Urlaub in Ungarn – Rückblick

Jetzt sind wir noch nicht mal eine Woche zurück und ich habe schon wieder Fernweh. Ich möchte zurück zu den Menschen die uns so herzlich empfangen haben. Möchte zurück in das Land wo ich mich 13 Tage wohl fühlen durfte. Was macht Ungarn so besonders, warum verlieben sich so viele Menschen gerade in dieses Land? Zumal es ja immer wieder im Mittelpunkt der Kritik steht?

Grillplatz

Was es bei anderen Menschen ist, kann ich nicht sagen, ich kann euch aber erzählen warum ich mich verliebt habe.

Es beginnt bei der Landschaft. Anders als hier gibt es dort noch sehr viel ursprüngliche Landschaft, es ist nicht jeder Flecken Land bewirtschaftet. Und selbst auf bewirtschafteten Feldern, dürfen noch Bäume stehen, oder auch Grünstreifen im Feld  sind keine Seltenheit.

Die Pfirsiche waren leider noch nicht reif

In den Dörfern sagen sich oft noch Fuchs und Hase gute Nacht. Kein Spaziergang wo man nicht auf Wildtiere trifft. Dort habe ich zum ersten Mal gehört das Rehe bellen. Habe Hirschkäfer bei der Paarung gesehen.

Hirschkäfer bei der Paarung

Viele Menschen dort sind Selbstversorger. Dementsprechend groß sind auch die Grundstücke. Unter 1000 qm findet man nur selten ein Grundstück. Englischen Rasen und Blumenbeete muss man wirklich suchen, und wenn man sowas findet, kann man fast davon ausgehen das dort kein Ungar lebt. Die Ungarn haben Wiese, mit Klee, Löwenzahn und anderen Kräutern. „Unkraut“ darf dort noch wachsen. Was zur Folge hat das es dort auch noch reichlich Insekten gibt. Leider auch Mücken 🙂 Die hatten uns zum Fressen gern. So viele Stiche wie in den 13 Tagen habe ich in Deutschland den ganzen Sommer nicht. Ich möchte gar nicht wissen wie es am Balaton ist, wenn selbst auf dem Land ohne große Gewässer schon so viele Blutsauger sind.

Unser Ferienparadies

Bedingt dadurch das die Ungarn noch viel selbst anbauen, und auch Nutzvieh halten, ist es relativ einfach möglich, vieles direkt beim Erzeuger zu erwerben. Das Dorf wo wir waren, hatte Gemeindeflächen, dort wurde Gemüse angebaut. Nach der Ernte wird dies verkauft und das Geld kommt der Gemeindekasse zu Gute. Glückliche Hühner hält man auf dem eigenen Grundstück und bekommt auf diese Weise dann leckere Frühstückseier. Obst, welches im eigenen Garten wächst, schmeckt viel besser als welches das durch die halbe Welt gereist ist, bevor es bei mir landet.

Lucy fand es auch paradiesisch

Die Menschen sind wesentlich offener, man kommt schneller ins Gespräch. Und das ist dann meistens kein oberflächliches Geplänkel, sondern man spürt das Interesse am Gegenüber. Von den Menschen mit denen wir es zu tun hatten, wussten wir nach ein paar Stunden mehr, als hier nach Jahren. Wenn jemand Pech hatte, dann spricht er darüber offen und versucht nicht den Schein zu wahren. Man darf einfach Mensch sein, mit allen Stärken und Schwächen.

Zeit für Siesta

Ich hatte das Gefühl, in Ungarn gibt es noch keine Ellbogengesellschaft sondern eher ein miteinander. Jeder bringt sich im Rahmen seiner Möglichkeiten in die Gemeinschaft ein. Immer wieder wurde betont das man nur fragen muss und dann auch Hilfe bekommt. Jetzt waren wir in den zwei Wochen nie in der Situation dies auszuprobieren, aber ich gehe davon aus das es stimmt.

Im Hintergrund die Dorfkirche

Was mich allerdings sehr gewundert hat, zumindest dort wo wir unterwegs waren, es gibt in Ungarn keine erneuerbaren Energien. Weder stehen dort Windräder, noch sieht man auf den Dächern Solar. Zumindest letzteres würde bei der hohen Anzahl an Sonnenstunden doch Sinn machen, auch wenn die Energiekosten, im Verhältnis zu uns, niedrig sind. Da die Ungarn aber auch geringere Einkommen haben, dürfte es für sie trotzdem einen großen Posten ihres monatlichen Budgets ausmachen.

