Ich habe mich getraut – Erfahrungsbericht

Wie ihr alle sicherlich wisst bevorzuge ich ein möglichst Chemiefreies Leben. Auf Grund des sehr harten Wassers hier, kam ich allerdings mit meinen selbstgemachten Shampoo und Duschgel nicht mehr zurecht. Haut und Haare wirkten stumpf, die Haare kraftlos.

Schon oft habe ich davon gelesen, konnte mir aber nicht vorstellen das es funktioniert. Haare waschen mit Roggenmehl. Vor vier Wochen habe es gewagt. Ich habe mir Roggenvollkornmehl gekauft und los ging es.

Beim ersten Mal mischte ich ca. 150ml Wasser mit Roggenmehl in einem Glas, gut schütteln bis sich das Mehl mit dem Wasser verbunden hat. Ich ließ die Mischung zehn Minuten stehen, schüttelte noch einmal und ab ging es unter die Dusche. Haare gut anfeuchten und zuerst die Kopfhaut mit der Mischung massieren, anschließend auch in die Haare einkneten. Das Mehl sollte mindestens fünf Minuten Zeit zum einwirken haben. Da ich kurze Haare habe, reicht die Mischung zudem um meinen Körper ebenfalls mit Roggenmehl zu waschen. Kopf und Körper gut abspülen, fertig. Keine Spülung, keine Haarkur.

Kurze Standzeiten haben eine bessere Reinigungswirkung. Lässt man die Mischung hingegen ziehen, 1-2 Stunden steigt die Pflegewirkung. Bei stark Kalkhaltigen Wasser, empfiehlt es sich der Mischung einen Löffel Zitronensaft oder Essig beizugeben. Probleme mit Haarausfall? Einfach einen Teil des Wassers mit frisch aufgebrühtem Kaffee ersetzen.

Weitere hilfreiche Tipps findet ihr auch hier  

Probiert es doch einfach mal aus, ich würde mich freuen wenn ihr von Euren Erfahrungen berichtet. Vielleicht ist es Einbildung, aber ich habe das Gefühl das meine Haare weicher und kräftiger werden.

Winterschlaf

Guten Morgen, jó reggelt, bin mal eben aus dem Winterschlaf erwacht und dachte ich habe euch schon lange nichts mehr erzählt. Bevor ich mich wieder in meine Höhle verkrieche, wollte ich dies doch noch schnell erledigen.

Es ist ja jetzt schon unser zweiter Winter hier, dieser jetzt ist kälter, winterlicher als im vergangenen Jahr. Schon im Dezember gab es den ersten Schnee, und er blieb bis vor zwei, drei Tagen. Im letzten Jahr gab es im Februar mal eine Woche Schnee und das war es. Was normal für unsere Region ist kann ich somit noch nicht sagen, da werden wohl noch einige Winter folgen müssen.

Im Herbst habe ich euch ja über die endlose Geschichte unserer Heizung erzählt, naja wohl eher gejammert 🙂 Aber jetzt ist alles gut, sie heizt ordentlich und es gab noch keinen Ausfall der Anlage. Im März wird abgelesen und dann wird sich zeigen was uns ein warmes Haus an Heizkosten kostet. Auch dies werdet ihr hier erfahren. Aber es ist schon schön, morgens aufzustehen und das Haus hat eine angenehme Temperatur. Im letzten Jahr habe ich oft geflucht, wenn ich erst den Ofen reinigen und anfeuern musste. 🙂 Denn nur selten brannte er am Morgen noch, es sei denn einer von uns musste Nachts mal aufs Örtchen 🙂

Was gibt es noch neues bei uns? Ihr kennt die Geschichte, eigentlich wollten wir gar keinen Hund. Und was haben wir diese Woche gemacht? Wir sind nach Karmacs gefahren. Dort betreibt die Tierhilfe für Ungarn ein Tierheim. Rund 60 Hunde, aller Altersklassen, warten dort auf ein Zuhause. Die Ausläufe und die Tiere wirken alle sehr gepflegt. Auch kennen sie alle ihre Tiere sehr gut. Wissen welcher Hund als Einzelhund vermittelt werden muss, welcher sich über Gesellschaft freut usw. Im Netz auf deren Seite hatten wir Marco gesehen, laut Beschreibung passte er sehr gut zu unserer Zicke. Marco kam mit rund acht Monaten nach Karmacs ins Heim. Im Mai wird er drei Jahre. Somit kennt er noch nicht so viel von der Welt. Hund kann man ihn auch nicht nennen, eher Bär. Ein dichtes zotteliges Fell, große Tatzen und am liebsten ganzen Tag knuddeln. Heute regnet es hier, und das geht gar nicht. Ihhh Wasser von oben, nur schnell wieder rein, aufs warme Plätzchen. 🙂

Unsere Hühner halten immer noch Winterpause, noch immer gibt es keine Eier, aber sie fressen uns die Haare vom Kopf. Da müssen sie ab dem Frühjahr reichlich Eier legen, damit sie ihr Futter wieder abarbeiten. 🙂

Diese Woche gibt es im Netz wieder Diskussionen, die Welt hatte wohl mal wieder einen Artikel veröffentlicht mit der Schlagzeile – Billiger ungarischer Luxus, für deutsche Rentner. Natürlich sorgte dieser Artikel wieder einmal für reichlich Zündstoff unter den diversen Gruppenbenutzern. Mich stört allein schon das Wort billig. Ich setze billig immer mit minderwertig gleich. Und minderwertig finde ich hier eher nichts. Was mich auf jeden Fall begeistert, die Qualität der ungarischen Textilien. Auch nach dem xten Mal waschen und trocknen bleiben sie in Form. Wenn wir unterwegs mal in Möbelgeschäfte gehen, dann begeistert uns die Qualität und Verarbeitung der angebotenen Möbel. Oder der Service der Geschäfte. Kunde ist hier immer noch König, und das obwohl die Verkäufer einen harten und nicht wirklich gut bezahlten Job haben.

Obst, Gemüse, Fleisch, Wurst hat einen wesentlich besseren Geschmack, Fleisch schmilzt beim zubereiten nicht auf die Hälfte zusammen. Also auch hier nichts mit „billig“ sondern qualitativ hochwertige Ware.

Die Nebenkosten sind wesentlich günstiger als in Deutschland, egal ob wir jetzt von Strom, Wasser, Müll reden, oder von Versicherungen. Ebenso Autosteuer und Versicherung, kostet einen Bruchteil der deutschen Beträge. Dienstleistungen wie Friseur, Massagen, Fußpflege, Stundenlöhne liegen weit unter dem deutschen Niveau. Selbst ein Besuch beim Arzt gegen Cash ruiniert einen nicht wirklich.

Wer sich entscheidet nach Ungarn zu ziehen, wird auf jeden Fall mehr für sein Geld bekommen. Ich setze natürlich voraus das man in ein anderes Land zieht und nicht erwartet dort deutsche Produkte ( Importware) billiger zu bekommen als daheim. Kauft man in ungarischen Läden, ungarische Produkte bekommt man hochwertige Ware zu bezahlbaren Preisen. Alles andere ist Luxus, den auch wir uns hin und wieder mal gönnen, aber wirklich brauchen tut man dies eher nicht.

Für uns bedeutet unser Leben wirklich Luxus. Ruhig, entspannt, friedlich. Nette Nachbarn, mittlerweile auch einige nette Bekanntschaften und auch ein paar gute Freunde. Was braucht man mehr für ein erfülltes glückliches Leben?