mitarbeiterin scheint nur darauf zu warten und zu hoffen das etwas schief geht. Während der Sachbearbeiter zumindest vordergründig bemüht schien die Wogen zu glätten und einen Rahmen zu schaffen der dem Beschluss genügt und mit dem beide Seiten lebe können, kam die Mitarbeiterin sehr dominant und von oben herab rüber. Wie sich dies in den kommenden Wochen entwickelt bleibt abzuwarten. Das alles entscheidende Gutachten wird für Ende Mai erwartet, es ist somit ein absehbarer Zeitraum, bis zu einer endgültigen Entscheidung. Für diese Entscheidung ist dann wieder das Familiengericht in Solingen zuständig.

Doch heute ist einfach nur Freude angesagt, und die kleine Familie wird die nächsten Tage und Wochen sicherlich nur genießen.

Vor einigen Tagen habe ich in Facebook gelesen das eine Facebookfreundin, mit der ich mich regelmäßig ausgetauscht hatte ihrer Krebserkrankung erlegen ist. Noch im vergangenen Jahr war die Freude groß, sie hatte ihre Frühberentung durch. Nach vielen Jahren Aufopferung in der Pflege, waren ihre Kräfte verbraucht. Sie freute sich auf den Ruhestand, machte Pläne. Unter anderem wollte sie uns hier besuchen kommen. Und wenn ihr Mann in naher Zukunft in Rente geht mit ihm gemeinsam ans Meer ziehen. Dann die Diagnose Krebs, diese hat sie nur wenige Monate überlebt. Leider war uns ein persönliches Kennenlernen nicht mehr vergönnt.

Neben der Traurigkeit machte sich in mir aber auch Dankbarkeit breit. Dankbarkeit für meine PTBS die mich schon vor neun Jahren in die Frührente schickte. Neun Jahre die ich leben durfte, ohne Druck und Stress. Auch wenn diese Rente mir keine großen Sprünge erlaubt, erlaubt sie mir das wichtigste. Ich darf jeden Tag leben. Darf mir so wie jetzt gerade von der Sonne die Nase kitzeln lassen, darf dem morgendlichen Gesang der Vögel lauschen, mit nackten Füssen durch das nasse Gras laufen. Wenn ich mal wieder nicht ganz bei mir bin, dann muss ich nichts tun, kann mich einfach gehen lassen, und wenn ich will den ganzen Tag im Bett liegen. Es gibt niemanden mehr der mir sagt was ich zu tun und zu lassen habe. Dafür bin ich sehr dankbar. So schlimm die Auslöser für die PTBS auch waren, letzten Endes bin ich zufrieden so wie es heute ist. Und je mehr Freunde, Bekannte oder auch Verwandte gehen, umso klarer wird mir der Spruch – Lebe jeden Tag so als wenn es dein letzter wäre. Das Leben kann so schnell vorbei sein, und bis dahin sollte man sich so viele Träume wie möglich erfüllt haben. Seinen eigenen Weg gehen, sich nicht von Zweifelern und Pessimisten beirren lassen. Das Leben findet heute statt, schon morgen kann es vorbei sein.