Gedanken zu Ungarn

Guten Morgen, in den letzten Wochen mache ich mir immer wieder Gedanken. Ich frage mich warum es so viele nach Ungarn zieht, wenn sie dann hier immer wieder alles negativ empfinden.

Unsere Entscheidung nach Ungarn zu gehen kam relativ spontan. Ausgelöst durch eine familiäre Veränderung, einen Zeitungsartikel und immer mehr gesundheitliche Probleme. Zwei Wochen Urlaub im Land, Haus gefunden und sechs Wochen später sind wir umgezogen. Keine langfristigen Planungen, sondern spontan wie unsere ganzen Jahre zuvor auch schon. Über drei Jahre ist das schon her, und es war die beste spontane Aktion in unserer gemeinsamen Zeit.

Viele andere Einwanderer haben wir kennen gelernt, manche wurden zu Freunden, bei anderen reichten wenige Stunden um sich sicher zu sein das man den Kontakt nicht pflegen muss. Einige konnten sich gut verstellen und zeigten erst nach einer Weile ihr wahres Gesicht. Letzten Endes haben wir heute eine handvoll Menschen mit denen wir Umgang pflegen. Stammtische und typisch deutsche Treffen meiden wir wann immer es geht. Es ist oft schon schlimm genug wenn man im Lokal mitbekommt wie sich manche dort benehmen. Mehr als einmal haben wir uns schon fremdgeschämt.

Doch rund achtzig Prozent der Einwanderer brauchen wir nicht. Sie negieren alles, finden überall ein Haar in der Suppe, erwarten hier ein zweites Deutschland. Hier einige Beispiele die mir allein in den letzten Tagen aufgefallen sind

1. Mein Nachbar mäht am Sonntag seinen Rasen. Gibt es ein Gesetz damit ich es ihm verbieten kann?

2. Die Hunde im Dorf bellen ständig, wo finde ich eine Tabelle wie lange und wann ein Hund bellen kann?

3. Das Laub, Obst des Nachbarn fällt auf mein Grundstück, kann ich in zwingen seine Bäume zu fällen?

4. Warum muss ich auf ungarischen Behörden ungarisch sprechen? Warum gibt es nicht eine zweite Amtssprache wie z.B. englisch?

Das sind nur einige Beispiele in den letzten Tagen. Ich könnte endlos so weiter aufzählen. Es mach wütend und traurig zu gleich. Was nehmen sich diese Ausländer eigentlich heraus? Sie kommen als Gäste, bekommen ohne große Hürden eine Aufenthaltsgenehmigung und stellen dann noch Forderungen?

Warum haben sie ihr Land verlassen? Warum wollen sie ihre Wahlheimat verändern? Sind es nicht genau diese Menschen die in ihrer Heimat am lautesten geschrien haben? Ausländer sollen sich anpassen, sollen die Sprache lernen, sollen sich an Regeln halten? Und hier wo sie selber Ausländer sind, gilt das alles nicht? Die Gastgeber sollen sich an sie anpassen?

Es ist schon eine Weile her, da haben wir in Ungarn etwas gebrauchtes gekauft. Es war irgendwo am Balaton. Schon beim reinfahren ins Dorf fiel uns auf, das ist kein ungarisches Dorf mehr. Dieses Dorf könnte auch irgendwo in Westeuropa sein. Es wurde uns später bestätigt, dort leben nur noch rund 10% Ungarn, der Rest sind Ausländer. Wir möchten dort nicht wohnen, haben wir uns doch bewusst für ein Dorf entschieden wo der Ausländer Anteil gering ist, und hoffentlich auch bleibt.

Natürlich sehen wir auch das in Ungarn nicht alles rund läuft. Wir wissen von Not, von armen Menschen, sehen die Schwächen im Sozialsystem. Auch wir finden nicht alles toll was die Regierung entscheidet, oder jetzt im Falle der „Pandemie“ anordnet. Aber ich bin Gast, ich habe weder das Recht, noch die Möglichkeit daran etwas zu ändern. Wenn ich das unbedingt möchte, muss ich lernen, die Sprache perfekt lernen, die Staatsbürgerschaft annehmen und mich vor Ort aktiv in die Politik einmischen.

Aber schon die Sprache ist eine große Hürde, ich werde sie wohl nie perfekt anwenden können. Dabei habe ich früher leicht gelernt, doch das ist ja auch schon eine Weile her. Aber ich lerne und übe weiter, mittlerweile verstehe ich schon einiges, allerdings sprechen, da fehlen mir immer noch viel zu oft die Vokabeln. Leider.

Ungarn ist für uns Heimat geworden, wir lieben die Menschen, die Natur, das Klima. Wir lieben die Entspanntheit, das Gefühl der Sicherheit. Wir lieben es das Gesetze hier auch angewendet werden, strafffällig gewordene Personen bestraft werden und nicht wie in Deutschland weiter rum laufen dürfen. Wir leben gerne hier und wir wünschen uns das Ungarn immer Ungarn bleibt, das sie es nicht zulassen das sie fremdbestimmt werden. Weder von ihren Einwanderern noch von der Politik der EU.