Abendrunde

Mit Hund in Ungarn

Jetzt habe ich diese Hündin schon über ein Jahr, doch sie überrascht mich immer wieder. Die Fahrt von 1200 km hat sie schlafend verbracht. Alle drei vier Stunden haben wir Pause gemacht. Sie konnte sich entleeren und es gab auch zu trinken, zufrieden legte sie sich dann wieder hin und schlief bis zu nächsten Pause 🙂

Endlich wieder Wasser

Im Urlaubsort zeigte sie sich von einer ganz anderen Seite. Ich hatte plötzlich einen ausgeglichenen und vor allem friedlichen Hund. Andere Fellnasen waren hier keine Feinde, sondern Spielkameraden. Dazu muss man allerdings wissen, das Hundehaltung in Ungarn sich grundsätzlich von unserer hier unterscheidet. Hunde werden nicht überall mit genommen, sie bleiben daheim und bewachen Haus und Hof. Das durfte Lucy auch ausgiebig machen. Unser Feriendomizil war Hunde gerecht eingezäunt. Somit war sie von morgens bis abends draußen und hat dies genossen ohne Ende.

Los komm zurück Stöckchen, ich kann nicht schwimmen

Waren am ersten Tag noch die Vögel als Beute interessant, lernte sie schnell das diese im Vorteil waren, denn sie konnte ja nicht fliegen 🙂 Lieber entdeckte man heruntergefallene Pfirsiche als Ballersatz, untersuchte alles was da durch den Garten krabbelte. Und man fand sich schnell in die Rolle des Wachhundes ein. 🙂

Das verzeih ich dir nie, aber ich hole dich raus

Die Hunde unserer Vermieterin wurden ganz schnell ihre Freunde. Aber auch andere Hunde in den Gärten wurden nicht verbellt, sondern begrüßt und interessiert beschnuppert. Eine völlig neue Verhaltensweise von Lucy.

Stolz bringt sie ihre Beute an Land, der Bann ist gebrochen

Während unseres Aufenthaltes war es sehr warm, nicht selten kratzte das Thermometer an der 40 Grad Marke. Und so suchten wir nach einem Ort wo wir Lucy abkühlen konnten. Auf dem Weg zum einkaufen, hatten wir einen See entdeckt.

Sie kann gar nicht genug bekommen

Wir fuhren mit Lucy dorthin und suchten ein ruhiges Plätzchen. Wie immer war sie sofort im Wasser, aber nur da wo sie stehen konnte. Alles wie immer. 🙂 Das geworfene Stöckchen war viel zu weit im Wasser und wurde böse verbellt. Was aber nichts daran änderte, von allein kam es nicht zurück ans Ufer 🙂

Und noch einmal, immer wieder forderte sie uns auf den Stock ins Wasser zu werfen

Nachdem sie sich einmal überwunden hatte, wollte sie gar nicht mehr raus aus dem Wasser. Am Ende brauchte sie schon keinen Stock als Ermunterung mehr. Sie sprang ins Wasser und schwamm als wenn sie nie etwas anderes gemacht hätte.

Und jetzt Hautpflege auf der Wiese. Das Gras konnte den Fischgeruch des Wassers allerdings nicht vertreiben 🙂

Aber noch etwas machte sie an diesem See, was sie auch noch nie getan hat, seit ich sie bekam. sie wälzte sich ausgelassen auf der Wiese. Es war eine wahre Freude ihr zu zu sehen.

Die Leine fast ausgereizt, also knapp zehn Meter vom Ufer entfernt

So stelle ich mir jedenfalls ein glückliches Hundeleben vor. Kein eingesperrt sein in einer Wohnung, und geduldig darauf wartend das sich endlich jemand die Zeit nimmt zum Gassi gehen. Sondern sich frei bewegen dürfen, niemand regt sich über bellen auf. Außerhalb des Grundstückes sollte man seinen Hund allerdings an der Leine führen, wenn man sich nicht zu 100% sicher ist, wie Tierbegegnungen verlaufen. Es gibt noch reichlich Wild in Ungarn und es vergeht kaum ein Tag an dem man nicht etwas sieht beim Spaziergang.

Eine glückliche Hündin

Ansonsten ist das leben mit Hund völlig entspannt in Ungarn. Es gibt kaum ein Grundstück wo sich keine Fellnase befindet. In unserem Dorf gab es Hunde die waren die ganze Nacht draußen, und niemand regte sich auf wenn diese Nachts auch bellten.

Hundesteuer gibt es in Ungarn nicht und eigentlich nur zwei Einschränkungen, in Ortschaften müssen sie an der kurzen Leine geführt werden und in öffentlichen Verkehrsmitteln einen Maulkorb tragen. Da man den Hund aber nur selten mitnimmt, kommt beides auch nicht wirklich zum tragen. Will man mit Hund nach Ungarn reisen, muss er gechipt sein und einen gültigen EU Heimtierausweis besitzen, dieser sollte natürlich die gültige Tollwutimpfung bescheinigen. Bezüglich der Sicherung im Auto gibt es keine besonderen Vorschriften, euer Hund sollte ausreichend gesichert sein, wie sonst zuhause auch.