Herbsen, Ort meiner Kinderzeit

Herbsen, seit 1972 ein Ortsteil von Volkmarsen, und der Ort wo ich viele unbeschwerte Ferien verbringen durfte. Sommer, Herbst oder Weihnachten, egal zu welcher Jahreszeit, für uns Kinder ein Paradies. Als wir heute an diesen Ort zurück gekehrt sind, stellte sich mir allerdings die Frage, wie kommen Erwachsene auf die Idee, hier Urlaub zu machen? Außer einem Tante Emma Laden, den es heute nicht mehr gibt, und zwei Gaststätten gab und gibt es hier eigentlich nur Landwirtschaft und Natur.

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Doch ich liebte dieses Dorf, und auch heute Vormittag kamen unendlich viele Erinnerungen hoch. Einer der beiden Höfe wo wir übernachtet haben, hat sich nicht wirklich verändert.

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Oben rechts die zwei Fenster, dort haben wir immer geschlafen. Links unsere Eltern und dahinter mein Bruder und ich.

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Auch der Stallbereich sieht noch aus wie damals, schon damals hing an gleicher Stelle ein Schlauch.

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Unsere anderen Gastgeber, waren ein paar Meter weg, direkt an der Hauptstraße zwischen Volkmarsen und Diemelstadt. Da hat sich allerdings einiges getan.

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Links wo jetzt das Wohnhaus steht, befand sich früher der Stall. Der rote Pavillon, ich erwähnte ihn gestern schon, stand früher rechts neben dem Haupthaus. Die Treppe hoch befand sich eine der beiden Gaststätten, heute gibt es die Gaststätte nicht mehr. Scheinbar hat keins der Kinder den Betrieb der Eltern weitergeführt.

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Der ehemalige Gästebungalow, dient heute nur noch als Untergrund für die Solaranlage, ansonsten steht er wohl leer.

Ein Stück am Haus vorbei, den Berg hinauf waren wir Kinder oft. Im Winter zum rodeln

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Und im Sommer um uns in der Kneippanlage abzukühlen.

Scheint auch schon länger nicht mehr in Betrieb zu sein :-(
Scheint auch schon länger nicht mehr in Betrieb zu sein 🙁

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Es war schön, mal wieder abzutauchen, sich zu erinnern. Doch es liegt eine lange Zeit zwischen damals und heute, ein Gesicht welches mir bekannt vorgekommen wäre, habe ich nicht gesehen. Und einfach an die Türe gehen und klopfen mochte ich auch nicht wirklich. Zumal unsere Wirtsleute heute auch weit über die 70 Jahre sein müssten, wenn sie noch leben.

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Aber eine Geschichte muss ich euch noch erzählen. Hier wo ich jetzt stehe, stand immer unser Wagen, wenn wir hier übernachtet haben.

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So auch in dem einen Winter. Am Abreisetag war unser Auto voll mit Schnee. Mein Vater startete den Motor und stieg wieder aus um das Auto freizumachen. Ich weiß, man sollte den Motor nicht im Stand warmlaufen lassen, mein Vater wusste dies scheinbar nicht. 🙂 Aber wie war das mit den kleinen Sünden? Heute würde dies vermutlich nicht mehr passieren, damals in den 70ern ging dies noch. Als mein Vater ausgestiegen war, drückte er ganz automatisch den Verriegelungsknopf der Fahrertüre. Das Auto war vom Schnee befreit, sicherlich auch schon ein bisschen warm drinnen, doch wir standen draußen. 🙂 Klar hatten meine Eltern einen Ersatzschlüssel mit, doch dreimal dürft ihr raten wo der sich befand. Richtig! Im Handschuhfach. 🙂 Meine leise Hoffnung auf verlängerte Ferien erfüllte sich trotzdem nicht, mein Vater schmiss die Scheibe der Fahrertüre ein, flickte sie dann mit einer Plastikfolie und wir fuhren trotzdem nach Hause.

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Mittlerweile stehen wir am Twistesee, und werden gleich ein wenig spazieren gehen.

 

Volkmarsen

Eine Kleinstadt in der Ferienregion Waldecker Land, mit rund 5000 Einwohnern. Eine Stadt in der Gemeinschaft scheinbar immer noch groß geschrieben wird. Heute war in der Stadthalle Seniorennachmittag, und der für eine so kleine Stadt, doch riesige Parkplatz war bis auf den letzten Platz gefüllt. So war es schon damals, vor über 30 Jahren. Wenn irgendwo etwas los war, dann waren alle da. Da gab es kein Überlegen, keine Ausreden.

Noch ist alles ruhig.
Noch ist alles ruhig.

Volkmarsen wurde schon 1155 das erste Mal urkundlich erwähnt, und auch heute findet man noch viele alte und sehr alte Gebäude im Ortskern. Während man außen herum sieht das die Stadt wächst, seit damals sind viele Gebäude hinzu gekommen. Auch Landwirtschaft scheint immer noch eine große Rolle für die Menschen hier zu spielen.

Bin ich nicht schön?
Bin ich nicht schön?

Wir sind heute Vormittag bei blauem Himmel und Sonnenschein losgezogen, auch wenn es sich nicht leugnen lässt, der Herbst ist da. Im Sonnenlicht wirken aber die Farben richtig warm

Volkmarsen 10.10 (11)

Volkmarsen 10.10 (13)

Volkmarsen 10.10 (19)

Wir bummelten durch den Ort, blickten in Gärten und Höfe. Vorbei an der Marienkirche in Richtung Zentrum

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Wirklich markante Punkte wo ich dachte, das kenne ich, haben wir allerdings nicht gefunden. Trotzdem war es schön auf den Wegen der Kindheit zu laufen. Morgen werden wir dann rüber fahren nach Herbsen, dem Dorf meiner Kindertage. Ich bin sicher dort werden wesentlich mehr Erinnerungen auftauchen. Aber über dreißig Jahre ist auch eine lange Zeit.

Volkmarsen 10.10 (7)

Warten auf den Frühling und neue Mieter
Warten auf den Frühling und neue Mieter

Volkmarsen 10.10 (20)

Eins von beidem gab es damals definitiv noch nicht
Eins von beidem gab es damals definitiv noch nicht