Gedankensplitter

Es regnet, es ist kalt und nichts zieht nach draußen. Zeit ein wenig die Gedanken schweifen zu lassen. Momentan kreisen sie ein wenig um Sohn und Schwiegertochter. Noch vor vier Jahren hatte ich mit meinem Sohn keinen Kontakt. Unsere gemeinsame Vergangenheit und die schlechten Erfahrungen sorgten dafür das wir Abstand voneinander brauchten. Wir hatten jeder für sich viel aufzuarbeiten.
2013 dann ein erster vorsichtiger Kontakt, der sich schnell intensivierte. Er suchte sich in unserer Nähe Job und Wohnung. Lernte hier seine heutige Partnerin kennen. Jetzt sind die beiden seit zwei Tagen unterwegs bei ihrer Familie, und schon habe ich Sehnsucht, vermisse die beiden sehr.

Seit November stehen wir ja hier rund einen Kilometer von ihrer Wohnung entfernt und haben uns fast täglich gesehen. Als mein Knie nicht wollte, habe ich fast drei Wochen bei ihnen gelebt. Ich hatte ein wenig Angst das es zu eng werden würde, oder es meiner Schwiegertochter zu viel werden könnte. Doch es waren drei harmonische Wochen.

Vermutlich aus dieser Erfahrung heraus, kamen die beiden vor einigen Tagen mit einem Vorschlag um die Ecke. Sie machen sich Gedanken um uns, – was wenn ihr mal nicht mehr im Mobil leben könnt, oder einer von euch mal ernsthaft krank wird? Wir haben uns überlegt nach einem Haus Ausschau  zu halten, wo genug Platz wäre euch einen eigenen Bereich zu bieten. Dort könntet ihr im Winter leben, hättet immer einen festen Anlaufpunkt, wenn ihr das braucht oder möchtet. 

Sie haben uns damit ein bisschen überrumpelt, aber wir haben uns sehr über diesen Vorschlag gefreut, und wenn sie etwas entsprechendes finden, werden wir ihr Angebot gerne annehmen. Einen festen Anlaufpunkt haben, gibt doch ein wenig mehr Sicherheit. Auch jetzt, wir stehen hier, wissen nicht wann es finanziell wieder in geregelten Bahnen läuft. Da wäre so ein Anlaufpunkt schon was feines. Zeit und Platz um ein bisschen zu renovieren, was ja auf einem Parkplatz eher nicht so angesagt ist.

Und wenn die beiden irgendwann mal Eltern werden, könnte man die Enkel intensiv genießen wenn wir in der dunklen Jahreszeit dort sind. Je mehr ich darüber nachdenke umso besser gefällt mir der Gedanke. Von März/April bis Oktober/November auf Tour, und dann nach Hause zu den Kindern.

Schwiegertochter und Sohn, als sie uns im Sommer auf dem Stellplatz in Walsrode überrascht haben
Schwiegertochter und Sohn, als sie uns im Sommer auf dem Stellplatz in Walsrode überrascht haben

Ich fühle mich momentan wirklich reich, denn nicht jede Mutter hat einen so tollen Sohn und eine so patente Schwiegertochter. Ich habe diese junge Frau schon beim ersten Kennenlernen vor rund 2,5 Jahren gemocht. Und das hat sich mittlerweile gefestigt. Eine Frau die mit beiden Beinen auf dem Boden steht, es beherrscht meinen Sohn zudem auf dem Boden zu halten, wenn er mal wieder Wolkenschlösser baut 🙂 Die aber auch für jeden Blödsinn zu haben, unwahrscheinlich gerne und aus vollen Herzen lachen kann. Die keine Angst vor Arbeit und schmutzigen Fingern hat. Wenn ich die beiden miteinander beobachte, wird mir warm.

Rententechnisch hat sich noch nichts getan, aber nach nur einer Woche, wäre dies auch ein Wunder 🙂 Aber ihr wisst ja mittlerweile,sehr geduldig bin ich nicht 🙂

Ich weiß, dies war heute ein sehr persönlicher Bericht, und eigentlich hat er nichts mit Leben im Wohnmobil zu tun, aber ich denke auch so was gehört in einen Blog, als Leser möchte man doch auch die Menschen hinter dem Text ein wenig kennen lernen, jedenfalls geht es mir immer so.