Wir sind dankbar und zufrieden das wir hier leben dürfen. Dankbar für die Gastfreundschaft mit der wir aufgenommen worden sind.

Suchen und finden

Es gibt zwar einige die meine Beiträge regelmäßig lesen und somit auch vieles schon wissen. Für alle anderen muss ich wohl ein bisschen weiter ausholen.

Ein Winter auf dem Campingplatz

Joachim und ich sind seit Januar 2005 zusammen. Im Herbst fanden wir unser Zuhause. Abseits gelegen auf einem Bauernhof, das Häuschen war ein ehemaliger Stall und hatte zwei Eingänge, vorne lebten zwei Parteien. Unser Eingang befand sich hinter dem Haus. Vor dem Eingang eine große Wiese die wir nutzen konnten, dahinter begannen die Weiden für die Pferde. Das Wasser kam über einen eigenen Brunnen ins Haus, im Keller wurde es aufbereitet und dann konnte es verwendet werden. Ein absoluter Traum. Der Vermieter ließ uns freie Hand und so richteten wir uns die Wohnung nach unserem Geschmack her. Ich konnte mir gut vorstellen dort alt zu werden. Doch nur 1,5 Jahre später dann das erwachen, der Vermieter kündigte uns, er meldete Eigenbedarf für seinen jüngsten Sohn an. 🙁 Wir hatten keine Chance, Eigenbedarf hat immer Vorrang. So mussten wir Anfang 2008 die Wohnung räumen.

Alles suchen nach etwas vergleichbaren schlug fehl. Da wir uns nicht unter Druck setzen wollten, lagerten wir unsere Sachen ein und zogen erstmal in unseren Wohnwagen, am Niederrhein. Von dort aus wollten wir in aller Ruhe schauen. 🙂 Damit man etwas findet, muss man allerdings auch suchen 🙂 Die erste Zeit haben wir es bewusst hinaus geschoben, wollten erst mal wieder zur Ruhe kommen. Später hat keiner von uns beiden einen Gedanken an Wohnungssuche verschwendet. So lebten wir gut drei Jahre auf einem Campingplatz, lernten wie wenig man eigentlich zum Leben braucht.

Hinter der Hecke lebten wir als Geländewart

Eher durch Zufall fand ich eine Anzeige eines anderen Platzes, dort wurde ein Geländewartehepaar gesucht. Klang genial. Wir haben uns auch darauf eingelassen, doch schnell stellten wir fest, eigentlich ist man zu angebunden. Dann wenn alle anderen Wetter genießen, in Urlaub fahren, mussten wir vor Ort sein. Die Freiheit und Flexibilität fehlte uns. So kam es uns entgegen als es Ende 2014 hieß, der Verein könne sich uns nicht mehr leisten.

Der links, war unser Zuhause. Mit ihm haben wir den Norden und einen Teil des Ostens Deutschlands erkundet

Es folgte ein Jahr in absoluter Freiheit und Unabhängigkeit. Noch weniger Platz, noch weniger Besitz, dafür ein leichtes Gefühl, Abenteuer, und unendlich viele Erlebnisse und Eindrücke. Ein Jahr im Wohnmobil, ihr könnt die Stories hier nachlesen.

Unsere Wohnung in der Eifel

Manche Angebote klingen besser als sie sind. Und so landeten wir in der Eifel. Hier wohnen wir seit 23 Mai 2016. Wir wohnen hier, doch zuhause sind wir hier nicht. Dieses Gefühl angekommen zu sein, stellt sich einfach nicht ein. Hinzu kommen mittlerweile auch Differenzen mit der Eigentümerin, und der versuchte Einbruch während des Urlaubs.

Dort wollen wir heimisch werden

Wir haben uns schon eine Weile umgesehen, und glauben endlich wieder den Ort gefunden zu haben, wo sich auch das Wohlfühlen einstellen wird. Einige wissen es schon, andere ahnen es. Wir werden Deutschland verlassen. Werden uns in einem anderen Land ein Heim schaffen. Wir wollen versuchen wieder zurück zu den Wurzeln zu gehen. Uns nicht mehr abhängig machen vom Konsumwahn. Sondern wieder ein natürliches Leben leben, ohne täglich die Ellbogen einsetzen zu müssen. Ohne ständig mit Neid und Missgunst konfrontiert zu werden. Kein genormtes Obst und Gemüse mehr, sondern frisch vom Feld und Baum auf den Tisch. Direkt beim Erzeuger kaufen, ist dann kein Traum mehr, sondern wird Realität. Mit und bei Menschen für die das Leben aus dem miteinander und nicht dem gegeneinander besteht. Gemeinsam etwas schaffen, statt dem Nachbarn nicht die Butter auf dem Brot zu gönnen. Und ja, dies alles ist kein Traum, das gibt es wirklich noch.

Viele sagen, aber ihr habt doch Familie, ihr habt Kinder. Stimmt haben wir. doch die Kinder haben ein eigenes Leben. Man sieht sich nicht so häufig wie man gerne möchte. Und da spielen die Kilometer keine Rolle. Denn die Kinder können jederzeit kommen, müssen sich keine Gedanken mehr über ihre Urlaubskasse machen. Platz werden wir genug haben, und satt bekommen wir sie auch 🙂