Was wird uns bleiben?

Ungarn #unsereheimat

Ich habe lange nichts mehr geschrieben. Was aber auch daran liegt das es in der kalten und dunklen Jahreszeit nicht viel zu erzählen gibt. Wir haben den Winter überwiegend zuhause verbracht, waren nicht wirklich aktiv. Haben die Zeit genutzt, das Wohnzimmer renoviert, gebastelt, gelesen und waren ansonsten überwiegend lusta (ungarisches Wort für faul, lusta klingt aber besser).
Jetzt zum Frühjahr überraschte uns dann ein Virus, plötzlich war das ganze Leben auf den Kopf gestellt. In der ganzen Welt kam es plötzlich zu einem Stillstand. Besonders die sozialen Kontakte kamen komplett zum erliegen, das Internet hilft zwar ein wenig, aber kann die realen Kontakte nicht ersetzen.
Ich frage mich die ganze Zeit warum? Was ist so gefährlich an diesem Virus? Warum hört, sieht und liest man nichts anderes mehr? Täglich wird das Fernsehprogramm geändert um uns wieder von der Gefährlichkeit zu berichten, um uns alle dazu zu bringen uns zu isolieren.
Aber warum? Ich verstehe es nicht. Laut WHO sterben jährlich zwischen 350000 und 650000 Menschen an der Grippe, das entspricht nur 0,1% der Erkrankten. Wenn ich Prozentrechnung noch nicht ganz verlernt habe, bedeutet es das sich jedes Jahr ungefähr die Hälfte aller Menschen mit Grippe infiziert. Entspricht somit rund 4.000.000.000 Menschen die an Grippe erkranken. Warum gibt es da keine Isolation, keine Angst und Panikmache? Weil es schon Medikamente und vor allem Impfungen gibt und sich mit einer Grippe kein Geld mehr machen lässt?
Corona hat mit Stand heute, 08.04.2020, 1431375 infizierte, und bisher sind 82145 Menschen daran gestorben. Richtig ist, die Sterblichkeitsrate ist wesentlich höher als bei der Grippe. Aber gerechnet auf die Anzahl der Menschen die auf der Erde leben, aktuell um die 8Mrd, ist die Zahl der Infizierten gerade mal ein Viertel von denen die sich mit Grippe infizieren. In vielen Ländern sind die Neuinfektionen zudem rückläufig. So das es sehr unwahrscheinlich ist, das Corona mehr Opfer fordert als die jährliche Grippe, obwohl die Sterblichkeitsrate bei Corona wesentlich höher ist.
Trotzdem werden die Menschen isoliert, in einigen Ländern werden hohe Strafen angedroht wenn man sich nicht an die Vorschriften hält. Diese Maßnahmen wurden ja nur zu unserem Schutz ergriffen. Ich verstehe es absolut nicht, warum die Menschen so in Angst versetzt werden, das sie die Maßnahmen die ihre Freiheit einschränken auch noch bejubeln. Angst schwächt zudem das Immunsystem, und ein schwaches Immunsystem begünstigt natürlich eine Erkrankung.
Wir leben hier ganz normal weiter, im Rahmen des erlaubten, aber ich trage keinen Mundschutz, keine Einweghandschuhe. Wie in jeder Grippesaison habe ich ein kleines Fläschchen Händedesinfektion in der Handtasche, welches ich vor und nach dem Einkauf nutze. Das hat mich mein ganzes Leben vor der Grippe geschützt, warum sollte ich dann jetzt Corona bekommen? Aber dies ist meine ganz persönliche Einstellung zu diesem Thema. Natürlich mache ich keine Besuche und lade auch niemanden ein. Auch wenn mir meine Freunde fehlen, die Reise zur Familie aktuell nicht erlaubt ist. Aber vielleicht hilft Euch meine Einstellung, selbst auch ein wenig gelassener zu werden, und der Angst weniger Raum zu geben. Geht soviel es Euch möglich ist raus, Sauerstoff, Sonne, Wärme helfen Eurem Immunsystem ebenso wie Vitaminreiche Ernährung.
Ich selbst bin jetzt schon die ganze Woche von Morgens bis Abends draußen, habe schon reichlich Farbe bekommen, und ich fühle mich sehr gut. Wie eigentlich immer, wenn die Zeit in der Wohnung vorbei ist. Morgens beim Kaffee dem Gesang der Vögel lauschen, sehen wie die Sonne hinter dem Hügel aufkommt, es langsam Tag wird. Mehr brauche ich nicht, damit es ein guter Tag wird.
Ich wünsche mir sehr, das dieser erzwungene Shutdown, auch etwas positives für uns alle hat. Etwas das bleibt. Homeoffice ist im größeren Rahmen möglich als bisher gedacht oder praktiziert, warum wieder zurück ins Büro wenn alles vorbei ist? Zuhause arbeiten, wieder mehr Zeit mit der Familie verbringen warum sollte das nicht auch danach möglich sein? Statt ständig durch die Welt jetten wieder mal die eigene Heimat erkunden, und damit auch helfen das diejenigen die jetzt mit ihrer Existenz kämpfen wieder auf die Beine geholfen wird? Viele haben sich engagiert, haben besonders den älteren Menschen in der Nachbarschaft geholfen. Warum sollte das nach Corona vorbei sein? Ist so ein miteinander nicht viel schöner als das anonyme Nebeneinander? Lasst uns alle versuchen in Zukunft das Hamsterrad ein wenig langsamer laufen zu lassen. Und stattdessen mehr aufeinander zu achten. Miteinander statt gegeneinander könnte die Lehre aus diesen Wochen und Monaten sein.
Ich wünsche Euch die ihr hier lest und Euren Familien, Freunden, Bekannten und Nachbarn, bleibt gesund, verliert Eure Angst und seht optimistisch in die Zukunft. Mein Leben hat mich gelehrt, alles hat einen Grund, einen Sinn, auch wenn wir es nur selten direkt erkennen. Irgendwann kommt der Tag, dann weißt Du warum es so und nicht anders war.

