Mädchen sucht Bauer

Guten Morgen aus einem trüben und kalten Bad Arolsen. Heute sieht es so aus als sollte die Sonne sich nicht zeigen.

Als ich vorhin durch Facebook scrollte, fiel mir auf das sämtliche Medien heute ein Thema aufgreifen. Gestern lief wohl die xte Staffel von Bauer sucht Frau. Ist es eine Bildungslücke, wenn ich jetzt sage, ich habe noch nicht eine Folge gesehen? Aber da fiel mir etwas ein was jetzt schon 40 Jahre zurück liegt.

Ich habe euch ja » mein Dorf « Herbsen vorgestellt. Und auch erzählt dass wir dort immer Ferien auf dem Bauernhof machten. Mich als Stadtkind begeisterten diese Ferien so sehr, dass ich fest entschlossen war. Auf diesem Hof werde ich Bäuerin.

Herbsen 11.10 (1)

Damals war ich zehn, oder elf Jahre alt. Ich fuhr mit den Wirtsleute raus aufs Feld, ich war im Stall half beim Füttern. Selbst beim Abladen der Rüben habe ich geholfen. Auch wenn ich abends total platt war, ich am nächsten Morgen Muskelkater hatte, änderte dies nichts an meiner Entschlossenheit.

Herbsen 11.10 (4)

Was mir damals völlig egal war, dass der Hoferbe wesentlich älter war als ich. Mindestens 10-15 Jahre. Ich war tottraurig als ich erfuhr dass er geheiratet hatte.

Heute muss ich schmunzeln wenn ich an diese Zeit zurück denke. Aber die Erinnerung bleibt. Ich muss mal meine externe Festplatte anschließen und nachschauen. Ich bin sicher dass ich noch Fotos von damals finde. Habe ich doch alles was mir wichtig ist, bei unserer Haushaltsauflösung eingescannt. Wenn ich die Bilder finde, werde ich sie die Tage mal hochladen. Wer weiß, vielleicht findet sich ja dann noch ein Bauer der mich haben will.

Volkmarsen 10.10 (13)

Jetzt wünsche ich euch einen schönen Dienstag.

Herbsen, Ort meiner Kinderzeit

Herbsen, seit 1972 ein Ortsteil von Volkmarsen, und der Ort wo ich viele unbeschwerte Ferien verbringen durfte. Sommer, Herbst oder Weihnachten, egal zu welcher Jahreszeit, für uns Kinder ein Paradies. Als wir heute an diesen Ort zurück gekehrt sind, stellte sich mir allerdings die Frage, wie kommen Erwachsene auf die Idee, hier Urlaub zu machen? Außer einem Tante Emma Laden, den es heute nicht mehr gibt, und zwei Gaststätten gab und gibt es hier eigentlich nur Landwirtschaft und Natur.

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Doch ich liebte dieses Dorf, und auch heute Vormittag kamen unendlich viele Erinnerungen hoch. Einer der beiden Höfe wo wir übernachtet haben, hat sich nicht wirklich verändert.

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Oben rechts die zwei Fenster, dort haben wir immer geschlafen. Links unsere Eltern und dahinter mein Bruder und ich.

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Auch der Stallbereich sieht noch aus wie damals, schon damals hing an gleicher Stelle ein Schlauch.

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Unsere anderen Gastgeber, waren ein paar Meter weg, direkt an der Hauptstraße zwischen Volkmarsen und Diemelstadt. Da hat sich allerdings einiges getan.

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Links wo jetzt das Wohnhaus steht, befand sich früher der Stall. Der rote Pavillon, ich erwähnte ihn gestern schon, stand früher rechts neben dem Haupthaus. Die Treppe hoch befand sich eine der beiden Gaststätten, heute gibt es die Gaststätte nicht mehr. Scheinbar hat keins der Kinder den Betrieb der Eltern weitergeführt.

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Der ehemalige Gästebungalow, dient heute nur noch als Untergrund für die Solaranlage, ansonsten steht er wohl leer.

Ein Stück am Haus vorbei, den Berg hinauf waren wir Kinder oft. Im Winter zum rodeln

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Und im Sommer um uns in der Kneippanlage abzukühlen.

Scheint auch schon länger nicht mehr in Betrieb zu sein :-(
Scheint auch schon länger nicht mehr in Betrieb zu sein 🙁

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Es war schön, mal wieder abzutauchen, sich zu erinnern. Doch es liegt eine lange Zeit zwischen damals und heute, ein Gesicht welches mir bekannt vorgekommen wäre, habe ich nicht gesehen. Und einfach an die Türe gehen und klopfen mochte ich auch nicht wirklich. Zumal unsere Wirtsleute heute auch weit über die 70 Jahre sein müssten, wenn sie noch leben.

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Aber eine Geschichte muss ich euch noch erzählen. Hier wo ich jetzt stehe, stand immer unser Wagen, wenn wir hier übernachtet haben.

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So auch in dem einen Winter. Am Abreisetag war unser Auto voll mit Schnee. Mein Vater startete den Motor und stieg wieder aus um das Auto freizumachen. Ich weiß, man sollte den Motor nicht im Stand warmlaufen lassen, mein Vater wusste dies scheinbar nicht. 🙂 Aber wie war das mit den kleinen Sünden? Heute würde dies vermutlich nicht mehr passieren, damals in den 70ern ging dies noch. Als mein Vater ausgestiegen war, drückte er ganz automatisch den Verriegelungsknopf der Fahrertüre. Das Auto war vom Schnee befreit, sicherlich auch schon ein bisschen warm drinnen, doch wir standen draußen. 🙂 Klar hatten meine Eltern einen Ersatzschlüssel mit, doch dreimal dürft ihr raten wo der sich befand. Richtig! Im Handschuhfach. 🙂 Meine leise Hoffnung auf verlängerte Ferien erfüllte sich trotzdem nicht, mein Vater schmiss die Scheibe der Fahrertüre ein, flickte sie dann mit einer Plastikfolie und wir fuhren trotzdem nach Hause.

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Mittlerweile stehen wir am Twistesee, und werden gleich ein wenig spazieren gehen.