Warum, was ist passiert?

So oder so ähnlich, haben uns unendlich viele Nachrichten erreicht. Alle habt ihr auf diesen Bericht  reagiert. Wir möchten euch von Herzen danken für euer Mitgefühl und Interesse. Es war überwältigend und haben wir so nicht erwartet.

Nein ausgeträumt ist er noch nicht, unser Traum vom freien und ungezwungenen Leben. Und doch gibt es im Leben Angebote die man zumindest überdenken sollte.

Wie schnell es manchmal gehen kann habe ich am eigenen Leib ja im Dezember erfahren. Von einer Minute zur anderen konnte ich ein Bein nicht mehr belasten, die vier Stufen aus und ins Mobil unüberwindbar. „Gefangen“ auf 14 qm, für mich ein Gefühl, mit welchem ich aufgrund meiner Geschichte gar nicht umgehen kann. Zum Glück hat mein Sohn mich gerettet und mir für die Zeit der Genesung ein Obdach geboten. Joachim ist Asthmatiker, und diesen Winter kam eine Erkältung hinzu. Diese beeinflusste sein Asthma negativ, es kam zu wirklichen Erstickungsfällen wo ich befürchtete er kippt mir weg. Nachdem die Erkältung auskuriert war, ließ dies zwar wieder nach, normalisierte sich. Doch auch da dachte ich, was wäre wenn.

Seit rund einem Jahr schreibe ich regelmäßig mit einer Frau, die mich im TV gesehen hat. Wir kannten uns bis zum letzten Wochenende nicht persönlich. Doch sie hat uns jetzt einen Heimathafen angeboten, der uns trotzdem noch genügend Freiraum lässt um auch wieder zu reisen. Ein kleiner Ort mit rund 500 Einwohnern, und somit schön ruhig. Viel grün zum laufen mit Lucy. Im Umkreis von zehn Kilometern findet sich alles was man zum täglichen Bedarf benötigt. Und wenn man eines Tages nicht mehr fahren kann, kommen auch mehrmals die Woche fahrende Supermärkte in den Ort. Somit also bestens als Alterssitz geeignet.

Da wir jetzt dann erst mal einiges im Domizil machen müssen, damit es zu uns passt, bleibt vorläufig keine Zeit zum fahren. Und das WoMo soll nicht wieder endlos lange im freien stehen und nicht bewegt werden. Daher haben wir uns entschlossen ihn abzugeben.

Wenn alles so ist wie wir es haben wollen und uns vorstellen, dann werden wir uns wieder ein Mobil suchen und auch auf Tour gehen. Diese Seite hier werden wir trotzdem weiter führen, euch unsere neue Heimat vorstellen. Sehenswürdigkeiten und Stellplätze werden wir auskundschaften und euch hier erzählen was wir gefunden haben.

Jetzt wünschen wir uns aber vorrangig das wir für unseren Dicken einen Liebhaber finden, der weiß was für ein Schätzchen er da bekommt. Die genaue Beschreibung und viele Bilder findet ihr

hier:  Verkauf

Anfragen am besten direkt an unsere Email : freiwiederwind@outlook.de

Winter in Deutschland? Klar warum nicht?

Es ist Samstag, gerade mal neun Uhr, und die Heizung war heute noch nicht in Betrieb. Die Sonne steht genau vor uns und lacht durch die große Frontscheibe ins Mobil. Sie hat schon ausreichend Kraft unser Heim zu heizen und eine Wohlfühlwärme zu erzeugen. Auch Lucy genießt es und lässt sich die Sonne auf den Pelz scheinen.

Morgensonne

Meine Schlafmütze auf zwei Beinen krabbelt gerade aus den Federn, wie kann man bei so einem Sonnenschein so lange schlafen? Völlig unverständlich. 🙂

Gleich werde ich wieder unseren Tisch draußen aufbauen, und den herrlich Tag draußen genießen. Lucy wird dann sicherlich wieder ihrer Lieblingsbeschäftigung nach gehen.

Der Winter scheint vorbei zu sein, und wir haben ihn überraschend gut überstanden. Unsere Sorge im Winter kein Frischwasser zu bekommen war unbegründet. Zumindest hier in Bückeburg war die Anlange durchgängig offen. Auch bei Minustemperaturen hatten wir keine Tankprobleme. Ebenso unser Gastank. Viele sind ja skeptisch wegen der Mischung von LPG Gas. Deren Sorgen hatten sich natürlich auch auf uns übertragen. Was wenn die Mischung Butan/Propan nicht stimmt?  Würden wir dann irgendwann nur noch Butan im Tank haben und somit nicht mehr heizen können? Wir haben keinen Tag gefroren, und laut Tankmenge gibt es keinen Butanrest im Tank. So war auch diese Sorge unbegründet.

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Und wie war es mit der Enge? Es gab noch keinen Winter den wir auf so engen Raum zusammen verbracht haben. Würden wir uns auf die Nerven gehen? Nein, auch dies haben wir gemeistert. Obwohl wir sehr viel Zeit im Mobil verbracht haben, uns eigentlich nicht aus dem Weg gehen konnten, sind wir uns nicht an die Gurgel gegangen. 🙂 Somit sind wir jetzt guten Mutes, das wir dieses Leben noch eine Weile gemeinsam ertragen können. 🙂 301 Tage leben wir mittlerweile in unserem rollenden Zuhause, die Zeit ist so schnell vergangen. Wir haben viel gesehen, viele Menschen kennen gelernt. Manche die man nur virtuell kannte, standen plötzlich vor der Türe. Sie hatten gelesen das wir in ihrer Nähe sind, und sind einfach vorbei kommen. Das fanden wir toll, so wie auch am letzten Samstag, als plötzlich ein Cadillac vor unserer Türe stand. Joachim war hin und weg, er liebt ja Oldtimer, und wenn sie dann noch so einen tollen Sound haben und gepflegt sind, gerät er ins schwärmen 🙂 Leider habe ich es versäumt ein Foto zu machen 🙁

Aber auch Passanten sprechen uns oft an, stellen Fragen zum Mobil, zu unserer Lebensweise. Natürlich kam gerade jetzt im Winter auch immer wieder Frage, ist es euch nicht zu kalt, zu ungemütlich? 🙂 Wenn wir dann antworten das wir es sicherlich wärmer haben als sie in ihren Wohnungen, ernten wir immer wieder ungläubige Blicke.

Die Frage ob wir noch mal in Deutschland überwintern würden, können wir somit nur bejahen. Okay es war jetzt kein sonderlich harter und langanhaltender Winter, aber es gab doch Phasen die uns zeigten wie es sein könnte. Aber jetzt freuen wir uns erst mal auf Frühling und Sommer. Auf neue Orte, neue Menschen und neue Eindrücke.

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