Will ich das alles überhaupt noch?


Wir sind mitten im Winter, absolut nicht meine Jahreszeit. Diese feuchte Kälte, der eisige Wind, absolut nichts zieht mich hinaus. Solange graue, triste Perioden bin ich gar nicht mehr gewohnt. Bisher klarte der Himmel spätestens nach zwei bis drei Tagen wieder auf, jetzt im Januar ist es völlig anders, grau seit Wochen.
Ich habe diese Zeit genutzt, viel gebastelt oder nach Bastelideen gesucht. Und ich war viel zu oft auch in Facebook unterwegs. Je mehr ich dort allerdings geschaut und gelesen habe, desto weniger wurden meine eigenen Beiträge. Ist es schlimmer geworden? Oder gab es schon immer soviel Hass, Intrigen, Mobbing und Rufmord im Netz?
Und es sind eher nicht die politischen Themen die mir so extrem auffallen, sondern ganz allgemeine Dinge, zu allgemeinen Themen, die dann ausufern. Gruppen mit Namen wie Warnung vor…… Meine Erfahrungen mit….. Achtung vor XYZ
Ich könnte da noch einiges aufzählen. Was mich absolut schockiert das sogar Menschen die im Grunde um die gleiche Sachen kämpfen, deren Thema beiden am Herzen liegt, sich dermaßen bekriegen das am Ende das Anliegen völlig aus den Augen verloren geht, und die leiden denen eigentlich geholfen werden sollte.


Einen Großteil dieser Menschen habe ich schon aus meiner Freundesliste entfernt. Ich hatte die Hoffnung dann wieder mehr positive Dinge zu lesen. Doch ich bin enttäuscht, entweder haben diese Menschen zig Profile, oder es werden wirklich immer mehr die zur Jagd auf FB blasen.


Wieder andere haben nur noch politische Beiträge, oder Umwelt, oder Veganismus. Wirklich persönliche Dinge werden gar nicht mehr gepostet. Sobald in diversen Gruppen Fragen gestellt werden, dauert es nicht lange und die ersten User hauen drauf. Google kann helfen, ist dann noch die freundlichste Antwort. Immer häufiger lese ich, ich stelle keine Fragen oder Beiträge mehr ein, wenn dann nur noch privat an ausgewählte Leute. Oder eine Frage die eigentlich für alle Gruppenmitglieder relevant sein könnte, wird dann nur noch via Privatnachricht beantwortet.


Für mich geht der Sinn, weswegen ich mich einmal bei Facebook angemeldet habe, immer mehr verloren. Ich frage mich die letzten Tage immer häufiger, will ich das überhaupt noch, oder lösche ich meinen Account komplett? Reicht es die Liste der „Freunde“ auf ein Minimum zu reduzieren? Noch bin ich nicht sicher, wie ich mich letzten Endes entscheide. Sicher bin ich allerdings das ich Facebook nicht mehr so regelmäßig nutzen werde wie es einmal war. Meine Freunde und Bekannten wissen wie sie mich auch außerhalb dieser Plattform kontaktieren können, oder wenn nicht haben sie die Möglichkeit mich danach zu fragen.


Bald beginnt eh wieder die Zeit wo es mich hinaus zieht, wo ich wesentlich weniger Zeit online verbringe. Ich bin sicher bis dahin weiß ich dann auch, ob ich meinen Account lösche oder nicht.


Wie empfindet ihr das denn? Ist für Euch Facebook noch das was es einmal war, als ihr Euch angemeldet habt?