Warten ist nicht gerade eine meiner Stärken

 

Jetzt ist der Januar schon fast wieder vorbei. Noch immer war ich nicht beim Gutachter, aber zumindest habe ich jetzt endlich einen Termin. Heute in einer Woche ist es soweit. Die Nervosität und Unruhe steigt. An wen werde ich geraten? Wie wird das Gutachten ausfallen? Muss ich wieder kämpfen oder gerate ich an einen empathischen Menschen? Diese Unsicherheit macht mir schwer zu schaffen. Ich schlafe kaum, und wenn doch dann sehr unruhig. Mein Magen schlägt wieder Purzelbaum, und mein Antrieb ist bei Null. Von daher ist Ablenkung angesagt.

Ich surfe viel im Internet, und teilweise kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Aber hin und wieder gibt es auch Beiträge die mich zum Lachen bringen. So auch heute, einfach nur sehr anregend für das Kopfkino, der Artikel so gut geschrieben das ich diese Bilder wirklich gesehen habe. Wie ist es um euer Kopfkino bestellt? Zum Artikel

Im Netz ist auch immer noch Silvester eins der Hauptthemen, und mich erschreckt es, wie verhärtet die Fronten sind. Die eine Hälfte die immer noch um Verständnis wirbt, die Ereignisse herunter spielt, und die andere Hälfte die am liebsten alle Ausländer ausweisen würde. Die goldene Mitte, die es versteht zu differenzieren, der sehr wohl bewusst ist das es Probleme gibt und nicht alles gut ist, war vor diesem Datum eine starke Truppe. Heute finde ich sie nicht mehr, oder nur noch ganz leise und vereinzelt. Was mich auch erschreckt ist dieser spürbare Hass, die Wut. Beides richtet sich aber nicht gegen die Verursacher, sondern gegen die Flüchtlinge.

Heute habe ich gelesen das die Griechen auf die Straße gehen, sie sind mit ihrer Regierung, die dem Diktat der EU folgt, nicht einverstanden. Hier scheint dies nicht möglich zu sein. Die Unzufriedenheit spürt man überall, es herrscht eine sehr gereizte Stimmung. Doch auf die Straße gehen, der Regierung zeigen, bis hierher und nicht weiter, scheint in unserem Land nicht möglich sein.

Ich würde mir wünschen, das wir wieder zu einer Differenzierung finden. Nicht alles Fremde ist schlecht, ebenso wie nicht alles gut ist. Doch auch in unserem Land gibt es die zwei Seiten, Gut und Böse. Ich möchte gerne auch in Zukunft unbeschwert Städtetouren unternehmen, ohne Angst, ohne das ständige Gefühl mich umdrehen zu müssen, um zu sehen was hinter mir los ist. Vor allem möchte ich auch wieder alleine los ziehen können und nicht für jede Unternehmung nach Begleitung suchen. Momentan bekomme ich Panik bei dem Gedanken alleine in eine größere Stadt zu müssen, oder durch eine große Menschenansammlung. Irgendwo einen Karnevalsumzug anschauen, in diesem Jahr ganz sicher nicht.

Hier drin, in meinem Zuhause fühle ich mich noch sicher. Auch wenn ich mal ein paar Stunden alleine bin, weil mein Schatz unterwegs ist. Aber sobald ich raus muss, begleitet mich auch ein ungutes Gefühl. Vielleicht ist dies auch dem anstehenden Termin geschuldet, mal schauen wie es anschließend ausschaut. In den letzten Tagen habe ich mir schon häufiger gewünscht, finanziell besser gestellt zu sein, zumindest seit ich weiß das es PTBS Hunde gibt. So ein Begleiter wäre sicher nicht schlecht, aber für mich völlig unerschwinglich und somit unerreichbar.

Ansonsten geht es uns richtig gut, unser Heim ist muckelig warm, noch mussten wir keinen Tag frieren. Frischwasser und Abwasser haben noch keinen Tag versagt. Und wenn wie heute den ganzen Tag die Sonne scheint, erreichen wir auch ohne Heizung locker 25 Grad im Mobil. Dies wäre in einer Wohnung absolut nicht möglich.

Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende, allen die unterwegs sind eine gute Fahrt, kommt sicher an euren Zielen an.