§ 225 StGB – Misshandlung von Schutzbefohlenen

Ein interessanter § der mich zum nachdenken anregt.

§225 StGB- Misshandlung von Schutzbefohlenen. Was kann man darunter verstehen?

I Verhältnis zwischen Täter und Opfer

Die Misshandlung von Schutzbefohlenen gem. § 225 StGB kann zunächst nur zum Nachteil einer Person begangen werden, welche entweder junger als 18 Jahre ist oder wegen einer Krankheit bzw. altersbedingten Gebrechlichkeit in besonderem Maße schutzwürdig ist.

Erforderlich ist zudem ein gewisses Über-/Unterordnungsverhältnis zwischen dem Täter und dem mutmaßlichen Opfer. Dies ist gegeben, wenn das Opfer

1. der Fürsorge oder Obhut des Täters untersteht,

2. seinem Hausstand angehört,

3. von dem Fürsorgepflichtigen der Gewalt des Täters überlassen wird oder

4. dem Täter im Rahmen eines Dienst-oder Arbeitsverhältnisses untergeordnet ist.

Ist dieser § anwendbar auf Felicitaz und die vielen anderen Opfer der sogenannten Jugendhilfe? Sie alle sind unter 18 Jahren, und sie stehen unter der Fürsorge oder Obhut ihres Vormundes und Ergänzungspflegers, dies ist meistens das Jugendamt. Da ich die Details der vielen tausend Fälle nicht kenne, bleibe ich im Artikel bei Felicitaz.

Felicitaz wurde am 02.01.2018 in einer Bereitschaftspflegefamilie untergebracht, ihren Eltern wurde vorgeworfen das sie ihr Kind misshandelt haben. Trotz vieler Zweifel, mittlerweile auch vieler gegenteiliger Beweise durfte sie bisher nicht nach Hause.

Vergangene Woche wurde sie von ihren Pflegeeltern wie eine Ware zurück gegeben. Die Gründe und näheren Umstände könnt ihr hier nachlesen . Sie lebt momentan rund 130km von ihrem zuhause entfernt. Das Solinger Jugendamt, konnte nicht einmal mit Gewissheit sagen wie sie jetzt untergebracht ist. Lebt sie in einem Heim oder wieder in einer Familie? Dies empfinde ich zumindest als eine starke Gleichgültigkeit gegenüber dem Kind. Und somit eine Vernachlässigung der Fürsorgepflicht.

Doch es kommt noch besser. Bei ihrem Umgangskontakt erfuhren die Eltern das Felicitaz erneut in einer Familie und nicht in einem Heim sei. Wir hoffen das diese Aussage stimmt, müssen den Umgangsbegleitern vertrauen. Durch diese erfuhren wir aber auch schockierende Dinge.

  1. Der Grund warum Felicitaz in Obhut ist, wurde nicht übermittelt.
  2. Arzttermine, unter anderem beim Kardiologen,  die aktuell anstehen wurden dem Träger nicht mitgeteilt
  3. Die dringend notwendige Krankengymnastik, gegen das überstrecken, wurde ebenfalls nicht mitgeteilt und wird somit nicht fort geführt.

Es wurde wissentlich die Fürsorgepflicht verletzt. Das Kindeswohl wurde und ist massiv gefährdet wenn die eingeleiteten medizinischen Maßnahmen nicht fortgeführt werden. Es wird auf jeden Fall zu Entwicklungsverzögerungen kommen, da durch das überstrecken, das drehen und sich aufstützen und später dann zu krabbeln, erschwert wird. Die Eltern bemerken schon jetzt, erst wenige Tage nach dem Wechsel, das ihre Tochter sich wieder häufiger überstreckt, zuvor hatte sich das etwas gegeben weil die Physiotherapeutin regelmäßig mit ihr gearbeitet hatte.

§225 StGB – Misshandlung Schutzbefohlener ist von daher für mich anwendbar. Jugendamt, als auch die Vormundin, machen sich strafbar durch Unterlassen. Wenn sie bei einem Wechsel relevante Fakten verheimlichen, ob vorsätzlich oder aus Gleichgültigkeit, dann machen sie sich auf jeden Fall des Straftatbestandes, der böswilligen Vernachlässigung der Pflicht für ihren Schutzbefohlenen zu sorgen, schuldig.

Oder wie seht ihr das? Liege ich damit falsch?

 

Zitate im Text stammen von der Internetseite von Fachanwalt für Strafrecht    
Nikolai Odebralski , http://www.ra-odebralski.de/strafrecht-rechtsanwalt/strafrecht-einzelne-delikte/misshandlung-von-schutzbefohlenen/

 

Das ist unzumutbar

Am 29. März wurde Felicitaz erneut vom Jugendamt verschleppt. Lange Stunden wussten wir nicht wo sie hingebracht wurde. Dann die Nachricht sie befände sich Nahe Wesel. Am nächsten Tag dann die Nachricht Besuchskontakte finden in Kleve statt, wie gehabt zweimal die Woche eine Stunde.

Die Richterin am Familiengericht konnte dem Eilantrag leider nicht stattgeben, da der Fall mittlerweile beim OLG liegt und sie nicht über deren Kopf entscheiden darf. Der Termin beim OLG ist auf Mitte des Monats terminiert.

Gestern sind meine Kinder nach Kleve gefahren, sie wollten die Strecke kennen lernen, wissen wo genau die Adresse ist zu der sie jetzt immer hin müssen.

Mitgebracht haben sie unter anderem, bei halbwegs freier Fahrt sind sie über zwei Stunden hingefahren. Die Termine sind um elf Uhr, heißt wenn sie los müssen ist  Berufsverkehr, also mindestens um sieben schon fahren. Denn sind sie nicht pünktlich, wird das gegen sie verwendet. Dann sind sie unzuverlässig und man kann ihnen die Umgangskontakte verweigern.

Dieses Wissen wiegt um so schwerer, da bekannt ist das ausgerechnet dieses Jugendamt, welches jetzt zuständig ist, gerne die Umgänge boykottiert. Auch wegen anderer Dinge ist es massiv in der Kritik.

Mitgebracht haben sie aber auch ein Foto, welches zeigt in welch liebevoller und gemütlicher Atmosphäre die Umgänge jetzt stattfinden. Ein Gelände irgendwo in einem Industriegebiet. Beim ersten Blick dachte ich das sei ein Containerdorf, erst dann habe ich den Eingang hinten gesehen.

Jetzt heißt es wieder Anträge stellen, und hoffen das diese durch gehen