Kleine Erlebnisse am Rande

Gestern sind wir von Stemwede zurück nach Minden gefahren. Dort stellten wir uns für die eine Nacht auf die Weide, da wir heute früh noch einen Termin in Minden hatten. Dort hatte ich ein Erlebnis, wo ich dachte diese kleinen Geschichten sind es auch wert einmal erzählt zu werden.Gartenparadies (10)

Wir fanden einen freien Platz fast direkt an der Weser. Wir standen schon eine Weile dort, als gegenüber ein kleines Wohnmobil startete, er setzte rückwärts neben uns. Das Lenkrad typisch britisch auf der rechten Seite und auch sein Kennzeichen verriet deutlich das er von der Insel kommt. Sein Fenster war offen und er begrüßte mich mit Guten Abend. Ich stammelte nur ein hello, hatte ich doch absolut keine deutsche Begrüßung erwartet. Dies sagte ich ihm dann auch, und so kamen wir ins Gespräch. Als erstes klärte er mich auf, das er kein Engländer sondern Schotte sei, dies sei ein großer Unterschied. Er hat viele Jahre in Deutschland gelebt, war als Soldat hier. Heute ist er in Rente, hat eine Wohnung in Schottland. Doch in Schottland regnet es immer, und so hat er gedacht fahre ich doch mal wieder nach Deutschland. Dies alles erzählte er mir fast akzentfrei. So schnell kann man mit anderen ins Gespräch kommen.

Gartenparadies (6)

Ein anderes Erlebnis hatte ich vor einigen Wochen auf einem Rastplatz an der Autobahn. Wir standen dort, machten Pause weil auf der Autobahn hätten wir auch gestanden. Plötzlich kommt ein südländisch aussehender Mann in meine Richtung. Er mustert unseren Wagen ganz genau. Dann spricht er mich an » Ein schönes Auto, great big « Ein Portugiese der mit seinem Laster ebenfalls Rast machte. Wenn er in ein paar Jahren in Rente geht, möchte er sich auch ein Mobil kaufen. Er war sein ganzes Leben auf den Straßen Europas unterwegs und kann sich nicht vorstellen dass dies plötzlich vorbei sein soll. Wir unterhielten uns dann noch über das Für und Wider, deutsches oder amerikanisches Wohnmobil. Auch dies war eine sehr bereichernde Begegnung.

Gartenparadies (32)

Heute standen wir vor dem Problem wo werde ich eine Matratze 160×200 los? Nach 17 Uhr, Müllentsorgung also schon zu, und eigentlich noch viel zu schade zum weg werfen. Da fiel uns die Flüchtlingshilfe Porta ein, und ein Heim von denen ganz in der Nähe. Dort wurden wir die Matratze sofort los. Eine der ehrenamtlichen Helferinnen rief einen Mann und er nahm sie dankbar für sich und seine Familie. Lach eine ganze Horde Kinder wollte natürlich auch direkt das Mobil besichtigen. Doch die Betreuerin konnte die Rasselbande bändigen.

Regenbogen 24.08 (2)

Zum Abschluss des Tages dann noch dieser  schöne Regenbogen über Bückeburg. Euch allen eine gute Nacht.

Hobby oder Lebenseinstellung?

 

Es war unser erstes Treffen von Mobilsten an dem wir teilgenommen haben. Naja, nicht ganz wir waren vor einigen Monaten für wenige Stunden in Minden beim Treffen.  Doch jetzt das erste Mal ein ganzes Wochenende. Haben auch viele wirklich nette Menschen getroffen und kennen gelernt. Aber auch das Gefühl wir sind hier falsch, wir passen nicht hier hin.Gartenparadies (4)

Hauptthema waren Urlaubsreisen und die Bewertungen von Stellplätzen. Bei beiden Themen konnten wir nicht wirklich mit reden. Wir haben keinen Ehrgeiz möglichst schnell, möglichst viele Plätze kennen zu lernen. Eigentlich meiden wir belebte Stellplätze wann immer es möglich ist. Unsere Prioritäten sind völlig anders gesetzt. Für uns ist unser Mobil kein Luxus welchen wir uns leisten, sondern unser Zuhause. Heißt auch Küche und Bad wird regelmäßig benutzt. Die Spülküche oder die Sanitäranlagen eines Platzes interessieren uns eher weniger. In einer Wohnung gehe ich ja auch nicht beim Nachbarn duschen, damit ich mein eigenes Bad nicht putzen muss.

