Eindeutig, die Urlaubssaison ist zu Ende

So langsam merkt man es, Ungarn gehört wieder den Einheimischen und denen die hier das ganze Jahr leben.

Unser erster Besuch in Fonyod auf dem Markt war in unserem Urlaub im Juli. Der Markt war voll, und es gab unzählige Händler und Gänge. Vor drei Wochen noch war der Markt gut besucht von Händlern und Kunden.

Heute hingegen war es richtig entspannt. Ich kann immer noch alles kaufen, aber nicht mehr alles von gefühlten zehn verschiedenen Händlern sondern von einem. Einzig die Lebensmittelhändler schienen die gleichen wie im Sommer zu sein. Wir haben wieder bei unserem Metzger eingekauft, einem deutschen der seit 11 Jahren hier lebt und arbeitet. Seine Waren sind schmackhaft. Ansonsten sind wir heute einfach nur gebummelt. Auch schien heute eine Art Kinderfest gewesen zu sein. Es gab eine kleine Spielmeile, mit Animationen die ich schon längst vergessen glaubte aber von den Kindern hier mit Begeisterung angenommen wurden. Es machte einfach nur Spaß zu sehen wie sie diese einfachen Angebote benutzten und Spaß hatten. Alles hatte etwas mit Motorik zu tun, nur durch Genauigkeit und Gleichgewicht halten bekamen sie ein Erfolgserlebnis.

Wie fast immer, tauschten Achim und ich für die Heimfahrt die Rollen und ich nahm am Steuer Platz. Hmm, bis wir zuhause sein würden war es schon wieder zu spät zum kochen, also fuhr ich über Land nach Hause in der Hoffnung irgendwo ein kleines aber feines ungarisches Lokal zu finden. Rund 35km von Fonyod entfernt haben wir gefunden was wir suchten. Ein ungarisches Lokal mit ungarischen Speisen. Und unglaublichen Preisen. Zwei Hauptgerichte, zwei Desserts und zwei Getränke das alles für nicht einmal 15 Euro. Die Bedienung sprach sogar sehr gut deutsch, das Lokal war sauber und einladend. Wir waren die einzigen nicht Ungarn und das Lokal war gut besucht. Ganz sicher nicht unser letzter Besuch dort. Nur den Weg dorthin müssen wir noch auskundschaften. Denn ein Teil unseres Heimweges, war zwar der offizielle Weg, doch es war ein Feldweg. In Deutschland undenkbar, hier sogar mit Schildern ausgestattet. Aber ganz sicher nur ein Schönwetterweg 🙂

Zuhause wurden wir dann stürmisch von unseren Fellnasen begrüßt, die uns schon sehnsüchtig erwartet haben, denn auch ihr Mittagessen war schon überfällig, oder hatten sie uns einfach nur vermisst? 🙂 Auf jeden Fall schön wenn man heimkommt und vor lauter Liebe fast umgeworfen wird.

Euch allen ein schönes und vor allem liebevolles Wochenende

Unterwegs auf Ungarns Straßen

Jo estet kivanok, ich wünsche euch einen schönen Abend. 

Wir haben uns heute eine Auszeit gegönnt und Kisten, Kisten sein lassen. Unser Ziel war Fonyod, dort wollten wir den so häufig angepriesenen Markt besuchen. Petrus war auch auf unserer Seite und ließ sogar die Sonne durch die Wolken blinzeln. Als ich heute früh aufgestanden bin regnete es und jetzt auch wieder. Doch unseren Bummel durften wir trocken genießen.

Wochenmarkt, man kennt es ja aus Deutschland, eine Handvoll Stände mit regionalen Produkten und ansonsten jede Menge Händler mit allerlei Plunder. So war es zumindest die letzten Jahre in den Regionen in denen wir gelebt haben. 

Ganz anders heute in Fonyod. Wir waren insgesamt knapp drei Stunden unterwegs, und ob wir wirklich alle Gänge gesehen haben wage ich zu bezweifeln. Obst und Gemüse? Wurst und Käse? Kein Problem die Auswahl erschlägt dich. Brot, Kuchen, Honig, Marmeladen auch reichlich zu finden. Auch hier gibt es Kleidung auf dem Markt, doch nicht so ein Plunder und Einheitskram wie in Deutschland. Fast an jedem Stand hätte ich kaufen können, überall gab es etwas das mir gefiel. Ich habe mich für den Übergang auf zwei Westen beschränkt, meine jetzige kann wohl der beste Schneider nicht mehr retten. 

Haushaltswaren gab es auch, von Töpfen, über Holzlöffel bis hin zu Weidenkörben und Stühlen. Natürlich gab es auch ein paar Stände an denen man Kitsch kaufen konnte, so ganz ohne kommt wohl kein Markt aus. Eine Ecke gehörte den Trödlern, ähnlich wie in Deutschland hatten die Händler ein breites Warenangebot.

Man merkte gleich das Fonyod fest in Touristenhand ist, überall hörte man Deutsch, und auch alle Händler mit denen wir sprachen konnten Deutsch. Der holländische Käsemann war total erstaunt das ein Deutscher in Ungarn nach Komijn Käse fragt 🙂 Joachim war allerdings glücklich endlich mal wieder seinen Lieblingskäse gefunden zu haben.

Nach dem Markt mussten wir noch einen kleinen Umweg zu unserem Umzugshelfer machen, seine Spanngurte lagen immer noch bei uns.

Auf dem Heimweg ist es dann passiert. Wir wurden von der Polizei raus gewunken, allgemeine Verkehrskontrolle. In Deutschland ist mir das bestimmt schon 25 Jahre nicht mehr passiert, hier habe ich nur eine Woche gebraucht 🙂 Aber es war eine ganz humane Kontrolle, Führerschein, Fahrzeugschein, ein Blick hinten aufs Nummernschild, nehme an wegen TÜV, dann durften wir weiter fahren. Da wir mittlerweile wissen das hier sehr viel kontrolliert wird, auch auf der Autobahn immer wieder Radarkontrollen sind, halten wir uns penibel an die Vorschriften. Wie in Deutschland mal eben zehn km/h schneller als erlaubt, würde ich mich hier nicht trauen. Wenn ich hier eine Knolle bekomme, dann weil ich wieder mal vergessen habe das Licht einzuschalten. Kann man eigentlich das Abblendlicht so mit der Zündung koppeln das es von allein an und aus geht? Leider wird Tagfahrlicht zwar geduldet, aber es entspricht nicht den Regeln, sonst wäre es natürlich am einfachsten dieses nachzurüsten.

Es regnet noch immer und für morgen sind die Aussichten ebenso bescheiden, aber am Montag werden es wieder 27 Grad und 12 Stunden Sonne, sagt die App. Die Natur braucht den Regen allerdings auch mal wieder, obwohl es hier erstaunlicherweise trotz großer Hitze und Trockenheit alles grün ist.