Gartenparadies (7)

Wir suchen uns eine Region aus, und die wird dann in aller Ruhe erkundet. Dies kann auch bedeuten dass wir in einer Woche keine 100km fahren, und trotzdem unendlich viele Eindrücke gewinnen. Natürlich haben wir gegenüber den Urlaubern den Vorteil unendlich viel Zeit zu haben, nicht den Druck zu haben wir müssen ja am xten wieder Zuhause sein. Wir haben unser Zuhause ja immer dabei. Die Menschen einer Region kennen lernen, die typischen kulinarischen Spezialitäten probieren, die Sehenswürdigkeiten entdecken, alles dies benötigt Zeit und funktioniert nicht wirklich im Vorbeiflug.

Gartenparadies (17)

Auch jetzt wieder, dieser Stellplatz ist schön angelegt und auch nicht übermäßig groß. Für uns hingegen schon wieder zu groß. Ich glaube 50 Mobile finden hier Platz, dies sind mindestens 40 zu viel. Das Sanitärgebäude, mit 2 Toiletten und zwei Duschen bei den Damen, für diese Menge an Publikum für meinen Geschmack zu klein dimensioniert, da benutze ich wie sonst auch lieber meinen eigenen Sanitärbereich. Auch die Spülküche habe ich nicht von innen gesehen.

Joachim zählt die heiteren Stunden nur
Joachim zählt die heiteren Stunden nur

Man trifft auf Menschen, die ständig unzufrieden sind, an allem und jedem etwas aus zu setzen haben. Man bekommt das Familienleben der Nachbarn mit, ob man dies möchte oder nicht. Uns gegenüber stand eine Familie mit zwei Kleinkindern. Vom Wickeln über füttern bis zum jämmerlichen Weinen nach einem Sturz durften wird das gesamte Programm miterleben. Auch den Streit um einen Stellplatz, der von einem Wagen gerade gebucht worden war, während ein anderer erst parkte und somit diesen Platz belegte. Das schimpfen dass für ein Gruppentreffen so viele Plätze reserviert waren, obwohl man auf Stellplätzen ja nicht reservieren kann. Alles nicht unsere Welt. Deshalb haben wir uns ja für ein Wohnmobil entschieden und nicht für einen Wohnwagen. Wir wollten allen diesen Zwängen entfliehen, unabhängig von den offiziellen Plätzen sein.

Gartenparadies (40)

Auch dieses Wochenende hat uns wieder gezeigt, es gibt einen Unterschied zwischen den Hobbymobilisten und denjenigen die dauerhaft im Wohnmobil leben. Die Hobbymobilsten sind oft auch völlig anders ausgestattet wie wir. Die neueste Technik muss an Bord sein, das erste was funktionieren muss ist das Fernsehen, der Kaffee auch im Mobil aus dem Vollautomaten kommen. Alles Dinge auf die wir bewusst verzichtet haben. Die kleine Kaffeemaschine für zwei Tassen Kaffee reicht völlig aus, und wenn wir mal mehr Kaffee brauchen, wird von Hand aufgeschüttet und die Thermoskanne genutzt. Fernsehen ist nebensächlich, vor allem jetzt im Sommer wo wir viel Zeit draußen verbringen. So auch jetzt, ich sitze mit meinem Laptop draußen und lasse mir die Sonne den Rücken wärmen.

Gartenparadies (44)

Unsere Ziele sind auch in Zukunft kleine, ländliche Orte, die kaum jemand kennt. Dort findet man auch in der Hochsaison immer wieder abgeschiedene Plätze an denen man ein paar Tage stehen und übernachten kann. Wo es niemanden stört, wenn man Tisch und Stuhl auspackt und den Tag verbummelt. Wo man Naturnah stehen und leben kann. Vielleicht ein Bach oder See das Duschhaus des Stellplatzes ersetzt. Nur alle sieben bis zehn Tage müssen wir etwas suchen wo wir Wasser tanken können und unsere Tanks entleeren dürfen. Ansonsten sind wir frei.

Gartenparadies (24)

Vielleicht würden wir uns bei einem Treffen besser aufgehoben fühlen, wo sich die Nomaden der Straße treffen. Menschen die wie wir dauerhaft im Wohnmobil leben, die wie wir mit den gleichen Vorbehalten, dieser Lebensweise gegenüber zu kämpfen haben. Die wie wir mit den immer steigenden Verboten zu kämpfen habe, weil einige wenige meinen sich über alles hinweg setzen zu müssen, die ihren Müll liegen lassen, ihre Tanks wild entsorgen und somit das freie stehen für alle anderen zu einem Problem werden lassen.

Gartenparadies (77)

Leben im Wohnmobil ist halt doch etwas anderes als ein Hobby, es ist eine Lebenseinstellung. Wie denkt ihr darüber? Was sind eure Gedanken zu diesem Thema? Lasst es uns wissen, wir freuen uns auf eure Meinungen.

Gartenparadies (5)

Die heutigen Bilder sind alle im Rahmen des Treffens entstanden bei unserem Besuch in den Gärten der Welt.Gartenparadies (11)